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SSD & HDD: So wichtig sind Schreib- und Leseraten einer Festplatte

11.03.2022 | 10:16 Uhr |

Festplattenhersteller preisen die „rasend schnellen“ Lese- sowie Schreibgeschwindigkeiten ihrer Speicherlaufwerke gern an. Doch was bedeuten diese Zahlen genau? Wirken sie sich spürbar aufs System aus?

Seit Solid-State-Laufwerke (abgekürzt SSDs) die verbreitetste Form zum Speichern von Daten sind und damit die Festplatten (HDDs) abgelöst haben, schrauben sich Lese- und Schreibwerte immer weiter in die Höhe. Eine herkömmliche HDD erreicht Lese- und Schreibgeschwindigkeiten von 80 bis 160 Megabyte pro Sekunde (MB/s). Je nach dem eingesetzten Flash-Speicher schaffen SSDs hingegen von 320 MB/s bis hin zu Tausenden von MB/s.

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Schreib- und Lesegeschwindigkeit: Der Unterschied

Doch obwohl Lese- und Schreibgeschwindigkeiten oft kombiniert in den technischen Daten zu Festplatten auftauchen, handelt es sich um unterschiedliche Dateiprozesse auf Ihrem Computer. Die Leserate misst, wie schnell Ihr Laufwerk die darauf gespeicherten Dateien „lesen“ beziehungsweise darauf zugreifen kann. Wenn Sie beispielsweise versuchen, eine einzelne Datei zu öffnen, die mehrere Gigabyte groß ist, dann kann eine SSD mit einer höheren Lesegeschwindigkeit die Datei in der Regel schneller starten. Dies trägt dazu bei, die Startzeiten eines Computers wesentlich zu verbessern. Denn das Lesen der großen Dateien, die zum Laden des Betriebssystems erforderlich sind, ist schneller erledigt.

ComDank der Anbindung via PCI-Express steigen die Schreib- und Leseraten von SSDs immens, was flottere Zugriffe und Anwendungen erlaubt.
Vergrößern ComDank der Anbindung via PCI-Express steigen die Schreib- und Leseraten von SSDs immens, was flottere Zugriffe und Anwendungen erlaubt.

Die Schreibgeschwindigkeit hingegen gibt an, wie flott sich eine Datei auf das Laufwerk schreiben lässt. Sie macht sich bemerkbar, wenn Sie eine Datei von einem Ort zum anderen kopieren. Sollten diese Dateien sehr groß sein, wird ein Timer angezeigt, der Ihnen die verbleibende Dauer des Kopiervorganges verdeutlicht. Je höher die Schreibrate ist, desto schneller ist das Kopieren dann erledigt. Bevor Sie sich jedoch allein auf Basis der Herstellerangaben für den Erwerb einer SSD mit den schnellsten Lese- und Schreibraten entschließen, sollten Sie Folgendes wissen: Diese beiden Werte sind nicht unbedingt die wichtigsten Indikatoren für die Geschwindigkeit einer Festplatte. Denn die Hersteller geben hier am liebsten die sequenziellen Datenraten an.

Hierbei sollten Sie aber beachten, dass Dateistrukturen im Wesentlichen aus einer Reihe von Datenblöcken bestehen, die miteinander verbunden sind. Bei der sequenziellen Geschwindigkeit wird gemessen, wie schnell das Laufwerk Datenblöcke in einer bestimmten Reihenfolge lesen und schreiben kann. Dies ist in der Regel von größerer Bedeutung, wenn Sie versuchen, große Dateien wie 4K-Videos zu lesen und zu schreiben.

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Viele Aufgaben beinhalten allerdings das Lesen und Schreiben vieler kleinerer Dateien, die in separaten, zufälligen Datenblöcken auf dem Laufwerk abgelegt sind. In diesem Fall sollten Sie auf die zufällige Lese- sowie Schreibgeschwindigkeit Ihres Wunschlaufwerkes achten. Denn in einigen Fällen kann sich das spürbar positiv auf die Vielzahl kleiner, alltäglicher Dinge auswirken, die Sie am Rechner erledigen – etwa beim Erstellen eines Daten-Backups.

Datenraten geben zwar einen Eindruck über die Leistung von Speichermedien, ein genauer Blick ist dennoch ratsam – etwa auf Anschlüsse oder den Flashtyp.
Vergrößern Datenraten geben zwar einen Eindruck über die Leistung von Speichermedien, ein genauer Blick ist dennoch ratsam – etwa auf Anschlüsse oder den Flashtyp.

Von HDD auf SSD umsteigen

Wenn Sie von einer HDD auf eine SSD umsteigen, dann wird der Leistungszuwachs immer deutlich spürbar sein. Der Unterschied dieser Geräte liegt in der Art und Weise, wie diese Laufwerke Daten lesen und auf das Laufwerk schreiben: HDDs verwenden dafür veraltete, mechanische Verfahren, die mehr Zeit für den Datenzugriff benötigen. Dies macht sich bereits beim Starten des Betriebssystems bemerkbar: Mit einer SSD verkürzt sich der Hochfahrprozess von mehreren Minuten auf nur einige Sekunden. Auch die meisten anderen Aufgaben lassen sich mit einer SSD spürbar schneller erledigen als mit einer HDD. Dazu zählen unter anderem das Öffnen großer Dateien und das Bearbeiten von Fotos.

Woran Sie gute Schreib- und Leseraten erkennen

Aber was sind denn überhaupt gute Schreib- und Leseraten? Wir empfehlen Ihnen eine SSD mit einer sequenziellen Lese- wie auch Schreibgeschwindigkeit von mindestens 500 MB/s. Diese Geschwindigkeit ist für den größten Teil der Aufgaben ausreichend. Wenn Sie vorhaben, komplexere Aufgaben mit Ihrem Computer zu erledigen, dann sollten Sie sich nach SSDs umsehen, die für Geschwindigkeiten von bis zu 2000 oder 3000 MB/s ausgelegt sind. Diese setzen allerdings voraus, dass die Anschlüsse auf dem Mainboard ebenfalls passen. Auch das überprüfen Sie am besten vor dem Kauf.

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