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So optimieren Sie Ihre Windows-Firewall

21.03.2017 | 13:06 Uhr |

Die digitale Schutzmauer von Windows hat einen schlechten Ruf – doch zu Unrecht. Richtig eingestellt und mit Zusatztools ergänzt, schützt die Firewall zuverlässig. Wir zeigen, wie Sie das Windows-Bordmittel am besten nutzen.

Wenn ein Angreifer einen Rechner unter seine Kontrolle bringen will, dann muss er fast immer eine Firewall überwinden. Die vergangenen Jahre haben dabei gezeigt, dass das sehr schwer ist. Denn moderne Firewall-Hardware und -Software funktionieren sehr zuverlässig.

Doch trotz des guten Firewall-Schutzes gelingt es Angreifern immer wieder, einen Rechner zu übernehmen. Der Grund: Statt von außen ein Loch in die Firewall zu bohren, umgehen sie den Schutzwall einfach. Am häufigsten funktioniert das über Schadcode, den sie entweder per Mail auf den Rechner schleusen oder über eine Website aufs System bringen. Angreifer nutzen also eine der zu Recht offenen Türen der Firewall und tricksen dort den Türsteher, das Antivirenprogramm, aus. Hat der Besitzer des Rechners den Schadcode dann gestartet, so befindet dieser sich ja bereits hinter der Firewall. Sie ist damit bereits so gut wie ausgehebelt. Schützen könnte Sie jetzt nur noch ein gutes Antivirenprogramm, das den Schadcode erkennt und zuverlässig blockiert.

Doch auch wenn sich eine Firewall umgehen lässt, ist das kein Grund, auf sie zu verzichten. Sie muss eben zwingend durch einen Virenschutz ergänzt werden.

Aufgaben und Schwachstellen der Windows-Firewall

Die Windows-Firewall lässt jedes Programm Daten ins Internet senden. Alarm schlägt sie wie in dieser Abbildung nur, wenn ein Tool einen Port öffnen und Daten aus dem Internet empfangen möchte, die es zuvor nicht angefordert hat.
Vergrößern Die Windows-Firewall lässt jedes Programm Daten ins Internet senden. Alarm schlägt sie wie in dieser Abbildung nur, wenn ein Tool einen Port öffnen und Daten aus dem Internet empfangen möchte, die es zuvor nicht angefordert hat.

In einem Heimnetz hat Ihr PC in der Regel bereits eine recht zuverlässige zusätzliche Firewall. Sie steckt in Ihrem DSL-oder Kabel-Router, und sie sorgt dafür, dass nur Datenpakete in Ihr Heimnetz gelangen, die zuvor von einem Ihrer PCs angefordert wurden.

Schwachstelle: Was die Windows-Firewall nicht bietet, ist ein Warnsystem zu jenen Programmen, die Daten ins Heimnetz oder ins Internet aussenden und unter Umständen anschließend auch empfangen. Darauf hat Microsoft wohl bewusst verzichtet, um die Bedienung der Firewall einfach zu halten. Denn auf einem PC mit Windows 10 und einer Handvoll installierter Programme kommen schnell 30 und mehr Tools zusammen, die mehr oder weniger häufig Daten ins Internet senden. Selbst fortgeschrittene Anwender wissen nicht immer zuverlässig, welches Programm zu Recht eine Verbindung ins Internet wünscht.

Konkret heißt das: Jedes Programm, das sich auf dem PC befindet, darf eine Verbindung ins Internet aufbauen und in der Folge dann von dort Daten empfangen. Wenn Sie beispielsweise einen neuen Browser installieren, dann darf dieser ohne Weiteres eine Website kontaktieren und die Inhalt der Website dann aus dem Internet empfangen.

Trotz Routerschutz bleibt die Windows-Firewall sinnvoll. Das gilt zumindest immer dann, wenn Sie weitere Rechner im Heimnetz betreiben. Für und gegen diese kann die Windows-Schutzmauer ebenfalls Regeln aufbauen. Möchten Sie etwa einem zweiten Rechner im Heimnetz Zugriff auf einen Ordner gewähren, dann müssen Sie für diesen eine Tür in der Firewall öffnen. Wie das geht verrät dieser Ratgeber .

