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eGPUs: Lohnt sich der Kauf einer externen Grafikkarte?

10.07.2019 | 11:01 Uhr |

Mittlerweile gibt es im Bereich der eGPU zahlreiche verschiedene Lösungen, die mehr oder weniger viel Performance versprechen. Doch lohnen sich die eGPUs tatsächlich oder sind sie noch unausgereift?

Bei einer eGPU handelt es sich um eine „External Graphics Processing Unit“, die sich außerhalb eines Rechners oder Notebooks befindet und dort zum Beispiel innerhalb eines kleinen Gehäuses betrieben wird. Sie soll Notebooks oder auch PCs mit eher schwacher Grafikleistung zu mehr 3D-Leistung verhelfen. 

Der Anschluss von eGPUs an Laptops oder Desktop-Computer erfolgt in der Regel über die Thunderbolt-3-Schnittstelle und den verdrehsicheren USB-Typ-C-Stecker. Diese Schnittstelle ist ziemlich mächtig und kann zum Beispiel auch für die Anbindung von Bildschirmen oder schnellem externem Speicher verwendet werden.

Aber selbst Thunderbolt 3 ist nicht flott genug, um die Datenbandbreiten in einer ähnlichen Geschwindigkeit zu übertragen wie ihre Desktop-Pendants. Dazu kommen höhere Latenzen, da die eGPUs keine direkte Verbindung zur CPU haben. Herkömmliche Grafikkarten werden im Gegensatz dazu direkt ins Mainboard gesteckt. Bei ihnen müssen Sie sich über Latenzen kaum Gedanken machen.

Thunderbolt 3 bietet nativ eine Speicherbandbreite von 40 GBit/s (5 GB/s). Das Maximum ist allerdings lediglich theoretisch vorhanden. Verluste entstehen durch die Länge des Anschlusskabels und aufgrund der verschiedenen Stationen, welche die Daten durchlaufen müssen. In der Tat müssen die Grafikkarten mit rund 21 GBit/s auskommen, während interne GPUs mit 26 GBit/s arbeiten. Mit anderen Worten: Eine eGPU arbeitet lediglich mit etwa 70 bis 80 Prozent der Geschwindigkeit einer baugleichen Grafikkarte, die intern eingebaut ist.

eGPUs können externe Grafikpower liefern. Die Investition lohnt sich derzeit nicht immer. Das liegt nicht an der Box, sondern an der Schnittstelle zum Rechner.
Vergrößern eGPUs können externe Grafikpower liefern. Die Investition lohnt sich derzeit nicht immer. Das liegt nicht an der Box, sondern an der Schnittstelle zum Rechner.
© Gigabyte

Fürs Gaming ist dies natürlich nicht ideal. Das gilt vor allem für schnelle Genres wie etwa FPS-Titel (First Person Shooter), bei denen es immer auf Geschwindigkeit ankommt. Für andere Genres wie Strategiespiele wäre eine eGPU jedoch durchaus eine Option, da es hier nicht allzu sehr aufs Tempo ankommt.

Abgesehen vom Spielen gibt es einige Einsatzbereiche, für die sich eine eGPU anbietet. So ist sie für Grafikdesigner von Nutzen, die oft unterwegs sind oder parallel an mehreren Projekten arbeiten. Sie können sich im Außendienst auf ein leichtes, portables Notebook beschränken und den Mobilrechner am Arbeitsplatz an die eGPU anschließen, um so aufwendigere Dinge wie Rendering zu erledigen. Hier bewirkt die externe Grafikkarte wahre Wunder.

Der herkömmliche PC-Nutzer, der den Rechenknecht lediglich für das Surfen im Internet, für Office-Arbeiten oder Videos benötigt, braucht definitiv keine eGPU. Auch wenn diese dem betagten PC zu einem Temposprung verhelfen würde, fehlt am Rechner zumeist die Thunderbolt 3-Schnittstelle, sodass sie sich nicht anschließen lässt. Insgesamt sollten Sie momentan noch abwarten, bevor Sie sich für eine eGPU entscheiden.

Denn nur mit noch schnelleren Datenschnittstellen können die externen Grafikeinheiten das volle Potenzial tatsächlich ausspielen. Im Idealfall arbeiten eGPU und interne Grafikkarte auf Augenhöhe. Falls Sie regelmäßig grafisch aufwendige Aufgaben erledigen, investieren Sie derzeit besser in eine potentere Grafikkarte oder in einen stärkeren Laptop. 

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