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Online-Check: Ist der Händler vertrauenswürdig oder ein Fake-Shop?

12.09.2022 | 08:30 Uhr | Peter Stelzel-Morawietz

Der neue Fakeshop-Finder der Verbraucherzentrale NRW zeigt mittels Ampelfarben sofort, ob eine Webseite auf einen Betrüger hindeutet: Rot bedeutet „Finger weg“, Gelb signalisiert „Vorsicht“, und bei Grün ist „alles in Ordnung“. Ein enormer Sicherheitsgewinn.

Viele Produkte sind in Folge der Corona-Pandemie, der weltweiten Lieferkettenprobleme und der gestiegenen Energiepreise kaum oder nur zu hohen Preisen zu bekommen. Da ist man froh, wenn die gesuchte Ware in einem Onlineshop plötzlich wieder zu haben ist – und das sogar günstig und in der Wunschvariante. Spätestens hier sollten die eigenen Alarmglocken klingeln und man sich die Frage stellen, weshalb nun ausgerechnet dieser eine Händler das Produkt vorrätig haben und zudem noch preiswert anbieten sollte.

Handelt es sich möglicherweise um einen sogenannten Fakeshop – also einen nachgebauten Webauftritt, der zwar genauso aussieht wie eine gewöhnlicher Onlineshop und mit Bestellung und Bezahlung zunächst auch so funktioniert, der jedoch keinerlei Ware liefert?

Ratschläge zum Erkennen von Fakeshops oft wenig hilfreich

Nun sind Fakeshops kein neues Phänomen, doch die teilweise angespannte Versorgungslage macht es Betrügern derzeit besonders einfach: Ist der lang ersehnte Artikel endlich verfügbar, muss man möglichst schnell bestellen, bevor einem andere zuvorkommen. Das Risiko, einem Fakeshop aufzusitzen, wird in diesem Moment sogar von aufgeklärten Verbrauchern ausgeblendet, die prinzipiell um diese Gefahren wissen.

Viele bisherige Ratschläge zum Schutz vor Betrügern, etwa das Vorhandensein von Impressum, AGB, Datenschutzerklärung, Gütesiegel & Co. waren und sind zwar gut gemeint, aber auch nur das – schließlich sind die Betrüger ja auch nicht blöd. Eine eigene vertiefte Prüfung war bislang kaum möglich. Wie soll man beispielsweise auf die Schnelle herausfinden, ob die angegebene Umsatzsteuer-ID korrekt ist oder ob die Domain erst vor Kurzem registriert wurde? So blieb nur die Möglichkeit, in Listen bereits gemeldeter Fakeshops nachzusehen, zum Beispiel bei Trusted Shops .

Fakeshop-Finder zeigt Ergebnis in Sekundenschnelle an

Der Fake-Shop-Finder der Verbraucherzentrale NRW.
Vergrößern Der Fake-Shop-Finder der Verbraucherzentrale NRW.

Der neue Fakeshop-Finder der Verbraucherzentrale NRW nimmt Ihnen eine ausführliche Recherche ab und zeigt in Sekundenschnelle, ob ein Internethändler serös ist oder nicht. Dazu geben Sie die zu prüfende Shopadresse auf www.verbraucherzentrale.de/fakeshopfinder ein und starten den Check mit einem Klick auf „Shop-URL prüfen“. Im Hintergrund wird nun gesucht, ob die Shopseite typische Merkmale unseriöser Anbieter aufweist. Neben dem Rückgriff auf bereits gemeldete Domains sucht der Fakeshop-Finder mittels künstlicher Intelligenz ständig selbst gezielt nach Fakeshops im Internet. Zu den Prüfkriterien gehören nicht existierende Umsatzsteuer- IDs ebenso wie technische, linguistische und strukturelle Merkmale, die mit bloßem Auge nicht zu erkennen sind.

Aus diesen Kriterien errechnet sich eine Wahrscheinlichkeit, ob es sich bei der eingegebenen Adresse um einen unseriösen Anbieter handelt. Das Ergebnis des Checks erscheint in Form von Ampelfarben: Rot steht für eine eindeutige Warnung, Gelb als Hinweis, vor der Bestellung genauer hinzusehen, und Grün, wenn alles in Ordnung ist. Wurde die eingebebene Händleradresse noch nicht überprüft, scannt das Onlinetool die Webseite unmittelbar auf diese Merkmale hin. Weitere Tipps zum Erkennen von Betrügershops gibt die Verbrauchzentrale hier .

Tipp: Die Notfalltipps der Experten: Fakeshops & Co.

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