Windows-Firewall: Volle Sicherheit mit Bordmitteln

Warnungen gibt es nur bei Serverdiensten

In der Systemsteuerung von Windows überprüfen Sie, ob die Windows-Firewall aktiv ist. Von hier aus können Sie auch ein komplettes Protokoll der Firewall aufrufen und Regeln für Serverprogramme erstellen.
Vergrößern In der Systemsteuerung von Windows überprüfen Sie, ob die Windows-Firewall aktiv ist. Von hier aus können Sie auch ein komplettes Protokoll der Firewall aufrufen und Regeln für Serverprogramme erstellen.

Völlig schweigsam ist die Windows Firewall allerdings nicht. Sie meldet sich immer dann, wenn ein Programm einen Serverdienst startet und dafür einen Port, also eine Tür in der Firewall, öffnen will. Ein Serverdienst hat die Eigenschaft, dass er Daten empfangen kann, die er zuvor nicht angefordert hat. Im Internet ist ein Webserver ein typisches Beispiel. Er stellt Webseiten bereit, die sich Surfer ungefragt abholen. Im Heimnetz ist ein FTP-Server für den Datenaustausch nicht unüblich.

Sie können das Verhalten der Windows-Firewall leicht selbst testen, indem Sie etwa einen FTP-Server auf Ihrem Windows-PC installieren und starten. Einfach in der Handhabung ist etwa der Quick ’n‘ Easy FTP Server Lite. Sie starten den Server über einen Klick auf den Startknopf links oben. Anschließend erscheint die Warnung der Windows Firewall, in der Sie dem FTP-Programm das Öffnen eines Ports erlauben oder verbieten können.

Wenn Sie nicht nur über solche Servertools informiert werden möchten, sondern auch über alle anderen Programme, dann benötigen Sie Zusatztools. Hier kommt etwa das Tool Comodo Firewall infrage oder eine Erweiterung für die Windows-Firewall. Empfehlenswert ist das Sphinx-Tool Windows 10 Firewall Control Free , das – anders, als der Name vermuten lässt – auch unter Windows 7 und 8 funktioniert. Weiter unten finden Sie Tipps zur Sphinx-Firewall. Zunächst erklären wir aber, wie Sie die Windows-Firewall richtig einstellen. Das sollten Sie auf jeden Fall immer dann checken, wenn Sie einen reinen Antivirenschutz ohne eigene Firewall installiert haben, etwa Avira Free Antivirus .

Windows Firewall kontrollieren und konfigurieren

Diese Übersicht besteht bereits seit Windows XP. Sie zeigt, welche Programme Daten aus dem Internet empfangen dürfen. Seit Windows 7 gibt es aber weitere Listen.
Vergrößern Diese Übersicht besteht bereits seit Windows XP. Sie zeigt, welche Programme Daten aus dem Internet empfangen dürfen. Seit Windows 7 gibt es aber weitere Listen.

Wenn Sie keine separate Firewall nutzen und auch keine komplette Sicherheitssuite installiert haben, dann sollten Sie checken, ob die Windows-Firewall auch eingeschaltet ist. Das geht über „Systemsteuerung –> System und Sicherheit –> Windows-Firewall“. Im folgenden Fenster wird angezeigt, ob die Firewall ein-beziehungsweise ausgeschaltet ist. Ist sie ausgeschaltet, dann klicken Sie links auf „Windows Firewall ein-oder ausschalten“ oder auf „Empfohlene Einstellungen“ – die Firewall wird dann ohne weitere Nachfrage eingeschaltet. Die Firewall unterscheidet dabei zwischen einem privaten und einem öffentlichen Netzwerk. Mit welchem Sie verbunden sind, steht rechts neben dem Netzwerk.

Sollten Sie eine Sicherheitssuite mit eigener Firewall installiert haben, zeigt Ihnen die Windows-Firewall an dieser Stelle an, dass sie von der Suite gesteuert wird.

Von hier aus können Sie auch die Regeln für Serverprogramme einsehen und erstellen. Bei den Serverprogrammen handelt es sich um die Tools, die einen Port öffnen wollten. In unserem Beispiel war das der FTP-Server. Klicken Sie links auf „Eine App oder ein Feature durch die Windows-Firewall zulassen“.

Diese Liste gab es in dieser Form bereits in Windows XP. Sie ist sehr kompakt und eignet sich dafür, regelmäßig kontrolliert zu werden. So können Sie prüfen, ob nur erwünschte Tools als Server arbeiten – und Daten von außen empfangen dürfen.

