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Kühler für M.2-SSDs nachrüsten

04.03.2019 | 13:32 Uhr |

Kompakte M.2-SSDs bringen den Nachteil mit, sich bei lang anhaltender Vollauslastung ziemlich stark zu erhitzen. Abhilfe schafft die Nachrüstung eines Kühlers.

M.2-SSDs haben das Zeug, in naher Zukunft vermehrt die herkömmlichen Flashspeicher im deutlich größeren 2,5-Zoll-Format zu ersetzen. Denn sie benötigen weitaus weniger Platz im Gehäuse und bieten gleichzeitig weitaus höhere Datenraten als die über NVMe respektive PCI-Express angebundenen Modelle. Allerdings bringen sie auch Nachteile mit sich: In der Praxis erhitzen sich schnelle Flashspeicher im M.2-Steckkartenformat bei lang anhaltender Vollauslastung ziemlich stark. Das kann die Leistung negativ beeinflussen. Tatsächlich ist es auch schon mehrmals vorgekommen, dass M.2-SSDs regelrecht durchgebrannt sind. Um das zu vermeiden, lassen sich Kühler für die kleinen Speicherkarten nachrüsten. Und dafür brauchen Sie kein IT-Profi zu sein.

Zuerst einmal sollten Sie dafür sorgen, dass im Gehäuse ein konstanter Luftstrom herrscht. Dazu bauen Sie in die Front und in die Rückseite Gehäuselüfter ein. Bereits diese Maßnahme kann sich positiv auf die M.2-Speicher auswirken. Es kann aber vorkommen, dass die Temperaturen der SSD trotz einer ausreichenden Anzahl von Lüftern recht hoch bleibt. Der Grund: Der Flashspeicher ist relativ versteckt auf dem Mainboard platziert. In diesem Fall hilft nur ein weiterer Kühler, um für sinkende Temperaturen zu sorgen. Denn auch die bisherigen Lösungsansätze der Hersteller tragen kaum Früchte: So stattet beispielsweise Samsung seine M.2-SSDs mit Aufklebern auf den Chips aus, die eine Kupferfläche haben und direkt auf der SSD aufliegen. Bei extremen Auslastungen entpuppt sich diese Lösung jedoch nicht als ausreichend, um die Wärme effektiv abzuleiten.

Bei intensiver Dauerbelastung erhitzen sich die schnellen M.2-SSDs stark und lassen deshalb in der Leistung nach. Günstige Passivkühler beheben das Temperaturproblem und lassen sich unkompliziert nachrüsten.
Vergrößern Bei intensiver Dauerbelastung erhitzen sich die schnellen M.2-SSDs stark und lassen deshalb in der Leistung nach. Günstige Passivkühler beheben das Temperaturproblem und lassen sich unkompliziert nachrüsten.

Besser sind sogenannte „Heatshields“, die bei aktuellen Mainboards teilweise im Lieferumgang enthalten sind. Dabei handelt es sich um Aluminiumstücke in M.2-Größe, die mit Wärmeleitpads an der Unterseite ausgestattet sind. Sie lassen sich direkt auf die SSD auflegen und mit dem Flashspeicher verschrauben. MSI ist beispielsweise einer der ersten Hersteller, der den Hauptplatinen solche Passivkühler beilegt. Damit soll die Abwärme der Speicherchips an diese „Heatspreader“ (Hitzeverteiler) abgeführt werden, die zudem auch großflächiger ausfallen und somit die Wärme besser verteilen.

Es gibt jedoch auch Modelle von Drittanbietern wie Alphacool oder EKWB, die ähnlich konzipiert sind, aber meist mit Halteklammern am Flashspeicher angebracht werden. Solche Nachrüstkühler kosten 10 bis maximal 20 Euro und lassen sich schnell und einfach einbauen. Stellen Sie jedoch vor dem Einbau unbedingt sicher, dass der PC komplett vom Stromnetz getrennt ist.

Dank des Kühlers können schnelle M.2-Speicher intensive Auslastungen nachweislich länger mit ihrer eigentlichen Höchstleistung bedienen, da die Abwärme deutlich besser verteilt wird. Außerdem ist die Nachrüstung an sich weder wirklich teuer noch aufwendig. Trotz alledem ist eine extra Kühlung für M.2-SSDs nicht immer zwingend notwendig. Entscheidend sind Ihre Gebrauchsgewohnheiten: Wer seinen PC nur gelegentlich für weniger aufwendige Aufgaben nutzt oder manchmal spielt, der braucht den Kühler nicht. Wer allerdings häufig und lange extreme Datentransfers verursacht, wie zum Beispiel beim Dauerzocken oder bei professionellen Anwendungen, findet in der Nachrüstung eine gute Lösung von Temperaturproblemen.

Tipp: Hardware-Trends 2019: Festplatten & SSDs

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