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Mozilla VPN: So nutzen Sie den VPN-Dienst von Mozilla

08.09.2021 | 13:01 Uhr |

Seit April diesen Jahres steht mit Mozilla VPN ein schnörkelloser VPN-Dienst bereit, der Ihre Privatsphäre gut schützt. Wir zeigen Ihnen, wie Sie den Dienst nutzen.

Mozilla VPN gibt es für Windows 10 (nur 64 Bit), macOS (ab 10.14), Linux (ab Ubuntu 18.04), iOS und Android. Mozilla nutzt den schwedischen VPN-Anbieter Mullvad, um seinen Service anbieten zu können. Der setzt auf das moderne und schlanke Wireguard-Protokoll, das deutlich schneller arbeitet als die in die Jahre gekommenen Protokolle wie zum Beispiel Open-VPN. Für den durch Zusammenarbeit mit Mozilla erwarteten Andrang neuer Nutzer hat Mullvad seine Infrastruktur stark ausgeweitet. Mittlerweile stehen weltweit mehr als 760 Server in 61 Städten in 37 Ländern zur Auswahl (Stand Mai 2021). In puncto Privatsphäre sowie Transparenz sind Sie bei Mozilla/Mullvad gut aufgehoben. Wie bei den meisten VPN-Anbietern gilt eine No-Logs-Policy, es werden also von vornherein keine Protokolle Ihrer Onlineaktivitäten gespeichert. Was nicht gespeichert wird, kann auch nicht an Behörden herausgegeben werden. Mozilla sammelt nur einige Informationen zur Qualitätssicherung und Weiterentwicklung des Produkts und verspricht, diese Daten nicht weiterzuverkaufen.

Mozilla VPN unter Windows: Anders als Opera, das ein kostenloses VPN in seinen Browser integriert, schützt Mozilla VPN den gesamten Datenverkehr eines Geräts, egal welchen Browser Sie im Einsatz haben. Dazu müssen Sie die VPN-Software installieren, deren Windows-Version nur Windows 10 mit 64 Bit unterstützt. Die Software ist im Stil einer Smartphone-App gehalten und ähnelt stark ihrem Android-Pendant.

Installation sowie Einrichtung sind schnell erledigt, viel einzurichten gibt es ohnehin nicht. Nachdem Sie ein Konto inklusive Zahlungsmittel angelegt haben, müssen Sie sich einmalig über den Browser verifizieren. Daraufhin geht es auch schon los. Die Mozilla-Software spricht Deutsch und wahlweise etwa 20 andere Sprachen. Die Länder- und die Städtenamen sind allerdings englisch. Auf der Website bietet Mozilla Hilfetexte in deutscher Sprache.

In den Netzwerkeinstellungen können Sie festlegen, ob die Unterstützung für IPv6 aktiviert sein soll und ob bei aktivem VPN ein lokaler Netzwerkzugriff möglich ist. Letzteres ist dann erforderlich, wenn Sie auch bei aktivem VPN Ressourcen in Ihrem lokalen Netzwerk benutzen möchten, wie beispielsweise Netzwerkdrucker oder Freigaben auf anderen Rechnern. In der Voreinstellung ist diese Option nicht aktiv, Netzwerkzugriffe werden also blockiert.

Die Installation und Anmeldung sind sehr schnell erledigt und Sie können gleich das Land wählen, in dem der VPN-Server stehen soll.
Vergrößern Die Installation und Anmeldung sind sehr schnell erledigt und Sie können gleich das Land wählen, in dem der VPN-Server stehen soll.

Unter Benachrichtigungen stelle Sie ein, ob Sie eine Warnmeldung erhalten möchten, sobald Sie sich mit einem ungesicherten WLAN verbinden. Das ist vor allem unterwegs wichtig, sei es im Hotel, im Café, in der Bahn oder am Flughafen. Schließlich können Sie auch noch entscheiden, ob die VPN-Software beim Windows-Start automatisch geladen werden soll.

Weitere Optionen gibt es nicht. Funktionen wie zum Beispiel eine Verbindungsautomatik, Split-Tunneling oder Browser-Erweiterungen bietet Ihnen Mozilla VPN derzeit nicht. Ein nicht abschaltbarer Kill-Switch für externe IP-Adressen schützt Ihre Privatsphäre, falls die VPN-Verbindung ungewollt unterbrochen werden sollte. Dezidierte Server für Videostreaming oder P2P sind nicht im Angebot.

