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Workshop: Videos mit Digiarty Videoproc bearbeiten

17.10.2021 | 08:01 Uhr | Verena Ottmann

Haben Sie auch zig Videos auf dem Smartphone, die Sie gerne mal schön aufbereiten möchten? Wir sagen Ihnen in unserem Workshop, wie das geht.

Sie möchten Urlaubsfilme und andere Videoerinnerungen, die Sie mit dem Smartphone aufgenommen haben, hübsch aufbereitet auf DVD sichern, um sie für die Nachwelt zu erhalten? Wir erklären Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie mit Digiarty Videoproc  Ihre eigenen Clips optimieren und schneiden. Das Programm kann neben der Videobearbeitung auch DVDs und ISOs konvertieren sowie Videos aus verschiedenen Onlinequellen herunterladen und den Bildschirminhalt aufzeichnen. In unserem Workshop haben wir uns allerdings mit der Videobearbeitung beschäftigt: Wir zeigen Ihnen, wie Sie aus mehreren Clips, die mit einem Smartphone aufgenommen worden sind, einen langen Film machen. Die einzelnen Clips werden dafür vorher bearbeitet und zurechtgestutzt.

Die Reihenfolge und das Ausgabeformat wählen

In der Hauptansicht von Videoproc finden Sie alle geladenen Clips der Abspielreihenfolge nach aufgelistet. Über die Pfeile rechts daneben ändern Sie die Reihenfolge, in- dem Sie das Video nach oben oder unten verschieben.
Vergrößern In der Hauptansicht von Videoproc finden Sie alle geladenen Clips der Abspielreihenfolge nach aufgelistet. Über die Pfeile rechts daneben ändern Sie die Reihenfolge, in- dem Sie das Video nach oben oder unten verschieben.

Um die Videobearbeitung zu starten, klicken Sie in der Hauptansicht von Videoproc auf das Filmrollensymbol (Video). Laden Sie die gewünschten Clips über „+Video“ in das Programm oder ziehen Sie die Dateien mit der Maus in das Fenster. Sie erscheinen anschließend untereinander aufgelistet im Hauptfenster. Wenn Sie die Abspielreihenfolge der Clips ändern möchten, dann verwenden Sie die Pfeile rechts neben jedem Eintrag, um einen Clip nach oben oder unten zu verschieben.

Über die untere Navigationsleiste können Sie das Ausgabeformat Ihrer Clips ändern – etwa in MP4/H264, MP4/Mpeg4, AVI oder Divx für Video sowie MP3, FLAC oder AAC für Audio. Danach gelangen Sie über das Zahnradsymbol bei jedem Format in eine Detailansicht. Dort finden Sie weitere Einstelloptionen etwa für die Bitrate und die Bildrate des Videocodecs oder die Abtastrate des Audiocodecs. Haben Sie hier etwas verändert, bestätigen Sie mit „Fertig“ oder „Auf alle anwenden“, falls Sie alle gelisteten Clips entsprechend verändern möchten. Als letzten Punkt bestimmen Sie rechts unten im Hauptfenster noch den Speicherort über „Ausgabeordner“. Hier navigieren Sie mit „Browsen“ einfach zum gewünschten Zielverzeichnis. „Öffnen“ bringt Sie zum aktuell ausgewählten Speicherort.

Siehe auch: Tipps zum Videoschnitt am Smartphone

Helligkeit, Kontrast und Farben anpassen

Videoproc bietet Ihnen verschiedene Ausgabeformate und Codecs für Ihre fertigen Clips an, die sowohl Video als auch Audio betreffen. Sogar eine gerätespezifische Konvertierung ist möglich.
Vergrößern Videoproc bietet Ihnen verschiedene Ausgabeformate und Codecs für Ihre fertigen Clips an, die sowohl Video als auch Audio betreffen. Sogar eine gerätespezifische Konvertierung ist möglich.

Bevor Sie Ihre Videos zu einem Film zusammenfügen, wollen Sie die einzelnen Clips in der Regel bearbeiten und eventuell schneiden. Wichtig: Die Bearbeitung ist erst möglich, wenn Sie ein Zielformat (siehe oben) ausgewählt haben. Außerdem müssen Sie bei Videoproc jedes Video einzeln bearbeiten und die Änderungen jedes Mal mit einem Klick auf „RUN“ umsetzen lassen, was seine Zeit dauert. Eine Stapelverarbeitung – wie etwa alle Clips mit dem gleichen Filter zu versehen – ist leider nicht möglich. Hier empfehlen wir, den fertig montierten Film entsprechend zu bearbeiten.

