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Weshalb "Netzstecker ziehen" oft Hardware-Probleme löst

16.12.2020 | 09:03 Uhr |

Ein häufiger Rat bei streikender Hardware, wie etwa einem Router oder einem PC: „Trennen Sie das Gerät etwa zehn Sekunden vom Strom und schließen Sie es dann wieder an.“ Überraschend häufig lässt sich das Problem damit tatsächlich beheben. Aber warum funktioniert das überhaupt?

Dadurch, dass Sie das Gerät abrupt vom Strom trennen und im Folgenden wieder verbinden, lösen Sie einen Neustart der Komponenten und damit des internen Betriebssystems aus. Das sorgt dafür, dass unter anderem temporäre Dateien der Firmware gelöscht werden. Zusätzlich fährt das Mini-Betriebssystem neu hoch und erlaubt einen sauberen Start.

Natürlich handelt es sich hier nicht um ein Allheilmittel und es ist zumeist auch nur eine vorübergehende Problemlösung, denn in den meisten Fällen beheben Sie nicht den eigentlichen Defekt – zum Beispiel eine fehlerhafte Komponente oder ein thermisches Problem. Bei dieser Art von Hardwareproblemen kommen Sie oftmals nicht um eine Reparatur herum. Zunächst sollten Sie allerdings ein Firmware- und/oder ein Treiber-Update durchführen: Denn eine Vielzahl von Problemen im laufenden Betrieb geht auf Softwaredefekte zurück.

Wer Elektrogeräte wie Router oder Smart-TVs vom Strom trennt, erzwingt einen Neustart der integrierten Hard- und Firmware, was temporäre Probleme oftmals lösen kann.
Vergrößern Wer Elektrogeräte wie Router oder Smart-TVs vom Strom trennt, erzwingt einen Neustart der integrierten Hard- und Firmware, was temporäre Probleme oftmals lösen kann.

Generell empfehlen wir Ihnen, nur Geräte auf diese Art vom Strom zu trennen, die keinen Power-Schalter besitzen. In diesen Geräten ist die Firmware entsprechend robuster und verträgt das abrupte Abkoppeln. Dazu zählen zum Beispiel Streaming-Boxen, Smart-TVs oder Smarthome-Produkte.

Wenn das entsprechende Gerät aber mit einem Power-Schalter ausgestattet ist, nutzen Sie diesen zuerst, statt gleich den Stecker zu ziehen, weil bereits dieser Vorgang zum Neustart der Firmware führt. Das Problem ist jedoch, dass es sich beim Ausschalter mancher Geräte nicht um einen echten Power-Knopf handelt, sondern um eine „Soft“-Variante, die das Gerät nur in einen tiefen Schlafzustand versetzt. Hier sollten Sie das Gerät tatsächlich komplett von der Stromversorgung trennen, wenn der Power-Schalter keine Besserung bringt.

Geräte mit Netzschalter sollten auch darüber vom Strom getrennt werden. Allerdings trennen nicht alle Power- Schalter auch komplett vom Strom.
Vergrößern Geräte mit Netzschalter sollten auch darüber vom Strom getrennt werden. Allerdings trennen nicht alle Power- Schalter auch komplett vom Strom.

Es gibt jedoch auch Kategorien, die Sie nicht auf die Schnelle vom Strom trennen sollten. Dazu zählen beispielsweise Notebooks oder Rechner. Denn diese Geräte laden ihre Software von wiederbeschreibbaren Medien wie Festplatten oder SSDs. Hinzu kommt noch, dass ihre Betriebssysteme diesen Speicher auch nutzen, um temporäre Einstellungen zu sichern. Wer aber dann den Rechner plötzlich vom Strom trennt, unterbricht eventuell aktive Schreibvorgänge und beschädigt damit das Dateisystem, was zu Datenverlust führen kann oder dazu, dass der Computer nicht mehr starten kann.

Nur wenn der Computer im laufenden Betrieb einfriert und er auf Tasteneingaben oder das Drücken des Power-Knopfes nicht mehr reagiert, ist es in Ordnung, das Stromkabel zu ziehen. Zwar können dann dadurch Daten verloren gehen, aber in diesem Fall haben Sie keine andere Wahl.

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