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Wenn Ihr IPTV-Fernsehen das Internet bremst

18.07.2016 | 13:28 Uhr |

Wenn das Internet-Fernsehen die Surfgeschwindigkeit reduziert, kann das an einer fehlerhaften Netzwerk-Konfiguration oder veralteter Technik liegen.

Das Fernsehen übers Internet bremst teilweise die Surfgeschwindigkeit oder auch laufende Downloads massiv aus – obwohl die Bandbreite der Verbindung eigentlich ausreichend wäre. In manchen Fällen liegt das an einer falschen Konfiguration der Netzwerk-Hardware beziehungsweise an veralteter Technik.

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Der TV-Empfang übers LAN verwendet die Multicast-Technik, die es ermöglicht, die Datenpakete an mehrere Empfänger gleichzeitig zu senden. Auf diese Weise lassen sich die Sendungen auf mehreren Empfangsgeräten parallel ansehen. Um das zu erreichen, werden die Pakete im Router oder Switch vervielfältigt. Um das Netzwerk dennoch nicht unnötig zu belasten, wurde das Internet Group Management Protocol (IGMP) eingeführt, über das die einzelnen Stationen, in diesem Fall also die Empfangsgeräte, sich beim Router oder Switch für die Multicast-Übertragungen anmelden können. Falls also nur an einem PC ferngesehen wird, findet im heimischen Netzwerk auch nur eine Datenübertragung statt.

Das Problem ist jedoch, dass alle älteren und auch die meisten aktuellen Desktop-Switches kein IGMP unterstützen. Das bedeutet: Sie leiten die Multicast-Pakete an jedes angeschlossene Gerät weiter, ganz gleich, ob es damit etwas anfangen kann oder nicht. Die Folge ist, dass das Netzwerk überlastet wird und jede andere Datenübertragung zusammenbricht.

TV-Inhalte an jedes Gerät im Netzwerk streamen

Wenn Sie also an Ihren Router, also etwa die Fritzbox, einen einfachen Switch angeschlossen und ihn mit Fernseher und PC verbunden haben, wird alles außer der Fernsehübertragung massiv behindert. Die Lösung ist daher einfach: Schließen Sie das TV-Empfangsgerät direkt an Ihren Router an. Nahezu alle halbwegs aktuellen Router-Modelle beherrschen IGMP. Eine andere Möglichkeit ist, dass Sie sich einen IGMP-fähigen Desktop-Switch zulegen. Solche Modelle sind jedoch selten und nur von wenigen Herstellern erhältlich. Besser sieht es aus bei konfigurierbaren Switches, bei ihnen gehört IGMP normalerweise zur Standardausstattung. Sie sind allerdings auch etwas teurer als die einfachen Desktop-Geräte.

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