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Windows: Zufällige Hardwareadressen aktivieren

09.06.2022 | 09:00 Uhr | Roland Freist

Jeder WLAN-Adapter, egal ob intern oder extern, besitzt eine MAC-Adresse. MAC steht dabei für Media Access Control oder auch Media Access Code, man spricht auch von der physischen Adresse. Anhand dieser Adresse lässt sich das Gerät im Netzwerk sicher identifizieren.

Die MAC-Adresse hat allerdings lediglich in lokalen Netzwerken eine Bedeutung, für die Identifikation von Geräten im Internet ist sie nicht erforderlich. Dennoch war in der Vergangenheit jede MAC-Adresse weltweit einmalig. Das brachte jedoch Datenschutzprobleme mit sich, denn damit lässt sich das zugehörige Gerät tracken. Wenn etwa in einem Einkaufszentrum mehrere Geschäfte ihren Kunden freies WLAN anbieten, lassen sich deren Wege einfach verfolgen. Da der WLAN-Adapter eines Notebooks oder eines Smartphones ununterbrochen nach Netzwerken in der Umgebung sucht und dabei seine eigene MAC-Adresse übermittelt, funktioniert das Tracking selbst dann, wenn keine Verbindung zustande kommt.

Aus Sicherheitsgründen gibt es deshalb seit einigen Jahren WLAN-Hardware, deren MAC-Adresse per Software veränderbar ist. Android benutzt bereits seit Version 10 standardmäßig zufällig generierte Hardwareadressen. Bei Windows 10 und 11 sind die zufällig erzeugten Hardwareadressen jedoch per Voreinstellung deaktiviert.

Ältere WLAN-Adapter haben feste MAC-Adressen, über die sie identifizierbar sind. Bei neueren Modellen lässt sich die Adresse ändern, um Tracking zu verhindern.
Vergrößern Ältere WLAN-Adapter haben feste MAC-Adressen, über die sie identifizierbar sind. Bei neueren Modellen lässt sich die Adresse ändern, um Tracking zu verhindern.

In beiden Windows-Versionen können Sie die Zufallsadressen sowohl generell für alle neuen WLANs wie auch gezielt für ein zelne, bereits bekannte Funknetze aktivieren. Am besten aktivieren Sie beide Funktionen, also sowohl für sämtliche neue WLANs, mit denen Sie in Berührung kommen, als auch für diejenigen Funknetzwerke, mit denen Sie sich unterwegs regelmäßig verbinden.

Die allgemeine Einstellung finden Sie in Windows 11 über die „Einstellungen“ im Startmenü. Gehen Sie dort in „Netzwerk & Internet“ und klicken Sie daraufhin auf „WLAN“. Unten finden Sie den Eintrag „Zufällige Hardwareadressen“, setzen Sie den Schalter dort auf „Ein“. Beachten Sie, dass die Einstellung lediglich dann wirksam wird, wenn sich Ihr Rechner mit einem neuen WLAN verbindet. Bei bereits bekannten Netzwerken verwendet Windows immer dieselbe MAC-Adresse.

Um das zu verhindern, bearbeiten Sie auch die individuelle Einstellung für einzelne WLANs und gehen dazu auf „Bekannte Netzwerke verwalten“. Klicken Sie in der Liste auf das Funknetz, bei dem Sie die Einstellung aktivieren möchten, und klappen Sie bei „Zufällige Hardwareadressen“ das Menü auf. Dort finden Sie drei Einstellungen: „Ein“, „Aus“ und „Täglich ändern“. Die zuletzt genannte Auswahl ist neu in Windows 11. Mit der Einstellung „Ein“ weist Windows dem Adapter immer dann eine neue Adresse zu, wenn sich der PC mit diesem WLAN verbindet. „Täglich ändern“ hingegen bewirkt, dass das Betriebssystem die Adresse jeden Tag neu vergibt. Dies gilt auch, wenn der Computer ununterbrochen mit diesem Netzwerk verbunden ist.

Die Fritzbox kann nur Geräte mit bekannter MAC-Adresse ins WLAN lassen. Sind wechselnde Hardwareadressen eingestellt, müssen Sie diese deaktivieren.
Vergrößern Die Fritzbox kann nur Geräte mit bekannter MAC-Adresse ins WLAN lassen. Sind wechselnde Hardwareadressen eingestellt, müssen Sie diese deaktivieren.

In Android 12 finden Sie die zufällig erzeugte Hardwareadresse in den „Einstellungen“ unter „Netzwerk & Internet –› Internet“. Vorausgesetzt, das WLAN ist aktiviert, können Sie dort nun auf die Bezeichnung (SSID) des Funknetzes tippen und damit die Netzwerkdetails aufrufen. Scrollen Sie anschließend nach unten und tippen Sie auf „Datenschutz“. Voreingestellt ist „Zufällige MAC-Adresse verwenden (Standard)“, als Option steht „MAC-Adresse des Geräts verwenden“ zur Auswahl.

Die Funktion für die Übermittlung einer zufällig erzeugten MAC-Adresse können Sie unbesorgt nutzen. Denken Sie dabei lediglich daran, dass in manchen Funknetzen auf dem Router eine Sicherheitsfunktion aktiviert ist, die nur Geräte mit bekannter Adresse ins WLAN lässt. Bei der Fritzbox beispielsweise heißt sie „WLAN-Zugang auf die bekannten WLAN-Geräte beschränken“. Sie finden sie unter „WLAN –› Sicherheit“. Diesen ohnehin nicht sonderlich wirksamen Schutz müssen Sie beim Verwenden von zufälligen Hardwareadressen deaktivieren. 

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