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Wenn Windows über zu wenig Arbeitsspeicher klagt

19.02.2016 | 13:05 Uhr |

Trotz SSD laufen Programme langsam und Windows hängt sich auch bei simplen Prozesse fast auf. So lösen Sie das Problem.

Eine SSD macht den Computer schneller. Doch nachdem Sie Ihrem PC eine Flash-Platte spendiert haben, merken Sie nichts von einem höheren Tempo. Im Gegenteil: Anwendungen reagieren zäh oder beenden sich sogar ungefragt. Das Problem dabei ist aber weniger die SSD als eine Einstellung unter Windows.

Häufig meldet sich Windows mit der Fehlernmeldung „ Nicht genügend Arbeitsspeicher “ und fordert Sie auf, Programme zu beenden, um RAM frei zu machen. Doch das bringt keinerlei Linderung, denn wenn Sie die eine Anwendung schließen und die nächste öffnen, dann taucht der Fehler wieder auf. Meistens ist der Grund hierfür eine Kombination aus zu wenig Arbeitsspeicher und zu wenig freiem Speicherplatz auf der SSD.

Der gesamte Arbeitsspeicher, den ein Rechner dem Betriebssystem und Programmen zur Verfügung stellen kann, setzt sich aus dem tatsächlich eingebauten RAM sowie der Auslagerungsdatei (virtueller Speicher) auf der Festplatte oder SSD zusammen. Windows versucht ständig, die Speicherbereiche für häufig verwendete Programme im RAM zu halten und für Programme, die Sie seltener benutzen, in die Auslagerungsdatei zu verschieben. Selbst auf einem Computer mit 4 GB RAM können Sie dadurch auch speicherintensive Anwendungen nutzen, ohne dass es zu Fehlermeldungen oder Abstürzen kommt. Denn wenn Sie nichts anderes eingestellt haben, dann kann Windows die Auslagerungsdatei automatisch vergrößern, falls der Platz knapp wird. Schaffen Sie mehr Platz für die Auslagerungsdatei: Problematisch wird es erst dann, wenn auf der Platte kein Platz mehr für eine größere Auslagerungsdatei ist. Dies kommt bei einer SSD, die lediglich 64 oder 128 GB fasst, schnell vor. In diesem Fall sollten Sie versuchen, mehr Platz auf der SSD zu schaffen, indem Sie alte Programme oder Dateien auf eine externe Festplatte kopieren oder aber auf der SSD löschen.

Haben Sie neben der SSD eine Festplatte im System, lässt sich die Auslagerungsdatei auch dorthin umziehen. Öffnen Sie hierzu die Systemsteuerung und gehen Sie zu „System und Sicherheit -> System -> Erweiterte Systemeinstellungen -> Erweitert -> Virtueller Arbeitsspeicher“. Dort markieren Sie für die Partition auf der SSD die Option „Keine Auslagerungsdatei“. Für die Festplattenpartition stellen Sie „Größe wird vom System verwaltet“ ein.

Tipp: Wann Sie den Arbeitsspeicher aufrüsten sollten

Zusätzlicher Arbeitsspeicher hilft hier auf jeden Fall: Mit 8 GB sollten keine Probleme mehr auftreten, wenn Sie insbesondere Standardprogramme nutzen. Am günstigsten ist es jedoch, wenn sich intensive Speicherfresser identifizieren lassen. Dann können Sie in Zukunft auf diese Programme verzichten. Eventuell hilft aber auch ein Update für diese Software, das ihren Speicherhunger stillt.

So finden Sie Speicherfresser: Zu jeder Fehlermeldung für ungenügenden Arbeitsspeicher hält Windows in der Ereignisanzeige fest, welche Programme zum Zeitpunkt der Fehlermeldung den meisten Speicher beansprucht haben. Lassen Sie sich dazu das Systemprotokoll anzeigen. Sie finden es unter „Ereignisanzeige -> Windows-Protokolle -> System“. Sortieren Sie als Nächstes die angezeigten Ereignisse nach der Ereignis-ID und suchen Sie nach der ID-Nummer 2004. Im Fenster „Allgemein“ sind die drei Programme mit dem größten Speicherbedarf aufgeführt. Wenn Sie die Fehlermeldung häufig erhalten, verschaffen Sie sich so einen Überblick darüber, welche Programme besonders oft als Speicherfresser identifiziert werden. Wenn es Programme sind, auf die Sie nicht verzichten können, wie beispielsweise Office- oder Mail-Software, helfen nur die oben aufgeführten Gegenmaßnahmen. In unseren Tests erwiesen sich allerdings meist eine Antiviren-Software oder der Browser als die Schuldigen. Hier kann ein Update weiterhelfen. Im Falle des Browsers entlasten Sie den Arbeitsspeicher bereits dadurch, dass Sie die Anzahl der geöffneten Tabs reduzieren.

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