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Schnelles DSL führt zu schlechterer Verbindung

19.11.2019 | 14:01 Uhr |

Seit Kurzem haben Sie Ärger mit Ihrer DSL-Verbindung: Umfangreiche Downloads gehen viel langsamer vonstatten als gewohnt, beim Fernsehschauen per IPTV bleibt das Bild häufig einfach sekundenlang stehen oder zeigt deutliche Fehler.

Im Menü der Fritzbox finden Sie das bestätigt: Unter „Internet –› DSL-Informationen –› DSL“ meldet der Fehlerzähler des Routers eine sehr hohe Zahl an nicht behebbaren Fehlern. Beim Blick in die Routereinstellungen fällt Ihnen aber noch etwas auf: In der Übersicht zu den DSL-Informationen wird Ihnen das Verbindungstempo mit knapp über 100 MBit/s angezeigt, obwohl Sie einen VDSL-Tarif haben, der lediglich bis zu 50 MBit/s im Download vorsieht. Als Sie das letzte Mal in der Fritzbox die DSL-Informationen prüften, passte die Angabe des Verbindungtempos noch genau zum vereinbarten Tarif. Ein DSL-Speedtest bringt außerdem zu Tage, dass das reale DSL-Tempo weiterhin dem VDSL-50-Tarif entspricht und nicht in der Nähe von 100 MBit/s liegt. Offensichtlich hängt die hohe Fehlerquote bei der Datenübertragung, die die Fritzbox anzeigt, mit dieser unverlangten DSL-Beschleunigung zusammen.

Die Fritzbox zeigt in ihrem Menü, wie schnell Ihre DSL-Leitung grundsätzlich ist und welches Tempo Ihre Verbindung zum DSLAM des Providers aktuell hat.
Vergrößern Die Fritzbox zeigt in ihrem Menü, wie schnell Ihre DSL-Leitung grundsätzlich ist und welches Tempo Ihre Verbindung zum DSLAM des Providers aktuell hat.

Das Problem kann durch eine Umstellung am DSLAM entstehen, mit dem Ihre Fritzbox verbunden ist. Der DSLAM bietet bietet eine Syncrate mit einer DSL-Bandbreite von 100 MBit/s an, und die Fritzbox verbindet sich mit der entsprechenden Geschwindigkeit. Das tatsächliche Tempo, das bei Ihnen ankommt, wird aber vom Provider nachträglich in der IP-Verbindung an den vereinbarten Vertrag angepasst. Das sehen Sie dann im Fritzbox-Menü unter „Internet –› DSL-Informationen –› DSL“ in der Zeile „Aktuelle Datenrate“. Aufgrund der Länge und Qualität der Leitung zwischen Fritzbox und DSLAM kann es aber vorkommen, dass sich die Übertragung bei dem hohen DSL-Sync verschlechtert, sodass Datenpakete zwar immer noch in der vertraglich vereinbarten Geschwindigkeit eintreffen, aber nicht mehr alle fehlerfrei – was Sie im Fehlerzähler der Fritzbox sehen.

Eine lange Verbindung zwischen Internetrouter und DSLAM des Providers kann zu DSL-Störungen beitragen. Die geschätzte Leitungslänge zeigt die Fritzbox an.
Vergrößern Eine lange Verbindung zwischen Internetrouter und DSLAM des Providers kann zu DSL-Störungen beitragen. Die geschätzte Leitungslänge zeigt die Fritzbox an.
© IDG

Was Sie tun können: Um die Fehlerrate der DSL-Übertragung zu reduzieren und wieder eine stabilere Verbindung zu bekommen, haben Sie im Fritzbox-Menü mehrere Möglichkeiten. In jeder Fritzbox steht Ihnen zum Beispiel das Menü „Störsicherheit“ zur Verfügung. Gehen Sie dazu auf „Internet –› DSL Informationen –› Störsicherheit“. In der Zeile „Angestrebte Störabstandsmarge“ ist üblicherweise der Punkt ganz rechts unter „maximale Performance“ markiert. Klicken Sie nun den Punkt links daneben an und speichern Sie die neuen Einstellungen mit „Übernehmen“. Anschließend prüfen Sie eine gewisse Zeit, ob sich die in der Fritzbox angezeigte Fehlerrate reduziert und die DSL-Verbindung stabil läuft. Tritt keine Verbesserung ein, gehen Sie bei der Störsicherheit immer weiter in Richtung „maximale Stabilität“, bis Sie mit dem Ergebnis zufrieden sind.

Im Reiter „Störsicherheit“ bietet die Fritzbox Möglichkeiten, um eine instabile DSLVerbindung zu verbessern. Seit Fritz-OS 7.1 ist eine neue Option hinzugekommen.
Vergrößern Im Reiter „Störsicherheit“ bietet die Fritzbox Möglichkeiten, um eine instabile DSLVerbindung zu verbessern. Seit Fritz-OS 7.1 ist eine neue Option hinzugekommen.

Eine zweite Möglichkeit haben Sie nach dem Update auf Fritz-OS 7.10 beziehungsweise 7.11: Im Menü finden Sie nun die neue Option „DSL Syncrate begrenzen auf verfügbare Bitrate“. Wenn Sie sie aktivieren, verbindet sich die Fritzbox mit der im Tarif vereinbarten Datenrate mit dem DSLAM, um so die Verbindung zu stabilisieren.

Wenn Ihnen diese Soforthilfemaßnahmen zu aufwendig sind, können Sie warten. In vielen Fällen regelt der Internetprovider nach ein paar Tagen die Sync-Datenrate auf die vertraglich vereinbarte Bandbreite herunter. Schauen Sie nach einiger Zeit deshalb wieder ins Fritzbox-Menü: Liegen nach einem zwischenzeitlichen Resync der DSL-Verbindung die Tempo-Angaben bei „DSLAM-Datenrate Max.“ und „Aktuelle Datenrate“ sehr nahe beieinander, hat der Provider eingegriffen und das passende VDSL-Profil für Ihren Tarif eingespielt. Die in der Fritzbox angezeigten Fehlerraten sollten nun zurückgehen.

Tipp: Fritzbox ausreizen: Mehr machen mit dem Router

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