Mobiles VPN unter Android: Für Mobilgeräte bietet Mozilla Apps für iOS sowie Android an. Die Bedienung der Android-App ist in deutscher Sprache, doch die Länder- wie auch die Städtenamen sind im Gegensatz zur Windows-Software auf Englisch. Das ist auch bei Mullvad so. In der App finden Sie noch weniger Einstellungsmöglichkeiten als unter Windows. In den Netzwerkeinstellungen schalten Sie bei Bedarf die Benutzung des moderneren Internetprotokolls IPv6 ab oder lokale Netzwerkzugriffe ein. Letzteres ermöglicht Ihnen auch bei aktivem VPN den Zugriff auf LAN-Ressourcen wie Netzwerkdrucker oder Ordnerfreigaben.

Hinter „App-Berechtigungen“ verbirgt sich die unter Windows fehlende Möglichkeit, Split-Tunneling zu aktivieren. Hier können Sie festlegen, welche Applikationen das VPN benutzen sollen und welche nicht. Standardmäßig sind sämtliche Apps für VPN ausgewählt. Auf der Startseite der Applikation verbirgt sich hinter dem unscheinbaren Symbol (i) links oben eine Visualisierung des aktuellen Datenverkehrs in beiden Richtungen. Wie unter Windows ist der Kill-Switch stets aktiv und nicht abschaltbar.

Nach der Auswahl eines VPN-Standorts baut die Mozilla-Software nicht sofort eine VPN-Verbindung auf. Sie müssen erst den Aktivierungsschalter betätigen. Dann wird sehr zügig eine Verbindung zu einem passenden Server aufgebaut. Bei aktivem VPN geht der Wechsel des Standorts ebenfalls flott und ohne den Umweg über den Aktivierungsschalter vonstatten. Unter Android sind im Test bei einigen Standorten erhebliche Verzögerungen aufgetreten, bevor die neue Verbindung stand, bei anderen hat der Standortwechsel nur zwei bis drei Sekunden gedauert.

Es stehen nur wenige Konfigurationseinstellungen zur Verfügung. So gelingt die Wahl des passenden Länderservers leicht.
Vergrößern Es stehen nur wenige Konfigurationseinstellungen zur Verfügung. So gelingt die Wahl des passenden Länderservers leicht.

Geo-Blocking umgehen: Die Verwendung von internationalen Streamingdiensten wie etwa der ORF Tvthek, von BBC Iplayer oder Netflix US funktioniert in der Regel gut und mit genügend Bandbreite. Für US-Streamingdienste müssen Sie unter Umständen mehrmals einen anderen US-Server auswählen, bevor es klappt – es stehen etliche US-Städte zur Auswahl. Downloads beim File-Hoster Zippyshare, der Nutzer aus manchen EU-Staaten (auch Deutschland) blockiert, gelingen durch die Auswahl eines anderen europäischen Landes wie Polen oder der Schweiz.

Geschwindigkeit: Die bei Downloads erreichbaren Datenraten bewegen sich im für VPN-Dienste üblichen Rahmen. Das bedeutet in der Praxis Einbußen um die zehn Prozent. Zum Beispiel erreichen Sie mit einer 100 MBit/s-VDSL-Verbindung ohne VPN bei Downloads knapp 12 MB/s, mit VPN etwa 10,5 MB/s.

Die Preise: Mozilla VPN bietet ein monatliches Abo für 9,99 Euro an, sechs Monate gibt es für 6,99 Euro pro Monat und im Jahres-Abo sind Sie mit 4,99 Euro pro Monat dabei. Sie dürfen den VPN-Dienst mit einem Abo auf bis zu fünf Geräten verwenden, ohne Begrenzung der Bandbreite oder der Datenmenge. Sie können wahlweise per Kreditkarte oder mit Paypal bezahlen. Mozilla bietet Ihnen eine 30-Tage-Geld-zurück-Garantie für den Fall, dass Sie nicht zufrieden sind. Ein kostenloses Angebot zum Ausprobieren gibt es nicht.

Mozilla VPN stellt einen schnörkellosen VPN-Dienst bereit, der Ihre Privatsphäre gut schützt. Die Bedienung der Software ist recht schlicht gehalten, verfügt über wenige Einstellmöglichkeiten und gibt keine Rätsel auf. Der Preis ist fair, allerdings bekommen Sie direkt bei Mullvad ein noch einfacheres Preismodell: Dieses kostet schlicht immer 5 Euro pro Monat, unabhängig davon, wie lange Sie sich binden.

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