Grundsätzlich gilt zwar: Ein offener Port alleine ist noch keine Sicherheitslücke. Erst wenn der Dienst, der dahinter aktiv ist, einen Bug hat, ist der PC über diesen Port angreifbar. Je weniger Programme solche Serverrechte für die Firewall besitzen und einen Port geöffnet haben, desto besser. Sollten auf dieser Liste Programme auftauchen, deren Namen Ihnen nichts sagen, ist es an dieser Stelle leider nicht möglich, weitere Infos, wie den Dateinamen oder andere nützlich Infos, zu erfahren.

Hilfreicher ist da die erweiterte Ansicht der Windows-Firewall, die es seit Windows 7 gibt. Öffnen Sie sie über „Systemsteuerung –> System und Sicherheit –> Windows Firewall“, und klicken Sie links auf „Erweiterte Einstellungen“. Alternativ drücken Sie die Tasten Windows + R und geben wf.msc ein. Klicken Sie in dem Fenster „Windows-Firewall mit erweiterter Sicherheit“ links auf „Ausgehende Regeln“.

Hier klicken Sie dann auf „Überwachung“ und „Firewall“. In dieser Ansicht sehen Sie alle Regeln, die die Firewall auf ankommende und ausgehende Datenpakete anwendet. Ein Doppelklick auf eine Regel öffnet eine Eigenschaften-Box, in der die festgelegten Einstellungen der Regel angezeigt werden. Änderungen können Sie in dieser Ansicht allerdings nicht vornehmen – dazu müssen Sie im selben Fenster auf der linken Seite auf „Eingehende Regeln“ oder „Ausgehende Regeln“ anklicken.

Seit Windows 8 hat sich die Liste der Tools, die an diesen Stellen mit Serverrechten gelistet sind, vervielfacht. Zum großen Teil handelt es sich dabei um Apps von Microsoft, die auch ohne vorherige Anfrage an ihren Servern von dort Nachrichten empfangen dürfen. Es ist allerdings etwas mühselig, sich hier einen Überblick zu verschaffen.

Windows 10: Die besten Tipps zur Sicherheit

Eingehende Verbindungen komplett sperren

Beim Surfen über eine unsichere Netzwerk-oder WLAN-Verbindung kann die Firewall in Windows vorübergehend sämtliche eingehenden Verbindungen blockieren. Dabei sperrt das System alle ankommenden Verbindungsversuche einschließlich der Software, die in der Liste der zugelassenen Programme steht. Gedacht ist dieser Modus etwa für ein Hotelnetzwerk oder einen öffentlichen Hotspot am Bahnhof oder Flughafen, bei denen man sich eine maximale Absicherung des Rechners wünscht. Den Sperrmodus aktivieren Sie in der Systemsteuerung unter „System und Sicherheit –> Windows-Firewall“. Klicken Sie links auf „Windows-Firewall ein-oder ausschalten“, und setzen Sie ein Häkchen vor „Alle eingehenden Verbindungen blockieren, einschließlich derer in der Liste der zugelassenen Programme“. Sobald Sie wieder mit einem geschützten Netzwerk verbunden sind, entfernen Sie das Häkchen dann wieder.

Bei Verbindungsproblemen: Protokollierung einschalten

In diesem recht versteckten Fenster, aktivieren Sie die ausführliche Protokollierung der Windows-Firewall. Das hilft bei der Analyse von Verbindungsproblemen.
Vergrößern In diesem recht versteckten Fenster, aktivieren Sie die ausführliche Protokollierung der Windows-Firewall. Das hilft bei der Analyse von Verbindungsproblemen.

Damit Sie sehen können, womit sich Ihre Firewall den ganzen Tag herumschlagen muss, aktivieren Sie die Protokollfunktion. Sollten Sie etwa den Verdacht haben, dass Ihr PC Ziel von Angriffen ist – wenn Sie sich etwa mit dem Notebook in ein fremdes WLAN eingeklinkt haben –, können Sie das mit einem Protokoll überprüfen.

Öffnen Sie dazu „Systemsteuerung –> System und Sicherheit –> Windows Firewall“, und klicken Sie links auf „Erweiterte Einstellungen“. Alternativ drücken Sie die Tastenkombination Windows-R und geben wf.msc ein. Es öffnet sich ein Options-und Protokollbereich für die Windows-Firewall. In der mittleren Spalte klicken Sie im Feld „Übersicht“ auf den kleinen blauen Link „Windows-Firewalleigenschaften“.

