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Die ganz private Cloud mit Lima erstellen

03.05.2017 | 11:10 Uhr |

Mit der Hardware Lima bauen Sie sich Ihre private Cloud auf. Der Konfigurationsaufwand ist minimal, das Gerät ist aber nicht ganz billig.

Viele Nutzer misstrauen der Cloud und laden Ihre Daten deshalb nicht zu Dropbox , Google Drive, iCloud & Co. Wer aber dennoch von allen Geräten und von unterwegs aus Zugriff auf seine Daten haben möchte, der sollte sich eine Lösung wie Lima ansehen.

Was ist Lima? Lima ist ein kleines Kästchen, etwa in der Größe einer Packung Papiertaschentücher. Es stellt Ihre Daten in Ihrem Heimnetz und über das Internet für Ihre PCs und Mobilgeräte bereit. Es bietet einen USB-Anschluss, an dem Sie eine externe USB-Festplatte oder einen USB-Stick anschließen müssen. Außerdem gibt es einen Stromanschluss und Anschluss fürs Lan-Kabel, über den sich Lima mit Ihrem DSL-Router verbinden lässt. Lima kostet rund 85 Euro. Die nötige USB-Festplatte müssen Sie sich zusätzlich besorgen.

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Tools und Apps gibt es für die folgenden Systeme: Windows, Linux, macOS, Android und iOS, alle auf der der Website von Lima .

Das Besondere an Lima: Die Funktion von Lima ist nicht neu. Ein NAS-Gerät mit Internet-Zugang oder eine Fritzbox mit angeschlossener USB-Festplatte verwalten Ihre Daten ebenfalls zentral im eigenen Heimnetz und bieten Zugriff von unterwegs aus. Dennoch zeichnet sich Lima in einer Weise gegenüber anderen Speicherlösungen aus: Die Bedienung von Lima ist sehr einfach. Es sind kein nennenwerten PC- oder Smartphone-Kenntnisse nötig. Und das betrifft die komplette Nutzung: Der Zugriff von mehreren PCs im Heimnetz auf die Lima-Daten ist genauso einfach, wie der Zugriff von einem Büro-PC aus, der über das Internet auf Lima im Heimnetz zugreift. Auch die Apps für Android und iOS lassen sich leicht bedienen.

Das Besondere an Lima ist die sehr einfache Handhabung. Durch die einmalige Einrichtung führt ein gut gemachter Assistent. Anschließend steht der Lima-Speicher im Windows Explorer als Laufwerk bereit.
Vergrößern Das Besondere an Lima ist die sehr einfache Handhabung. Durch die einmalige Einrichtung führt ein gut gemachter Assistent. Anschließend steht der Lima-Speicher im Windows Explorer als Laufwerk bereit.
© https://meetlima.com

Installation : Wenn Sie die Lima-Software unter Windows starten führt Sie ein schön gestalteter Assistent durch wenige Konfigurationsschritte: Anlegen eines Nutzerkontos und Anschließen von Lima an den Strom, den Router und Anstecken einer leeren USB-Festplatte. Anschließend steht Ihnen die USB-Festplatte als scheinbar gewöhnliches Laufwerk im Windows Explorer zur Verfügung. Sie können wie gewohnt Daten darauf kopieren oder erstellen.

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Installieren Sie anschließend die Lima-Software auf einen PC außerhalb ihres Heimnetzwerks, müssen Sie sich nur mit Ihren Nutzerdaten anmelden und das Lima-Laufwerk erscheint auch dort im Windows-Explorer. Die Daten des Lima-Laufwerks werden zunächst aber nur per Platzhalter angezeigt. Erst wie Sie eine Datei öffnen wollen, lädt die Software die Datei auf den entfernten PC herunter. Die angezeigten Dateien tragen das Lima-Symbol als Kennzeichen dafür, dass sich die Datei noch in der privaten Cloud befindet und nicht auf dem aktuellen Gerät.

Auf einem Mobilgerät erscheinen die Daten der Lima-Festplatte in der Lima-App, nachdem Sie sich dort mit Ihren Nutzerdaten eingeloggt haben.

Das sind die Schwächen von Lima: Laut den Machern von Lima soll sich zwischen dem Lima-Gerät zuhause und etwa Ihrem Smartphone unterwegs eine Direktverbindung aufbauen. Der Server der Firma Lima soll nur als Vermittlungsstelle dienen. Vergleichbar ist das mit einem Dyn-DNS-Dienst, der der wechselnden IP-Adresse Ihres Heim-Routers eine feste Internet-Adresse zuordnet. So findet das Smartphone unterwegs die aktuelle Adresse Ihres Heim-Routers und kann sich dann mit dem dahinter liegenden Lima-Gerät verbinden. Der Datenverkehr läuft anschließen direkt zwischen den beiden Geräten. In unserem Test zeigte funktionierte das aber nicht, Die Lima-Software arbeitete stattdessen im „Relais“-Modus. Statt einer Direktverbindung laufen die Daten dabei verschlüsselt über den Server der Firma Lima. Das ist zum einen langsamer als die meisten Direktverbindungen, zum anderen möchte man als Lima-Nutzer seine Daten gerade nicht über einen Firmen-Server laufen lassen, - Verschlüsselung hin oder her. Laut Hersteller soll der Fehler an unserem Testgerät liegen. Ein neues Testgerät stand bis Redaktionsschluss nicht bereit.

Zwei weitere Bugs konnten wir im Test noch beobachten: Beim Kopieren von sehr großen Dateien von einem Windows-PC auf das Laufwerk von Lima brach der Vorgang mit einer kryptischen Fehlermeldung ab. Das Problem ließ sich aber nicht zuverlässig reproduzieren. Wir nehmen an, dass es am Cache von Lima auf dem Windows-PC lag. Der zweite Bug betrifft die Android-App, die etwas träge reagiert und im Test zwei Mal auch abstürzte.

Alternativen: Natürlich ist der Funktionsumfang von Lima nicht neu. Eine USB-Festplatte an einer Fritzbox liefert einen ähnlich zentralen Speicher. Einen entsprechenden Ratgeber finden Sie hier . Wenn Sie bereits ein etwas höherwertiges NAS besitzen, lässt sich dieses mit einem Tool des Herstellers ebenfalls als private Cloud nutzen.

So bauen Sie zuhause Ihre private Cloud auf

Vergleichen zu Cloud-Speichern: Der Vorteil gegen Online-Speichern wie Dropbox ist der bessere Schutz der Privatsphäre und der günstigere Speicherplatz, zumindest wenn Sie dort große Datenmengen ablegen möchten. Auf der Negativseite steht, dass Sie sich selber um Back-ups der Daten kümmern müssen, etwa um einen Hardware-Defekt Ihrer USB-Festplatte abzusichern. Zudem bieten Online-Speicher wie Dropbox deutlich mehr Funktionen, wenn es um das Teilen von Dateien mit anderen geht.

Fazit: Das große Plus von Lima ist die erstaunlich einfache Handhabung und der gute Schutz der Privatsphäre. Das muss Ihnen allerdings rund 85 Euro plus USB-Festplatte oder -Stick wert sein. Verglichen mit Dropbox & Co. fehlen Funktionen zum Teilen von Daten mit anderen.

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