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So erkennen Sie Stalkerware auf dem Smartphone

30.06.2020 | 13:02 Uhr | Arne Arnold

Der Begriff Stalking bezeichnet das wiederholte Verfolgen oder Belästigen einer Person. Das geht nicht nur im direkten Kontakt, sondern auch per Smartphone, wenn der Stalker heimlich Stalkerware auf das Handy aufspielt.

Besonders häufig sind Frauen davon betroffen. Auf das Problem von Stalkerware macht unter anderem die Initiative Sicher im Netz und ihr Mitglied Kaspersky aufmerksam. Gemeinsam geben sie Tipps, wie Sie Stalkerware erkennen und darauf richtig reagieren. Wir geben die empfehlenswerten Tipps hier wieder. 

Grundsätzlich gilt: Durch sogenannte Stalkerware erhält ein Täter Zugang zu allem, was auf dem Smartphone des Opfers passiert. Ohne Wissen oder Zustimmung des Geräteinhabers können so Nachrichten, Fotos und Videos sowie der Standortverlauf einfach und meist remote ausgelesen werden.

Laut einer aktuellen Analyse des Sicherheitsexperten Kaspersky wurden 2019 weltweit insgesamt 67.500 mobile Nutzer mit Hilfe von Stalkerware attackiert. Deutschland steht mit einem Zuwachs von 77 Prozent im Vergleich zum Vorjahr im weltweiten Vergleich an dritter Stelle – in Europa sogar an erster Stelle. 

Eine Antivirensoftware für Android kann Stalkerware aufspüren und beseitigen.
Vergrößern Eine Antivirensoftware für Android kann Stalkerware aufspüren und beseitigen.

Es gibt Warnzeichen, die auf Stalkerware hinweisen: 

Datenverbrauch ist gestiegen: Stalker-Apps übertragen im Hintergrund Daten. Wenn also ein plötzlicher Anstieg des Verbrauchs entdeckt wird, ist dies ein mögliches Anzeichen für Handy-Spionage. 

Smartphone langsam, Akkuleistung sinkt: Nicht nur der Datenverbrauch wird von den Hintergrundaktivitäten beeinflusst, sondern auch die Leistung des Smartphones. Wenn ein Gerät plötzlich auffallend langsam wird oder ständig aufgeladen werden muss, könnte dies auf eine heimlich installierte Stalkerware hindeuten. 

Unbekannte Apps: Wer bei regelmäßigen Aufräumaktionen im eigenen Smartphone über Apps stolpert, die er nicht selbst installiert hat, könnte Opfer einer Stalkerware-Attacke sein. 

Hintergrundgeräusche beim Telefonieren: Wiederkehrende Hintergrundgeräusche, die Telefonierende sich nicht erklären können, deuten eventuell auf ein Abhören oder Aufzeichnen von Telefonaten hin. 

Jemand weiß zu viel: Kommt es häufiger vor, dass Bekannte, Freunde oder (Ex-)Partner mehr wissen, als sie eigentlich sollten? Dann könnte jemand eine digitale Wanze im Smartphone installiert haben. Das sind die ersten Maßnahmen bei einem Stalkerware-Verdacht: 

Apps prüfen: Sehen Sie sich alle Apps auf Ihrem Endgerät an – welche Anwendungen nehmen wie viele Ressourcen in Anspruch? Googeln Sie im Zweifel die Namen der Apps. 

Virenscanner starten: Installieren Sie einen Virenscanner für Android, und starten Sie einen Scan. Empfehlenswerte Virenscanner finden Sie hier.  

Stalkerware nicht einfach löschen: Wenn Sie Stalkerware eigenständig löschen, bekommt der Täter dies mit und ist vorgewarnt. Die Webseiten Polizei-Beratung.de oder Stopstalkerware der Koalition gegen Stalkerware bieten erste Hilfestellung und Kontakte zu Anlaufstellen. Wenn Sie dennoch auf eigene Faust gegen das Cyberstalking vorgehen wollen, empfiehlt sich ein Zurücksetzen aller Geräte auf die Werkseinstellungen. Die Anschaffung neuer Geräte ist die sicherste Methode. 

Auf der Website www.polizei-beratung.de finden Opfer von Stalking wichtige Infos, wie sie sich gegen die Verfolgung wehren und schützen können.
Vergrößern Auf der Website www.polizei-beratung.de finden Opfer von Stalking wichtige Infos, wie sie sich gegen die Verfolgung wehren und schützen können.

Passwörter ändern: Bei einem konkreten Stalking-Verdacht ist es schwierig, das Ausmaß der Aktivitäten richtig einzuschätzen. Um es dem Täter so schwer wie möglich zu machen, ändern Sie am besten Ihre Passwörter. Nutzen Sie sichere Passwörter, richten Sie eine Zwei-Faktor-Authentifizierung ein. 

Geheime Mailadresse: Erwägen Sie die Erstellung einer neuen, nur Ihnen bekannten EMail-Adresse und verknüpfen Sie Ihre wichtigsten Konten mit dieser. 

Kamerazugriff einschränken: Schalten Sie diese Berechtigung für alle Anwendungen aus, die keinen Zugriff auf Ihre Webcam benötigen. Unter Android 10 geht das über „Einstellungen –› Datenschutz –› Berechtigungsmanager –› Kamera“. 

Zweithandy besorgen: Erwägen Sie, sich für die Zeit Ihrer Recherchen ein zweites Handy mit neuer SIM-Karte zu besorgen, mit dem Sie vertrauliche Dinge erledigen. Einfach Handys nur zum Telefonieren gibt es schon ab 20 Euro. 

Verdächtige Person meiden und melden: Generell sind Sie gut beraten, bei jeder Form von Stalking oder Belästigung im Internet die „IBM-Regel“ anzuwenden: Ignorieren, Blockieren, Melden.

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