Wechseln Sie im folgenden Fenster zu dem aktuell gültigen Netzwerkprofil. Wenn Sie sich etwa mit einem fremden WLAN verbunden haben, wäre „Öffentliches Profil“ zuständig. Klicken Sie dann bei „Protokollierung“ auf den Button „Anpassen“, und stellen Sie die beiden Optionen „Verworfene Pakete protokollieren“ und „Erfolgreiche Verbindungen protokollieren“ auf „Ja“. Schließen Sie das Fenster mit „OK“.

Die Protokolleinträge finden Sie anschließend in der linken Spalte des Hauptfensters unter „Überwachung“. Dort führen unter „Privates Profil“ und „Öffentliches Profil“ die Links unter „Protokollierungseinstellungen“ zu den Protokolldateien.

Mit der Glasswire die Windows-Firewall tunen

Die Software Glasswire zeigt Ihnen sehr übersichtlich an, welches Programm wie viel Traffic im Netzwerk verursacht. Diese Auswertung gibt es kostenlos; weiterführende Firewall-Funktionen erhalten Sie nur in der Bezahlversion.
Vergrößern Die Software Glasswire zeigt Ihnen sehr übersichtlich an, welches Programm wie viel Traffic im Netzwerk verursacht. Diese Auswertung gibt es kostenlos; weiterführende Firewall-Funktionen erhalten Sie nur in der Bezahlversion.

Die Shareware Glasswire ist ein Zusatz zur Windows-Firewall und erweitert diese um einige nützliche Funktionen. Empfehlenswert ist das Tool vor allem dann, wenn Sie Einblick in Ihr Trafficvolumen haben möchten. Denn das Tool bereitet die gemessenen Daten sehr übersichtlich auf. Doch die Software stellt den Datenverkehr nicht nur schön dar, Sie können auch den Internetzugriff für einzelne Programme blockieren. Schließlich erhöht das Tool die Systemsicherheit, indem sie etwa über Veränderungen an der Hostdatei informiert oder warnt, wenn eine Datei manipuliert wird. Weiterführende Firewall-Funktionen sind allerdings nur in der kostenpflichtigen Proversion enthalten. Als Informationstool genügt die Freeversion aber allemal.

Programme blockieren: Nach der Installation von Glasswire starten Sie die Bedienerführung des Tools über das Glasswire-Icon im Infobereich rechts unten neben der Windows-Uhr. Die Startseite zeigt auf der Registerkarte „Grafik“ die aktuelle Netzwerkauslastung. Wechseln Sie auf die Registerkare „Firewall“. Dort erscheinen alle Programme, die aktuell und zuletzt eine Verbindung ins Internet oder einen anderen Rechner im heimischen Netzwerk offen hatten. Ein Klick auf das Flammensymbol vor dem Programmnamen blockiert diese Verbindung. Ein weiterer Klick hebt die Sperre auf.

Interessant ist auf dieser Registerkarte noch die Spalte Hosts. Sie zeigt nicht nur die IP-Adressen, zu denen sich ein Programm verbunden hat, sondern zudem auch das Land, dem diese IP-Adresse zugeordnet wird. Im Test in der Redaktion zeigte sich etwa, dass das Microsoft-Tool „ Skype for Business “ sich nur mit einem niederländischen Server verband, Outlook 365 dagegen mit einem niederländischen und einem US-amerikanischen Server. Ist die Spalte unter „Hosts“ leer, steht gerade keine Verbindung an.

Trafficvolumen: Die Registerkarte „Nutzung“ zeigt recht übersichtlich, welche Anwendungen wie viele Daten übertragen. Wer mit seinem Notebook unterwegs ist und dabei eine Datenverbindung über Mobilfunk nutzt, ermittelt damit Trafficfresser. Eine Warnung ab einem bestimmten verbrauchtem Trafficvolumen lässt sich so einschalten.

