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Virtueller PC: Daten mit dem Host-System austauschen

05.09.2020 | 08:02 Uhr |

Sie möchten Daten zwischen dem virtuellen und echten Rechner austauschen und etwa Verzeichnisse für die gemeinsame Nutzung freigeben? Virtualbox bietet dafür die passenden Funktionen und sogar eine gemeinsame Zwischenablage.

Virtualbox bietet gemeinsame Ordner für den Datentausch zwischen dem Wirts-System und dem virtuellen PC. Um die Funktion zu nutzen, installieren Sie beispielsweise in einer Windows- oder Linux-VM die Gasterweiterungen für Virtualbox . Zur Installation verlassen Sie das Virtualbox-Fenster, indem Sie die rechte Strg-Taste drücken. Rufen Sie anschließend unter „Geräte“ den Befehl „Gasterweiterungen einlegen...“ auf und folgen Sie den Anweisungen.

Gemeinsame Ordner hinzufügen 

Um nun ein Verzeichnis für die gemeinsame Nutzung von Host- und Gast-PC einzurichten, gehen Sie zu „Geräte –› Gemeinsame Ordner –› Gemeinsame Ordner“. Es öffnet sich das „Einstellungen“-Fenster. Klicken Sie oben rechts auf das blaue Ordner-Symbol mit dem grünen Pluszeichen. Es öffnet sich ein neues Fenster: Hier wählen Sie im obersten Aufklappfeld nach einem Klick auf „Ändern...“ den Ordner-Pfad auf der Festplatte des Host-PCs aus.

Gehen Sie dazu im Explorer-Fenster zu dem gewünschten Verzeichnis und klicken Sie auf „Ordner auswählen“. In unserem Beispiel ist das der Ordner „Austausch-VM“ auf dem Laufwerk „E:“. Der Ordnername wird automatisch übernommen, kann aber angepasst werden. Die Option „Nur lesbar“ macht nur Sinn, wenn der Austausch von Host- zu Gast-PC eine Einbahnstraße sein soll. Aktivieren Sie „Automatisch einbinden“, um den Austauschordner beim Start der VM direkt verfügbar zu haben. Als „Einbindepunkt“ geben Sie einen Laufwerksbuchstaben an, etwa „Z:“ und setzen ein Häkchen vor „Permanent erzeugen“. Dann steht der Austauschordner direkt als Laufwerk im Explorer der Windows-VM beziehungsweise dem Dateimanager unter Linux zur Verfügung. Bestätigen Sie zum Abschluss mit einem Klick auf „OK“. Der neue Austauschordner wird im Fenster „Gemeinsame Ordner“ angezeigt. Auf Wunsch fügen Sie weitere Austauschordner hinzu. Mit „OK“ verlassen Sie das Fenster.

Siehe auch:  Das Home-Office in einem virtuellen PC

Zugriff auf den Austauschordner 

Sind die gewünschten Verzeichnisse über „Geräte –› Gemeinsame Ordner –› Gemeinsame Ordner“ hinzugefügt, sind sie direkt im Windows-Gast-System verfügbar. Öffnen Sie mit der Tastenkombination Windows-E den Explorer und klicken Sie links in der Leiste auf „Dieser PC“. Im rechten Fensterbereich sehen Sie den oder die Austauschordner unter „Netzwerkadressen“. Per Doppelklick können Sie den Ordner öffnen und beliebige Dateien Kopieren, Verschieben, Umbenennen und Löschen – ganz so, als wäre es ein lokales Verzeichnis auf einem Datenträger.

Hinweis: Ohne die aktivierten Optionen „Automatisch einbinden“ und „Permanent erzeugen“ beim Einrichten des Austauschordners, müssen Sie das Bereitstellen selbst erledigen. Dazu fügen Sie die gemeinsamen Verzeichnisse über die Netzwerkumgebung hinzu. Wählen Sie im Explorer „Computer –› Netzlaufwerk verbinden“. Rechts neben „Ordner“ klicken Sie auf „Durchsuchen“. Im nächsten Fenster „Ordner suchen“ klicken Sie auf den Eintrag „Virtual Box Shared Folders“ und darunter auf die jeweilige Freigabe. Bestätigen Sie mit einem Klick auf „OK“. Im Fenster „Netzlaufwerk verbinden“ weisen Sie dem gemeinsamen Ordner noch einen Laufwerksbuchstaben über das Aufklappfeld „Laufwerk" zu und setzen ein Häkchen vor „Verbindung bei Anmeldung wiederherstellen“. Ein Klick auf den Button „Fertig stellen“ schließt die Konfiguration ab. 

Im Explorer taucht das neue Laufwerk unter „Netzlaufwerke“ auf. Alternativ nutzen Sie die Kommandozeile: Unter Windows öffnen Sie mit der Tastenkombination Windows-R, dem Befehl „cmd“ und einem Klick auf „OK“ ein Kommandozeilenfenster. Tragen Sie dort die Befehlszeile ein net use Z:\\vboxsvr\<Name_ des_Ordners>. Dabei steht das Zeichen Z: für den Laufwerkbuchstaben, den die Freigabe erhalten soll, und <Name_des_ Ordners> für den Namen, den Sie für den Austauschordner vergeben haben.

