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Zusätzliche Fritzbox als Repeater, WLAN-Client & Telefonverbindung

17.06.2021 | 13:02 Uhr | Peter Stelzel-Morawietz

Den Internetzugang und das Heimnetz zu Hause in allen Räumen verwenden zu können, hat mitunter seine Tücken. Helfen können da ein WLAN-Repeater, ein hinter den Fußleisten verlegtes flaches Netzwerkkabel, Powerline-Adapter für das Stromnetz oder eine Kombination daraus. Eine zweite, auch ältere Fritzbox, wie beispielsweise aus einem früheren DSL-Vertrag, lässt sich ebenfalls dazu verwenden.

Nämlich erstens als Repeater, um die Reichweite des Funknetzes zu erhöhen. Und zweitens als WLAN-Client, um über das Funksignal eines anderen Routers oder Access Points auch Netzwerkgeräte ohne WLAN-Option mit dem Internet und Heimnetz zu verbinden. Drittens auch als Ethernet-Switch, weil die AVM-Router stets über vier LAN-Anschlüsse verfügen. Viertens schließlich können Sie dann an die Fritzbox auch ein kabelgebundenes Telefon anschließen. Das funktioniert unabhängig von der Platzierung des Hauptrouters am DSL-, Kabel- oder Glasfaseranschluss.

AVM führt eine Liste seiner Router, die diese Funktionen unterstützen. Wichtig ist hier der Eintrag in der Spalte „Betrieb als WLAN-Repeater“. Hierzu ein Hinweis: Die Geräte mit den Modellbezeichnungen 3xxx oder 4xxx unterstützen nur die ersten drei Funktionen, alle übrigen auch die Telefonie. Wer nicht über eine zweite Fritzbox verfügt, der bekommt bei Ebay kostengünstig ein gebrauchtes Gerät: Das Modell 7270 (V2 oder V3) beispielsweise kostet dort nur etwa fünf Euro.

Mit einer zweiten Fritzbox nutzen Sie per WLAN ein Festnetztelefon zu Hause in allen Räumen. Selbst Modelle mit Impulswahl und Wählscheibe funktionieren.
Vergrößern Mit einer zweiten Fritzbox nutzen Sie per WLAN ein Festnetztelefon zu Hause in allen Räumen. Selbst Modelle mit Impulswahl und Wählscheibe funktionieren.

So geht’s: Verbinden Sie die zusätzliche Fritzbox über ein LAN-Kabel mit einem Computer und öffnen Sie anschließend über den Eintrag fritz.box in die Browser- Adresszeile und die Eingabe Ihres Passworts die Bedienungsoberfläche des zweiten Routers. Diesen setzen Sie über „System –› Sicherung –› Werkseinstellungen –› Werkseinstellungen laden –› OK“ und das Drücken einer der Gehäusetasten zurück. Der Vorgang dauert einige Minuten, im Folgenden melden Sie sich erneut mit fritz.box an, vergeben ein neues Passwort und starten nun den Assistenten „Internetzugang einrichten“. Darin wählen Sie als Internetanbieter die Option „vorhandener Zugang über WLAN“ und als Nächstes das WLAN Ihres Hauptrouters aus. Daraufhin tippen Sie bitte den WPA-Schlüssel ein, aktivieren die Option „Internetverbindung nach dem Speichern der Einstellungen prüfen“ und folgen dem Assistenten. Die zweite Fritzbox verbindet sich jetzt mit der ersten und bekommt hierbei eine neue IP-Adresse zugewiesen. Diese notieren Sie sich, denn darüber erreichen Sie später gezielt diesen Router, um ihn weiter zu konfigurieren.

Wichtig: Die Repeater-Funktion und der erwähnte Internetzugang über WLAN funktionieren nur im 2,4-GHz-Netz. Wenn Sie die erste Fritzbox sowohl mit 2,4 GHz als auch mit 5 GHz verwenden, benennen Sie beide Funknetze unterschiedlich. Die Einstellung hierfür finden Sie auf der Benutzeroberfläche unter „WLAN –› Funknetz –› Unterschiedliche Benennung der Funknetze auf 2,4 und 5 GHz“.

Die Funktion „Vorhandener Zugang über WLAN“ (oben) versetzt die Fritzbox in den Repeater-Modus – sie erhält im Netzwerk eine neue IP-Adresse (unten).
Vergrößern Die Funktion „Vorhandener Zugang über WLAN“ (oben) versetzt die Fritzbox in den Repeater-Modus – sie erhält im Netzwerk eine neue IP-Adresse (unten).

Die Internetweitergabe und Internetversorgung steht damit bereits. Möchten Sie zusätzlich ein Telefon an der zweiten Fritzbox betreiben, so schließen Sie es je nach Modell über die TAE- oder die RJ11-Buchse an den Router an. Tragen Sie dann auf der Fritzbox-Oberfläche mithilfe des Assistenten „Eigene Rufnummern verwalten“ Ihre Festnetznummer ein. Die genauen Einträge hängen dabei vom Telefonprovider ab. Im letzten Schritt aktivieren Sie per „Internet –› Telefoniegeräte“ oder mit dem Assistenten „Telefoniegeräte verwalten“ das Telefon.

Wenn Sie ein Telefon ohne Display verwenden und dennoch sehen wollen, wer anruft, installieren Sie dazu Janrufmonitor. Installation und Handhabung sind einfach. Wichtig ist, die Kommunikation zwischen PC und Fritzbox per Tastenfolge #96*5* auf einem angeschlossenen Tastentelefon einmal zu aktivieren. Um das Telefonbuch der Fritzbox zu integrieren, klicken Sie per rechter Maustaste auf das Janrufmonitor-Icon unten in der Taskleiste und fahren mit „Administration –› Einstellungen –› Telefonbücher –› AVM … Telefonbuch –› Apply –› OK“ und einem Programmneustart fort.

Tipp: Eine Vielzahl von Fritzbox-Modellen unterstützt das Impulswählverfahren und damit sogar alte Telefone mit Wählscheibe. Selbst mit der neuen Wi-Fi-6-Fritzbox 7530ax funktioniert das einwandfrei.

Tipp: Fritzbox-Router im Vergleich: Welches ist das beste Modell?

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