Warnungen ein-und ausschalten: Klicken Sie auf „Glasswire –> Einstellungen –> Sicherheit“. Dort finden Sie alle Parameter, die Glasswire überwachen kann. Einige davon stehen nur in der Bezahlversion bereit, die meisten sind aber kostenlos. Klicken Sie zunächst auf „Entsperren“, um Zugriff auf die Funktionen zu bekommen. Die Überwachung des Trafficvolumens ist standardmäßig deaktiviert. Sie schalten sie über „Überwachung Bandbreitenabdeckung“ ein. Dort lässt sich auch festlegen, ab welchem Datenverbrauch gewarnt werden soll und von welchem Kalendertag an die Zählung neu gestartet wird. Auch die weiteren Funktionen auf dieser Registerkarte sind einen Blick wert. Sie können sich etwa warnen lassen, wenn die Internetverbindung unterbrochen wird. So ermitteln Sie genau, wie zuverlässig Ihre DSL-Leitung steht.

Funktionsweisen von Firewalls

Eine Firewall, die ihren Namen verdient, arbeitet auf einer eigenen Hardware und befindet sich zwischen dem Internetanschluss (Router) und dem lokalen Netzwerk. Im Heimnetzwerk kommen solche Firewalls so gut wie nie zum Einsatz. In den meisten Fällen wird ein Filter im Router verwendet. Drei Arten der Firewall-Filter stellen wir hier vor.

Paketfilter: Die einfachste Form der Firewall trifft Entscheidungen anhand von Absender-und Zieladressen sowie von angegebenen Ports. Die Analyse der Pakete erfolgt also in der Netzwerkschicht. Die Konfiguration besteht aus manuell erstellten Zugriffslisten mit exakter Angabe von erlaubten Ports und Adressen. Die Firewall hat ansonsten keine Ahnung vom Inhalt der Pakete, und die Zuordnung zu einem Dienst erfolgt nur anhand der angegebenen Portnummer. Die meisten WLAN/DSL-Router lassen sich zu diesem Firewall-Typ konfigurieren. Einige Regeln der Windows-Firewall arbeiten ebenfalls nach diesem Prinzip.

Stateful Packet Inspection (SPI): Anstatt nur den Header von Netzwerkpaketen anzusehen, macht dieser Typ von Firewall die Filterregeln abhängig vom Zustand einer Verbindung. Schickt ein PC aus dem lokalen Netz eine HTTP-Anfrage an einen Webserver im Internet, dann merkt sich die Stateful Packet Inspection diese Anfrage. Die Firewall erlaubt dann Antwortpakete von außen für eine bestimmte Zeit, falls diese an den anfragenden Rechner gehen sollen. Andernfalls wird nicht angeforderter Traffic verworfen. Hochwertige Router, wie etwa die Fritzbox, verwenden SPI, ebenso die Windows-Firewall.

Network Address Translation: Lokale Netzwerke nutzen private Subnetze, beispielsweise 192.168.0.x. Diese Adressen existieren nur in privaten Netzen; im Internet kommen Sie nicht vor und werden dort auch nicht geroutet. An der Schnittstelle zwischen Heimnetz und Internet sitzt der (DSL-)Router. Einer seiner Aufgaben ist die Übersetzung von internen Adressen in externe Adressen. Das System wird Network Address Translation (NAT) genannt. Bei NAT behauptet der Router gegenüber allen Hosts im Internet, dass er der Absender aller Pakete ist, die tatsächlich aber von mehreren Geräten im lokalen Netz stammen. Dazu setzt er die vom Internetprovider zugeteilte, meist dynamische IP-Adresse als Absenderangabe in jedes abgehende Paket ein. Damit die von dort kommenden Antworten das richtige Gerät im LAN erreichen, bekommen eintreffende Pakete wieder die passende Empfängeradresse eingesetzt, die NAT aus einer zuvor erstellen Tabelle entnimmt. NAT ist nicht nur eine Lösung für den IPv4-Adressenmangel, sondern sorgt auch für Sicherheit: Von außen sind die LAN-Teilnehmer nicht über ihre tatsächliche Adresse erreichbar. Ob NAT eine Sicherheitsfunktion ist oder nicht, darüber streiten sich Firewall-Experten. Aus dem Blickwinkel von Praktikern lässt sich sagen: Für Heimnetzwerke, aus denen keine Serverdienste heraus angeboten werden, reicht NAT als Abschirmung gegen unerwünschten Traffic aus. Weitere Infos zu den Feinheiten der Firewall finden Sie hier .

