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Vor dem Scannen: So reinigen Sie Dias und Negative richtig

16.11.2019 | 10:03 Uhr | Ines Walke-Chomjakov

Bevor Sie anfangen Ihre alten Dias und Negativstreifen zu digitalisieren, sollten Sie diese von Staub und Verunreinigung befreien.

Sie wollen Ihre alten Dias und Negativstreifen endlich digitalisieren. Dazu haben Sie sich sogar einen speziellen Filmscanner gegönnt. Allerdings reicht das Gerät allein nicht, um die analogen Filmschätze sauber in die digitale Welt zu bringen. Denn Feind Nummer eins ist Staub. Er setzt sich schon während der Lagerung etwa von Dias in speziellen Kästen auf der empfindlichen Oberfläche ab. Aber auch danach, wenn Sie das Filmmaterial aus der geschützten Umgebung holen, zieht es den Umgebungsstaub magisch an. Die Partikel sind zwar sehr klein, sehen aber auf dem Scan riesig aus und stören den Gesamteindruck erheblich. Doch es gibt einige praktische Helfer, die Ihnen im Kampf gegen die ungewollten Verschmutzungen zur Seite stehen.

Grobe Reinigung per Blasebalg: Bei Dias und Negativen, die in Schutzhüllen oder sauber geordnet in Magazinkästen lagern, kann es ausreichen, wenn Sie es kurz mit einem Blasebalg anpusten. So beseitigen Sie Staubpartikel, die das Material durch seine statische Aufladung anzieht, bevor Sie es in den Filmscanner einführen. Derartiges Zubehör ist für jeden Fotografen sinnvoll, denn damit reinigen Sie auch Ihr Fotoequipment – sprich Ihre Kameras, Linsen und sonstiges Zubehör. Es ist mit rund 10 Euro auch durchaus erschwinglich.

Stärkerer Reinigungsvorgang mit Druckluft: Oft reichen einige Luftstöße aus dem Blasebalg nicht aus, um die störenden Partikel von der Filmoberfläche zu entfernen. In diesem Fall behelfen Sie sich mit einem Antistaubspray. Es entfernt nicht nur stärker haftende Staubpartikel, sondern auch Härchen und andere Verschmutzungen von der Oberfläche. Am besten setzen Sie das beiliegende Röhrchen auf der Sprayöffnung auf, um den Luftstrahl möglichst fein, aber gezielt einsetzen zu können. Halten Sie dabei das Material fest in der Hand, damit es Ihnen nicht entgleitet. Ein kurzer Luftstoß genügt in der Regel, um die Verschmutzungen auf dem Filmmaterial loszuwerden.

Baumwollhandschuhe schützen Ihr Filmmaterial vor Fingerabdrücken, sind aber auch hilfreich, wenn Sie mit Computer-Komponenten umgehen.
Vergrößern Baumwollhandschuhe schützen Ihr Filmmaterial vor Fingerabdrücken, sind aber auch hilfreich, wenn Sie mit Computer-Komponenten umgehen.

Achten Sie beim Kauf des Sprays darauf, dass es sehr reine Luft enthält. Einfache Varianten, wie Sie sie beispielsweise zum Reinigen von Desktop-Rechnern verwenden, können Partikel enthalten, die auf dem Filmmaterial Schaden anrichten, wenn sie mit Schwung darauf auftreffen. Spezielle Reinigungssprays für Filmmaterial enthalten oft ein Propan/Butan-Gemisch, das partikelfrei ist. Es ist entflammbar und sollte nur in gut gelüfteter Umgebung angewendet werden. Sie erkennen das richtige Spray an Abbildungen von Dias und Filmstreifen auf dem Etikett – Sie können es aber auch zum Reinigen von Kameras, Tastaturen oder empfindlichen PC-Komponenten einsetzen. Ein Spray mit 200 Milliliter Inhalt kostet rund 10 Euro. Große Sprays mit doppelt so viel Inhalt haben auch meist einen noch höheren Druck.

Baumwollhandschuhe gegen Fingerabdrücke: Dias lassen sich bequem am Rahmen nehmen, um sie vor dem Scannen in die Vorlagenhalter zu klicken. Bei Negativstreifen haben Sie dagegen eine so minimale Angriffsfläche am Rand, dass sich Fingerabdrücke auf dem Negativ oft gar nicht vermeiden lassen. Mit Baumwollhandschuhen wirken Sie dieser Verschmutzungsgefahr entgegen. Die Handschuhe sind aus sehr feiner Baumwolle, damit Sie das Gefühl in den Fingerspitzen nicht verlieren. Dazu gibt es antistatische Varianten, die die elektrostatische Aufladung der Vorlagen ableiten. Einfache Baumwollhandschuhe kosten ab rund zehn Euro, die antistatischen Pendants kommen auf gut 25 Euro. Mit den Handschuhen lassen sich außerdem vorhandene Verschmutzungen gut entfernen – insbesondere die eigenen Fingerabdrücke. Und sie sind waschbar und damit immer wieder einsetzbar.

Wer oft mit analogem Filmmaterial zu tun hat, kann sich den Erwerb eines speziellen Reinigungsgeräts wie etwa von Kinetronics überlegen.
Vergrößern Wer oft mit analogem Filmmaterial zu tun hat, kann sich den Erwerb eines speziellen Reinigungsgeräts wie etwa von Kinetronics überlegen.

Spezielle Filmreinigungsgeräte: Nur wenn Sie häufig mit verschmutztem Filmmaterial umgehen oder sehr große Mengen an Dias oder Negativen einscannen wollen, lohnt sich der Kauf eines speziellen Reinigungsgeräts, etwa des Kinetronics Kinestat KSE-070 für ab rund 190 Euro. In der Regel sind hier zwei Bürsten gegenüber befestigt, durch die Sie das Material durchziehen. Die Geräte reinigen nicht nur die Ober- und Unterseite einer Filmvorlage in einem Arbeitsgang, sondern führen auch elektrostatische Aufladungen über ein Erdungskabel ab. Achten Sie darauf, dass das Reinigungsgerät zu Ihren Vorlagen passt. Kleinbild-Dias- und -Negative lassen sich meist mit allen Gerätetypen von Schmutz befreien, bei Mittel- und Großformatfilmen müssen Sie die maximal möglichen Verarbeitungsgrößen prüfen.

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