Channel Header
2421369

So finden Sie den Dateityp von reparierten Daten heraus

15.04.2019 | 09:07 Uhr | Peter Stelzel-Morawietz

Nachdem Inhalte der Festplatte nach einem Datenverlust wiederhergestellt wurden, ist es häufig der Fall, dass die Dateistrukturen beschädigt sind und die korrekten Dateibezeichnungen und -endungen fehlen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie die Dateitypen von reparierten Daten herausfinden.

Normalerweise ist die Sache für Windows klar: Wenn Sie eine Datei mit Endungen wie .docx, .jpg oder .zip öffnen möchten, verknüpft das Betriebssystem diese automatisch mit der Textverarbeitung, einer Bildanzeige oder -bearbeitung sowie einem Packtool. Anders dagegen sieht es aus, wenn man den Inhalt seiner Festplatte nach einem Datenverlust wiederhergestellt hat. Denn abhängig von der Art und Weise beim Löschen und den zwischenzeitlich vorgenommenen Operationen bekommen Sie zwar die eigentlichen Inhalte weitgehend zurück, die Dateistrukturen aber sind häufig beschädigt. Demzufolge fehlen auch die korrekten Dateibezeichnungen und -endungen.

Bei oftmals vielen Tausenden Dateien macht es nun wenig Sinn, durch manuelles Erweitern auszuprobieren, welche Endung die richtige sein könnte – das ist wie die berühmte Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Einfacher haben Sie es da mit dem Tool Tridnet, das den Typ einer Datei anhand ihrer binären Signatur identifiziert. Die Software verwendet dafür eine Datenbank mit wiederkehrenden Mustern; rund 11 000 Arten werden aktuell unterstützt.

Die Tridnet-Software oder -Webseite verrät, welcher Dateityp sich hinter einer beschädigten Datei versteckt. Das funktioniert auch ohne Dateiendung.
Vergrößern Die Tridnet-Software oder -Webseite verrät, welcher Dateityp sich hinter einer beschädigten Datei versteckt. Das funktioniert auch ohne Dateiendung.

Zur Analyse stehen Ihnen zwei Wege offen, online oder offline. Möchten Sie die Dateiart nur von einzelnen Dateien identifizieren, beispielsweise weil Ihnen eine Mail mit Dateianhang suspekt vorkommt, entscheiden Sie sich für die Browservariante. Auf der Seite über http://mark0.net/onlinetrid.html wählen Sie die Datei unbekannten Typs über „Durchsuchen“ und lassen sie mit „Start“ analysieren. Beachten Sie bitte, dass sich online nur Dateien mit einer Größe von weniger als zehn MByte prüfen lassen.

Diese Einschränkung besteht beim Check mit der Windows-Software nicht. Für die Offline-Nutzung entpacken Sie Tridnet in ein Verzeichnis Ihrer Wahl auf der Festplatte. Aus dem Internet laden Sie nun das neueste Signaturarchiv herunter und entpacken die darin enthaltene XML-Datei ebenfalls in dieses Verzeichnis. Starten Sie nun die Analysesoftware per Doppelklick auf die Anwendung „TrIDNet“ und lesen Sie die Signaturen, falls das Programm dies nicht automatisch erledigt hat, über die „Browse“-Schaltfläche unten ein. Ganz wichtig ist hierbei, den Unterordner „Defs“ zu wählen.

Wenn Sie eine zu analysierende Datei nun mit der Maus ins Programmfenster ziehen, wird diese automatisch analysiert und das Ergebnis erscheint im „Type“-Feld. Den Grad der Übereinstimmung, mit welcher Wahrscheinlichkeit also die betreffende Datei zu einem bestimmten Dateityp passt, sehen Sie ganz vorne in der Spalte „Match“. Ist die Zuordnung eindeutig, erscheinen bei einem Dateityp „100 %“.

Die Online-Datenbank File Extension Seeker „übersetzt“ unbekannte Dateiendungen, um schnell passende Programme für das Öffnen und Bearbeiten zu finden.
Vergrößern Die Online-Datenbank File Extension Seeker „übersetzt“ unbekannte Dateiendungen, um schnell passende Programme für das Öffnen und Bearbeiten zu finden.

Und was können Sie nun mit dieser Erkenntnis anfangen? Bei bekannten Dateiendungen wie „.docx“, „.zip“ oder ähnlich ist die Sache wieder einfach: Nachdem Sie die Dateiendung durch Drücken der F2-Taste („Umbenennen“) korrigiert haben, genügt ein Doppelklick zum Öffnen des zugehörigen Programms. Bei unbekannten oder nicht verknüpften Endungen hilft die Onlinesuche File Extension Seeker weiter. Falls Windows auf Ihrem PC die Dateiendungen im Windows Explorer nicht anzeigt, klicken Sie oben auf „Ansicht –› Optionen –› Ansicht“ und deaktivieren in der Liste den Eintrag „Erweiterungen bei bekannten Dateitypen ausblenden“.

Tipp: Datenrettung - Gelöschte Dateien wiederherstellen

PC-WELT Marktplatz

0 Kommentare zu diesem Artikel
2421369