Windows-Firewall als Zwei-Wege-Firewall einrichten

Eine Meldung der Sphinx-Firewall ist nicht gerade leicht verdaulich. Erst nach der Lektüre der FAQ erschließen sich die Optionen des Tools leichter.
Vergrößern Eine Meldung der Sphinx-Firewall ist nicht gerade leicht verdaulich. Erst nach der Lektüre der FAQ erschließen sich die Optionen des Tools leichter.

In Windows ist seit Version 7 ist eine Zwei-Wege-Firewall enthalten. Sie ist auch in der Lage, den ausgehenden Datenverkehr zu regulieren. Aber Achtung: Wenn Sie diese Option einschalten, müssen Sie manuell jedes einzelne Programm eintragen – eine mühselige Aufgabe, bei der man schnell ein wichtiges Tool vergisst, etwa den Updater des Antivirenprogramms.

Die komfortable Lösung: Windows 10 Firewall Control von Sphinx ist eine Ergänzung zu der in Windows eingebauten Firewall. Sie meldet jedes Programm, das Zugriff auf das Internet verlangt, und lässt Sie entscheiden, ob das in Ordnung geht.

Während der Installation können Sie angeben, ob die bisher erlaubten Systemanwendungen auch in der Sphinx-Firewall erlaubt sein sollen. Wenn Sie erst einmal über alle Onlinetools informiert werden wollen, müssen Sie diesen Haken entfernen. Nach der Installation meldet das Tool jede Anwendung, die Daten senden will – so, wie man es von anderen Desktop-Firewalls her kennt.

Das Warnfenster der Firewall ist allerdings auf den ersten Blick verwirrend. Möchten Sie die gemeldete Anwendung ins Internet passieren lassen, etwa weil Sie gerade Ihren Browser gestartet haben und dieser nun von der Firewall als Browsertool gemeldet wird, dann klicken Sie auf der rechten Seite auf „Anwenden“, um dem Browser immer Zugriff zu gewähren, oder auf „1x Anwenden“, wenn er nur für diese Sitzung online sein darf. Auf diese Weise konfigurieren Sie die Firewall Schritt für Schritt. Machen Sie sich aber darauf gefasst, dass es in der ersten Stunde sehr viele Programme sein können, die Onlinezugriff verlangen.

Das Tool ?Sphinx Windows 10 Firewall Control? setzt sich auf die Windows-Firewall drauf und ergänzt sie um eine vollständige Zwei-Wege-Firewall. Das Programm gibt es in einer kostenlosen Basisversion und kostenpflichtig.
Vergrößern Das Tool ?Sphinx Windows 10 Firewall Control? setzt sich auf die Windows-Firewall drauf und ergänzt sie um eine vollständige Zwei-Wege-Firewall. Das Programm gibt es in einer kostenlosen Basisversion und kostenpflichtig.

Darüber hinaus zeigt die Firewall in einem Fenster über dem Infobereich Meldungen zu allen angewendeten Regeln. Das nervt nach kurzer Zeit. Sie stellen die Meldungen in der Sphinx-Firewall unter „Einstellungen –> Hinweisballons nicht zeigen“ ab.

Alternative: Das bringen Sicherheitssuiten und Extra-Firewalls

Die Zahl an alternativen Firewalls ist in den vergangenen Jahren stark geschrumpft. Denn viele Anwender fühlen sich mit der Windows-Firewall und einem Antivirenschutz ausreichend gesichert. Alternativ nutzen etliche Anwender eine komplette Sicherheitssuite, in der Virenschutz und Firewall kombiniert sind. In der Tat kann eine solche Sicherheitssuite oft einige Viren mehr blockieren als ein reines Antivirenprogramm. Da die Suite auch den Netzwerkverkehr analysiert, entdeckt sie schädlichen Code besser. Technisch gesehen nutzen dabei etliche Suiten aber grundsätzlich die Funktionen der Windows-Firewall, denn sie funktioniert mittlerweile schnell und zuverlässig. Die Suiten setzen auf die Windows-Firewall einfach ein eigenes Regelwerk oben drauf.

Wer eine zusätzliche Firewall nutzen möchte, kann etwa den immer noch kostenlosen Klassiker Zonealarm oder das umfangreiche Tool Comodo Firewall nutzen. Beide Tools bieten etwas mehr Funktionen als die Software „Sphinx Windows 10 Firewall Control Free“. Comodo ist in der Nutzung allerdings sehr anspruchsvoll und empfiehlt sich nur erfahrenen Anwendern.

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