2596743

Schutz gegen die versteckte Lese-Nachverfolgung von E-Mails

19.07.2021 | 13:01 Uhr | Peter Stelzel-Morawietz

Als die E-Mail in den 90er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts populär wurde, erschien beim Aufrufen mancher neuer Nachricht der Dialog „Lesebestätigung“. Damit sollte der Adressat mittels Mausklick bejahen, die E-Mail gelesen zu haben. Zwar sind diese offensichtlichen Lesebestätigungen längst aus der Mode gekommen, praktisch alle kommerziellen Newsletter-Versender verfolgen ihre Empfänger allerdings weiterhin, wobei das versteckt geschieht.

Technisch erfolgt dies in aller Regel durch das automatische Nachladen eines „Bildes“ beim Öffnen einer E-Mail. Dabei handelt es sich jedoch gerade nicht um ein klassisches Bild oder eine Grafik, um wie sonst üblich eine elektronische Nachricht aufzuhübschen. Vielmehr verstecken sich in derartigen „Bildern“ Trackingpixel, die beim Aufrufen der E-Mail ohne Zutun der Empfänger über Outlook Code nachgeladen werden. Da jede E-Mail eines Newsletters ein individuelles Pixel enthält, können die Versender Leseverhalten und Interesse jedes einzelnen Adressaten nachvollzielen. Viele Verbraucher dürften sich über diese gängige Praxis überhaupt nicht im Klaren sein. Dieses Nachverfolgen unterbinden Sie, indem Sie das automatische Nachladen von Grafiken blockieren.

So geht’s: In Microsoft Outlook klicken Sie auf „Datei –› Optionen –› Trustcenter –› Einstellungen für das Trustcenter –› Automatischer Download“. Hier aktivieren Sie sämtliche Felder und bestätigen mit „OK –› OK“.

Outlook ermöglicht es, das Nachladen externer Inhalte abzuschalten, und unterbindet dadurch die Lesekontrolle seitens der Absender.
Vergrößern Outlook ermöglicht es, das Nachladen externer Inhalte abzuschalten, und unterbindet dadurch die Lesekontrolle seitens der Absender.

Im Mailprogramm Thunderbird ist das automatische Nachladen standardmäßig deaktiviert. Um die Einstellung zu kontrollieren, klicken Sie im nächsten Schritt bitte auf der Programmoberfläche oben rechts auf die Menüschaltfläche mit den drei Querstrichen und im Folgenden auf „Einstellungen –› Datenschutz & Sicherheit“. Hier sollte der oberste Eintrag „Externe Inhalte in Nachrichten erlauben“ deaktiviert sein. Möchten Sie von diesem generellen Verbot bestimmte Nachrichten, Webseiten oder Absender ausnehmen, lässt sich das mittels der Schaltfläche rechts daneben einstellen. In der Zeile für die Ausnahmen können Sie sowohl die URL einer Webseite als auch eine E-Mail-Adresse eingeben. Abschließend bestätigen Sie mit „Erlauben –› Änderungen speichern“.

Andere Software und Handy-Applikationen zum Mailen bieten Ihnen ähnliche Möglichkeiten an. Bei den Webmailern unterscheiden sich die genauen Einstellungen von Anbieter zu Anbieter. Bei Gmail klicken Sie oben auf das Einstellungen-Zahnrad und im Anschluss daran auf „Alle Einstellungen aufrufen“. Bei „Bilder“ muss die Option „Vor dem Anzeigen externer Bilder fragen“ aktiviert sein, um das Pixeltracking in Newslettern zu blockieren.

Die generelle Einstellung verhindert die Darstellung externer Inhalte im Google- Webmailer, Ausnahmen lassen sich in den jeweiligen Nachrichten vornehmen.
Vergrößern Die generelle Einstellung verhindert die Darstellung externer Inhalte im Google- Webmailer, Ausnahmen lassen sich in den jeweiligen Nachrichten vornehmen.

Tipp: Weiterführende Weblinks sind in Newslettern ebenfalls oft individualisiert. Der Absender sieht also, was Sie anklicken und was Sie folglich interessiert. Um diese Art des individuellen Trackings zu verhindern, kopieren Sie eine eindeutige Phrase aus der E-Mail mit der Maus in die Windows-Zwischenablage. Von dort fügen Sie diese in der Internetsuche dann wieder ein. Google zeigt die entsprechende Quelle meistens sogleich an, schließlich sind die Newsletter-Inhalte ja nicht geheim. Auf diese Weise verpassen Sie nichts Interessantes, werden jedoch nicht nachverfolgt.

Tipp: Die besten E-Mail-Apps für Android

PC-WELT Marktplatz

2596743