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PC-Zusammenbau: Sparen Sie nicht am Netzteil!

04.06.2020 | 11:34 Uhr |

Fertig-PCs aus dem Internet oder vom Einzelhändler protzen oftmals mit beeindruckenden Spezifikationen. Doch auch wenn der jeweilige Hersteller auf bekannte und leistungsfähige Kernkomponenten wie Grafikkarte, Prozessor und Mainboard setzt, ist es nicht ungewöhnlich, dass er an anderen Stellen spart – wie zum Beispiel am PC-Gehäuse und am Netzteil.

Auch PC-Bastler machen mitunter diesen Fehler und investieren lieber in eine bessere GPU oder CPU. Davon raten wir Ihnen aber dringend ab. Erliegen Sie nicht der Versuchung, ein billiges No-Name-Netzteil (auch Chinaböller genannt) zu kaufen, unter keinen Umständen! 

Die CPU wird im Allgemeinen als der Motor Ihres Rechners angesehen. Aber wenn sie das Gehirn der Maschine ist, dann ist das Netzteil das schlagende Herz, das alles reibungslos am Laufen hält. Oder auch nicht, sofern es sich um ein unzuverlässiges, zweitklassiges Modell handelt. Denn in diesem Fall wird es nicht sehr viel Stabilität für Übertaktungsversuche bieten. Wenn es zwar kostengünstig, jedoch gleichzeitig auf eine relativ niedrige Wattzahl ausgelegt ist, kommt es möglicherweise zu anderen Schwierigkeiten: Denn stecken im Rechner zahlreiche hochwertige Komponenten, kann ein schwaches Netzteil die dadurch erzeugte Last oftmals nicht bewältigen. Denken Sie außerdem an die Zukunft: Ein Netzteil ist im Idealfall so ausgelegt, dass ihm aufgerüstete Komponenten – wie etwa eine deutlich leistungsfähigere GPU – nichts ausmachen. Mit anderen Worten: Ein Netzteil mit geringer Leistung kann die Zukunftssicherheit des kompletten PCs beeinträchtigen. 

Darüber hinaus besteht auch die Möglichkeit, dass ein Billig-Modell so unzuverlässig ist, dass es seinen Geist aufgibt. Das bedeutet, dass Sie ein weiteres Netz- teil kaufen müssen. Getreu dem alten Spruch: Wer billig kauft, kauft zweimal! Unter Umständen kann es aber noch schlimmer kommen: Wenn das billige Netzteil durchbrennt, könnte es einige Ihrer anderen Komponenten in Mitleidenschaft ziehen, was die Kosten für eine Neuanschaffung wiederum rapide steigen ließe.

Beim Selbstbau-PC sollten Sie nicht am Netzteil sparen. Denn eine stabile und zuverlässige Stromversorgung ist das A und O für Leistung und Langlebigkeit.
Vergrößern Beim Selbstbau-PC sollten Sie nicht am Netzteil sparen. Denn eine stabile und zuverlässige Stromversorgung ist das A und O für Leistung und Langlebigkeit.

Auf der anderen Seite ist es allerdings auch nicht erforderlich, dass Sie ein überdimensioniertes Netzteil mit 1500 Watt oder sogar noch mehr kaufen. Solche PSUs sind nicht nur sehr teuer, sondern gehen im Leerlauf oftmals (jedoch nicht immer) sehr ineffizient mit Energie um. Tatsächlich ist diese Art von Hochleistungsnetzteilen für Workstations oder Dual-GPU-Systeme gedacht. 

Wie viel Leistung Sie tatsächlich brauchen, hängt jeweils von der Art des Computers ab, den Sie bauen möchten. Also ob es sich dabei um eine vergleichsweise einfache Konfiguration oder um einen leistungsstarken Boliden handelt. Sie können einen Wattleistungskalkulator nutzen und die beabsichtigten Komponenten eingeben. Hierdurch erhalten Sie einen Anhaltspunkt, wie stark das Netzteil sein sollte. Aber bitte nicht vergessen: Lassen Sie noch einen angemessenen Spielraum für die Zukunftssicherheit. Wir empfehlen rund 25 Prozent mehr Wattkapazität als eigentlich notwendig. 

Grundsätzlich gilt für den Kauf: Legen Sie sich am besten ein Netzteil mit einem Wirkungsgrad von mindestens 80-Plus-Bronze zu, das von renommierten Herstellern stammt, wie etwa von Corsair, Seasonic oder Bequiet. Je hochwertiger das Edelmetall der 80-Plus-Kennzeichnung ist, desto effizienter arbeiten die Netzteile. Titanium stellt das aktuelle Maximum dar. Ein weiterer positiver Nebeneffekt von Qualitäts-PSUs besteht darin, dass sie mit einer längeren Lebensdauer aufwarten können, wodurch sich langfristig Geld sparen lässt. Denn ein gutes Netzteil können Sie – wenn die Kapazität ausreicht – auch in den nächsten Eigenbau- Rechner übernehmen.

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