Um ein USB-Gerät im Gast-System verwenden zu können, muss die Virtualisierungssoftware entsprechende Controller unterstützen. Diese müssen Sie in Virtualbox per Extension Pack separat installieren.
Vergrößern Um ein USB-Gerät im Gast-System verwenden zu können, muss die Virtualisierungssoftware entsprechende Controller unterstützen. Diese müssen Sie in Virtualbox per Extension Pack separat installieren.

Auf USB-Medien zugreifen

Mit dem kostenlosen Extension Pack von Virtualbox  aktivieren Sie die USB-Erweiterung und können anschließend auch USB-Geräte in einer virtuellen Maschine nutzen. Binden Sie das Extension Pack über „Datei –› Einstellungen –› Zusatzpakete“ in Virtualbox ein. Wählen Sie danach die gewünschte virtuelle Maschine aus und klicken Sie rechts oben auf „Ändern“. Gehen Sie im folgenden „Einstellungen“-Fenster im linken Bereich auf den Punkt „USB“.

Im rechten Fensterbereich setzen Sie ein Häkchen vor „USB-Controller aktivieren“ und schalten darunter die Option „USB 3.0-Controller (xHCI)“ beziehungsweise „USB 2.0 (OHCI + EHCI) Kontroller“ an, falls Ihr PC keine USB-3.0-Schnittstellen besitzt. Um das gewünschte USB-Gerät nun in der virtuellen Maschine einsetzen zu können, müssen Sie es auswählen. Dazu gehen Sie im virtuellen PC auf „Geräte –› USB“, folgen dem Pfeil und wählen aus den angezeigten Geräten den gewünschten USB-Stick aus. Erst danach wird der Flash-Speicher tatsächlich von der virtuellen Maschine unterstützt. Beachten Sie, dass er gleichzeitig für den Host-PC nicht mehr erreichbar ist. Indem Sie die Aktivierung lösen, können Sie den mobilen Speicher über den Host-Rechner wieder nutzen.

Tipp: Während der Arbeit im virtuellen PC nutzen Sie stets eine USB-Gerätekategorie wie etwa USB-Sticks. Die manuelle Aktivierung in der VM ist Ihnen deshalb auf Dauer zu umständlich. Um ein Gerät am USB-Port des Host-PCs automatisch für den Einsatz in der virtuellen Maschine als einsatzbereit zu kennzeichnen, müssen Sie in der VM einen USB-Filter setzen. Sie finden die Funktion unter „Einstellungen –› USB“. Klicken Sie unter „Filter für USB-Geräte“ auf das Pluszeichen, um einen neuen Filter zu definieren. Wählen Sie das gewünschte USB-Gerät aus und klicken Sie „OK“.

Tipp: Testversionen in der VM unlimitiert nutzen

Zwischenablage verwenden 

Die Funktionen der Zwischenablage wie Kopieren eines zuvor markierten Textes mit den Tastenkombinationen Strg-C und Einfügen mit Strg-V funktionieren auch zwischen dem Host- und Gast-Betriebssystem. Standardmäßig ist die gemeinsame Zwischenablage ausgeschaltet. Zum Aktivieren klicken Sie bei einem laufenden virtuellen PC unter „Geräte“ auf den Menübefehl „Gemeinsame Zwischenablage“. Die Einstellung „Bidirektional“ sorgt dafür, dass sich Inhalte der Zwischenablage in beide Richtungen austauschen lassen. Hier schalten Sie die gemeinsame Zwischenablage auch wieder komplett ab („deaktiviert“) beziehungsweise legen die Richtung fest – „Host zu Gast“ oder „Gast zu Host“.

Dateientausch per Drag & Drop 

Bereits ab Version 5.0 unterstützt Virtualbox auch Drag & Drop, um Daten zwischen dem Host und seinen virtuellen Gästen auszutauschen. Bei einer laufenden virtuellen Maschine gelangen Sie über „Geräte –› Drag und Drop“ zu den Einstellungen.

Neben der standardmäßigen Option „deaktiviert“ stehen drei Modi zur Verfügung: „Host zu Gast“, „Gast zu Host“ und „bidirektional“ – also der Austausch in beide Richtungen. Wählen Sie die gewünschte Betriebsart aus. Sie ist direkt im Anschluss ohne Neustart der virtuellen Maschine aktiv. Ab jetzt lassen sich Dateien per Ziehen und Ablegen zwischen Host und Gast mit der Maus austauschen. 

Brennen im virtuellen PC

Virtualbox kann einen im Host-PC vorhandenen CD-/DVD-Brenner direkt ansprechen. So können Sie mit einer entsprechenden Brennsoftware wie CD Burner XP Rohlinge für den Datenaustausch beschreiben.

Öffnen Sie Virtualbox und klicken Sie links auf den virtuellen PC, für den die Brennunterstützung aktiviert werden soll. Danach genügt ein Klick rechts im Fenster auf den blauen Textlink „CD/DVD-ROM“, um die Einstellungen von Virtualbox zu öffnen. Hinter „CD/DVD-Laufwerk des Hosts“ wählen Sie den Laufwerksbuchstaben des Brenners aus. Setzen Sie ein Häkchen vor „Passthrough aktivieren“ und klicken Sie auf den Button „OK“. Das Einbinden von externen Brennern am USB-Port funktioniert wie im Abschnitt „Auf USB-Medien zugreifen“ beschrieben.

Die Themen in Tech-up Weekly #198:

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Fail der Woche

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