Meist ist es jedoch nur notwendig, die Helligkeit, den Kontrast und die Farben einzelner Clips anzupassen, um einen möglichst homogenen Film zu erhalten. Möchten Sie also ein Video beispielsweise aufhellen, klicken Sie bei dem entsprechenden Eintrag auf das Zauberstabsymbol „Effekt“, um die Bearbeitungswerkzeuge zu öffnen. Alternativ gelangen Sie ebenfalls über „Option“, den Reiter „Video bearbeiten“ und die Schaltfläche „Effekte“ dorthin. Hier haben Sie die Auswahl zwischen verschiedenen Filtern wie „Graustufen“, „Vignette“ oder „Relief“ und können zudem die Bildparameter Helligkeit, Kontrast, Farbton, Gamma und Sättigung manuell per Schieberegler anpassen. Die Auswirkung auf den Clip sehen Sie sogleich im Vorschaubild, wobei dies jedoch nur funktioniert, wenn der Clip läuft. Im Anschluss daran dürfen Sie das Video stoppen, um etwa Details Ihrer Anpassungen zu betrachten.

Im Bearbeitungsmenü „Effekt“ sind verschiedene Filter und Schieberegler, mit denen Sie das Aussehen Ihrer Videos verändern können. Gefällt eine Anpassung nicht, lässt sie sich einfach rückgängig machen.
Vergrößern Im Bearbeitungsmenü „Effekt“ sind verschiedene Filter und Schieberegler, mit denen Sie das Aussehen Ihrer Videos verändern können. Gefällt eine Anpassung nicht, lässt sie sich einfach rückgängig machen.

Für das Anheben der Helligkeit ziehen Sie also die Regler „Helligkeit“ und „Gamma“ nach rechts, bis Sie mit dem Ergebnis zufrieden sind. Passen Ihnen die Farben nicht, betätigen Sie die Regler „Farbton“ und „Sättigung“. Über „Zurücksetzen“ entfernen Sie alle Änderungen, mit „Fertig“ bestätigen Sie sie, und mit „RUN“ wenden Sie sie an.

Einzelne Videos schneiden und croppen

Sie dürfen die einzelnen Videoclips auch in der Länge schneiden beziehungsweise Schnipsel daraus entnehmen und zusammenfügen. Videoproc bietet dazu ein einfaches Werkzeug mit zwei Markern.
Vergrößern Sie dürfen die einzelnen Videoclips auch in der Länge schneiden beziehungsweise Schnipsel daraus entnehmen und zusammenfügen. Videoproc bietet dazu ein einfaches Werkzeug mit zwei Markern.

Um einen Film möglichst interessant zu machen, sollten Sie nicht einfach alle Einzelclips aneinanderreihen, sondern nur einen oder mehrere Teile daraus auswählen. Videoproc bietet dafür ein einfaches Werkzeug, mit dem sich Clips schneiden lassen. Klicken Sie hierzu in der Clip-Übersicht beim betreffenden Clip auf „Schneiden“, um eine Zeitleistenansicht des Clips zu öffnen. Über die grünen Marker am Anfang und am Ende der Zeitleiste bestimmen Sie den Start und das Ende des Clips, mit „Schneiden“ entnehmen Sie eine Kopie dieses Schnipsels, die daraufhin unter der Hauptansicht aufgelistet wird. Auf diese Weise lassen sich auch mehrere Stückchen aus einem Clip entnehmen, wobei Videoproc alle Einzelschnipsel am Ende zu einem Clip zusammenfügt. Die Einzelschnipsel lassen sich in der Übersicht noch bearbeiten. Sind Sie mit dem Ergebnis zufrieden, bestätigen Sie dies mit „Fertig“ und klicken auf „RUN“. Um mit dem geschnittenen Video weiterzuarbeiten, laden Sie es einfach neu in Videoproc und entfernen die Ursprungsversion.

Eine Variante des Videoschnittes ist das „Croppen“, bei dem Sie allerdings nicht die Länge eines Videos, sondern seinen Bildausschnitt beschneiden. Öffnen Sie den entsprechenden Reiter und setzen Sie den Haken bei „Croppen aktivieren“. Über den nun eingeblendeten Rahmen im Originalausschnitt legen Sie den gewünschten Ausschnitt fest. Dabei bieten Ihnen die „Presets“ das freie Croppen an, bei dem Sie den Rahmen einfach mit der Maus nach Gusto verkleinern und verschieben, aber auch definierte Bildformate wie 4:3 oder 16:9. 

Beim Croppen verändern Sie den Bildausschnitt. Da sich dabei das Bildformat jedoch nicht ändert und das Bild effektiv nur vergrößert wird, kann es zu deutlichem Rauschen und zu Unschärfen kommen.
Vergrößern Beim Croppen verändern Sie den Bildausschnitt. Da sich dabei das Bildformat jedoch nicht ändert und das Bild effektiv nur vergrößert wird, kann es zu deutlichem Rauschen und zu Unschärfen kommen.

