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Modus für geringe Latenzen auf Nvidia-Grafikkarten aktivieren

06.03.2020 | 09:00 Uhr |

Der Grafiktreiber von Nvidia-Grafikkarten bietet neben zahlreichen Einstellmöglichkeiten auch eine Funktion an, die Gamern stets die besten Eingabe-Reaktionszeiten in Spielen ermöglichen soll. Dieser „Modus für geringe Latenz“ (früher „Low Latency Mode“) lässt sich direkt über die Nvidia-Systemsteuerung aktivieren.

Das bewirkt der Modus: Grafik-Engines reihen Bilder (sogenannte Frames) in einer Warteschlange auf, um sie dann von der GPU rendern zu lassen und auf dem Bildschirm auszugeben. Diese Technik nennt Nvidia „Maximum Pre-Rendered Frames“ und kommt schon seit etlichen Jahren zum Einsatz. Dadurch lässt sich auch die Anzahl der Bilder in der Render-Warteschlange niedrig halten. Hingegen werden beim Modus für geringe Latenz die Einzelbilder erst dann in die Warteschlange gepackt, wenn die GPU sie auch tatsächlich fürs Rendering benötigt. Deshalb nennt sich diese Technik auch „Just In Time Frame Scheduling“ – zeitgenaues Terminieren. Die Latenz soll sich so um bis zu 33 Prozent reduzieren lassen.

Bei Nvidia-Grafikkarten lassen sich mit dem Modus für geringe Latenz Eingabeverzögerungen um über 33 Prozent verringern
Vergrößern Bei Nvidia-Grafikkarten lassen sich mit dem Modus für geringe Latenz Eingabeverzögerungen um über 33 Prozent verringern

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Im Prinzip lässt sich dieser Modus für geringe Latenz bei allen Nvidia-GPUs aktivieren. Er funktioniert allerdings nur bei Spielen, die die Programmierschnittstelle DirectX 9 und 11 unterstützen. Bei Games, die auf DirectX 12 oder Vulkan setzen, entscheidet statt des Treibers das jeweilige Spiel darüber, wann das Einzelbild in die Warteschlange kommt. Laut Nvidia lassen sich die größten Auswirkungen feststellen, wenn das Spiel sehr GPU-lastig arbeitet und Bildraten zwischen 60 und 100 Bildern pro Sekunde erreicht werden. Sobald der Low-Latency-Modus aktiviert ist, sollen Gamer von einer Reaktionsfähigkeit profitieren, die sonst nur möglich wäre, wenn das Spiel mit weit über 100 Bildern pro Sekunde läuft. Mit anderen Worten: Wenn das jeweilige Spiel hauptsächlich abhängig von der Leistung des Haupt-Prozessors (CPU) ist, oder es in sehr geringen oder ohnehin schon sehr hohen Bildraten gespielt wird, dann wird Ihnen der Modus kaum Vorteile bringen. Denn sollten Sie in diesen Fällen von Input-Lags (Eingabeverzögerungen) geplagt werden, dann liegt das an den zu geringen Bildraten – eine Ursache, an der auch der Modus für geringe Latenzen nichts ändern kann. Bevor Sie den Modus aktivieren, gilt es einen weiteren Punkt zu bedenken: Denn in der Regel reduzieren sich dadurch die Bildraten beim Gaming. Deshalb fahren Sie oft auch recht gut mit dem standardmäßigen Rendering. Die Grafikeinstellung bietet sich jedoch an, wenn Sie auf Profi-Niveau trainieren möchten.

Der Modus für geringe Latenz soll bei Nvidia-Grafikkarten die Eingabeverzögerungen reduzieren und somit kompetitives Gaming ermöglichen.
Vergrößern Der Modus für geringe Latenz soll bei Nvidia-Grafikkarten die Eingabeverzögerungen reduzieren und somit kompetitives Gaming ermöglichen.
© Nvidia

So aktivieren Sie den Low-Latency-Mode: Als Voraussetzung benötigen Sie mindestens den Nvidia-Grafiktreiber in der Version 436.02 – ältere Versionen bieten den Modus gar nicht an. Wenn Sie ihn ausprobieren wollen, dann müssen Sie sich zuerst die aktuelle Version über die Nvidia-Webseite herunterladen und installieren oder ein Update über das Programm Geforce Experience durchführen. Ist der korrekte Treiber installiert, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf eine freie Stelle auf Ihrem Desktop und wählen aus dem Kontextmenü die „Nvidia Systemsteuerung“ aus. Links unter „3D-Einstellungen“ wechseln Sie zu „3D-Einstellungen verwalten“. Wenn Sie den Modus generell für alle Spiele aktivieren möchten, bleiben Sie einfach in der Registerkarte „Globale Einstellungen“. Um den Modus nur für bestimmte Spiele aktiv zu stellen, wechseln Sie zu „Programmeinstellungen“. Scrollen Sie in den Einstellungen etwas nach unten, bis Sie den Eintrag „Modus für geringe Latenz“ finden. Mit einem Doppelklick auf den Status rechts daneben erscheint ein Drop-down-Menü, das neben „An“ auch die Option „Ultra“ bietet. Standardmäßig ist die Option inaktiv, weshalb die Spiele-Engine ein bis drei Einzelbilder in die Render-Warteschlange einreiht. Auf „An“ erfolgt die Einreihung nur eines Frames. „Ultra“ bewirkt hingegen, dass die Frames zeitgenau und einzeln eingereiht werden. Es befinden sich keine weiteren Frames in der Warteschlange, die darauf warten, gerendert zu werden. Mit einem Klick auf „Übernehmen“ setzt der Treiber die Einstellungen aktiv. Sie können die Nvidia-Systemsteuerung schließen.

Aber aufgepasst: Da sich diese Option negativ auf die Bildrate auswirken kann, ist es empfehlenswert, sie nur bei bestimmten Spielen anzuwenden. Testen Sie gleichzeitig verschiedene Grafikeinstellungen, damit Sie davon optimal profitieren. Wollen Sie sie wieder deaktivieren, gehen Sie genauso vor wie beim Aktivieren. Alternativ lassen sich die früheren Einstellungen auch über die Schaltfläche „Wiederherstellen“ in der Nvidia-Systemsteuerung wiederherstellen.

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