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Was bedeutet eigentlich Hardwarebeschleunigung?

18.06.2019 | 09:06 Uhr |

Beim Starten einer neu installierten Anwendung müssen Sie zunächst eine Einstellung vornehmen, um von schnelleren Lade- oder Verarbeitungszeiten zu profitieren. Dabei begegnet Ihnen in den meisten Fällen der Begriff „Hardwarebeschleunigung“. Die Technik lässt sich zu- oder abschalten. Doch nur, wenn Sie genau wissen, was Sie damit bewirken, können Sie sie auch optimal einsetzen.

Bei der Hardwarebeschleunigung kommt es zu einer Entlastung des Prozessors (CPU), indem das System spezielle, intensive Rechenaufgaben anderen Komponenten zuweist. Denn die meisten Anwendungen steuern zunächst die CPU an und nehmen sie damit in Anspruch. Das ist in bestimmten Fällen bei manchen Programmen durchaus sinnvoll. Doch in einigen Fällen ist es von Vorteil, die CPU zu entlasten.

Eine Weiterleitung an weitere Hardware kann beispielsweise so aussehen: Bei der Aufnahme und Wiedergabe von Audioinhalten verlagert sich der Löwenanteil der Rechenlast auf die Soundkarte oder den Onboard-Soundchip. Somit erhalten Sie eine deutlich hochwertigere Ausgabe. Die Grafikkarte, genauer die Grafik-Prozessor-Einheit (GPU), bleibt hingegen für eine schnelle und saubere Wiedergabe von Filmen, Videos und Spielen zuständig. Auch gewisse mathematische Berechnungen und Physiksimulationen meistert die GPU besser als die CPU.

In der Regel ist Ihr Prozessor eigentlich auch in der Lage, alle Aufgaben zu meistern. Doch vor allem bei weniger leistungsfähigen Modellen macht es Sinn, die Hardwarebeschleunigung (wenn vorhanden) zu aktivieren. Denn sind Ihre weiteren Komponenten, wie zum Beispiel der Grafikprozessor, stärker als die CPU, lohnt es sich, diese Power durch Hardwarebeschleunigung auszunutzen. Mit ihr lassen sich nicht nur einfache Aufgaben wie die Medienwiedergabe, sondern auch aufwendige Prozesse wie die Videobearbeitung oder das Streamen von Spielen schneller respektive flüssiger ausführen.

Auf der anderen Seite ist es in Ausnahmefällen nicht immer sinnvoll, die Hardwarebeschleunigung zu aktivieren. Steckt in Ihrem PC-System beispielsweise eine sehr starke CPU, aber nur eine recht schwache Grafikkarte, fällt die Auslagerung wenig effektiv aus. Ähnlich verhält es sich, wenn die GPU schnell überhitzt. In diesem Fall sollten Sie sie eher schonen, als sie noch mehr zu belasten. Auf diese Weise können Sie sogar Schäden an den Komponenten vermeiden.

Als Faustregel gilt: Hat Ihr PC eine sehr leistungsstarke CPU und eine eher mittelmäßige Grafikkarte, dann ist eine Aktivierung der Hardwarebeschleunigung nicht zwingend notwendig. Im umgekehrten Fall, bei recht schwacher CPU und starker GPU, ist die Hardwarebeschleunigung sinnvoll.

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