Die Position des Rahmens lässt sich über vier Positionsangaben detailliert festlegen. In der Vorschau sehen Sie die Auswirkungen, jedoch sollten Sie hier bedenken, dass das Croppen sozusagen einem Digitalzoom gleichkommt: Durch das Beschneiden wird das Video auf das ursprüngliche Format aufgezogen und fehlende Bildteile an den Rändern werden durch schwarze Balken ergänzt. Ist das Ausgangsmaterial etwas schlechter und der Bildausschnitt eher klein, werden Rauschen und Unschärfen deutlich sichtbar. Wollen Sie aber nur die Ränder etwas zuschneiden, sollte dies kein Problem sein. Bestätigen Sie Ihre Änderungen am Schluss mit „Fertig“ und klicken Sie auf „RUN“, um das Video zu beschneiden.

Übrigens: Hochformatvideos müssen Sie nicht notgedrungen croppen, um sie mit Querformat-Clips zu vereinen. Videoproc kann Ihre Videos nämlich auch drehen: Dazu klicken Sie bei einem Video auf „Drehen“. Sie dürfen den Clip dann in 90-Grad-Schritten nach rechts oder links drehen und sogar horizontal oder vertikal spiegeln. Mithilfe von „Fertig“ und „RUN“ setzen Sie die Änderungen um.

Siehe auch: Die besten Kamera-Apps für Android 2021

Als Wasserzeichen dürfen Sie neben einem Timecode und einem Bild auch Text in Ihr Video einbauen. Dafür stehen Ihnen verschiedene Schriftarten, -größen und -farben zur Auswahl.
Vergrößern Als Wasserzeichen dürfen Sie neben einem Timecode und einem Bild auch Text in Ihr Video einbauen. Dafür stehen Ihnen verschiedene Schriftarten, -größen und -farben zur Auswahl.

Wer seine Videos auf Portalen wie Youtube oder auf Social-Media-Plattformen veröffentlichen möchte, tut gut daran, sie mit einem Wasserzeichen zu kennzeichnen. Dadurch schützen Sie sich vor Copyright-Verstößen, und Nutzer erkennen Ihre Videos gleich auf Anhieb in ihrer Timeline. Bei Videoproc haben Sie die Möglichkeit, jedes Einzelvideo mit einem Wasserzeichen zu versehen, beispielsweise wenn Sie Videos unterschiedlicher Urheber verwenden und diese entsprechend kennzeichnen möchten. Alternativ lässt sich natürlich auch der fertige Film einmalig damit versehen. Die Vorgehensweise ist immer gleich: Sie klicken bei einem Clip auf „Wasserzeichen“ und aktivieren die Funktion per Haken. Danach tragen Sie den gewünschten Text in die Zeilen ein, wobei Ihr Wasserzeichen hier maximal dreizeilig sein darf. Passen Sie auf Wunsch noch die Schriftart, die Schriftgröße und die Farbe der Schrift über das Drop-down-Menü mit dem „A“ an.

Als Variante zu einem Text darf Ihr Wasserzeichen auch ein Bild sein, das Sie über den Menüpunkt rechts auswählen. Das Einblenden eines Timecodes ist ebenfalls möglich, allerdings lässt das Programm nur entweder Text oder Bild oder Timecode zu.

Die Position des Wasserzeichens ändern Sie durch Verschieben mit der Maus oder über die vier Positionsangaben in der unteren Zeile. Über den Schieberegler daneben legen Sie die Transparenz der Einblendung fest. Mit „Fertig“ und „RUN“ wandert das Wasserzeichen in den Clip.

Einzelne Videos zu einem Clip zusammenfügen

Mit der Option „Merge“ der Toolbox können Sie alle ausgewählten Videos zu einem Clip zusammenfügen. Das Ausgabeformat ist jedoch immer MP4, und eventuell ist zum Abspielen ein zusätzlicher Codec erforderlich.
Vergrößern Mit der Option „Merge“ der Toolbox können Sie alle ausgewählten Videos zu einem Clip zusammenfügen. Das Ausgabeformat ist jedoch immer MP4, und eventuell ist zum Abspielen ein zusätzlicher Codec erforderlich.

Haben Sie alle Einzelvideos bearbeitet, geschnitten und mit Wasserzeichen versehen, und auch das Ausgabeformat passt, geht es nun daran, alles zu einem Gesamtclip zusammenzufügen. Dazu klicken Sie ganz unten in der Hauptansicht von Videoproc auf den Reiter „Toolbox“ und wählen dort die Option „Merge“. Mit einem Klick auf „RUN“ werden alle Videos, die sich in der Übersicht befinden, zu einem Film zusammenmontiert. Dabei ist allerdings zu beachten, dass der Film immer als MP4 gespeichert wird. Auf möglicherweise fehlende Codecs macht Sie das Programm beim Abspielen aufmerksam. Überdies bietet das Tool Ihnen die Möglichkeit, diese kostenpflichtig nachzuladen. In unserem Beispiel kostete die HEVC-Videoerweiterung 99 Cent.

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