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HDR am Monitor in fünf Schritten einstellen

13.05.2019 | 09:30 Uhr | Ines Walke-Chomjakov

Die Hochkontrastbilder per HDR am Fernseher überzeugen Sie. Deshalb wollen Sie auch an Ihrem Monitor Inhalte in High Dynamic Range sehen. Allerdings stoßen Sie auf diverse Hürden, weil es am PC nicht ausreicht, dass der Monitor grundsätzlich mit HDR umgehen kann. Vielmehr müssen sowohl Betriebssystem als auch Anschlüsse, Grafiktreiber und Kabel mitspielen.

1. Display: Die grundsätzliche Voraussetzung für Hochkontrast am PC ist ein HDR-fähiger Bildschirm. Beim Monitorkauf gibt Ihnen das Vesa-Logo „DisplayHDR“ Orientierung. Abhängig von der gemessenen Leuchtdichte teilt es Bildschirme in drei Leistungsklassen ein, die von 400 über 600 bis 1000 Candela pro Quadratmeter reichen. Sind Sie bereits in Besitz eines HDR-Monitors, werden Sie feststellen, dass der Hochkontrast oft nicht automatisch ab Werk aktiviert ist. Vielmehr müssen Sie ihn über das Onscreen-Menü des Schirms extra einschalten. Dabei finden Sie oft keinen Menüpunkt wie „HDR“, sondern vielfach Begriffe wie LGs „Ultra HD Deep Colour“ in den Bildeinstellungen. Schalten Sie die Funktion auf „ON“, obwohl sie auf den ersten Blick nicht direkt mit HDR in Verbindung steht, sondern sich auf die Farbtiefe und damit auf die darstellbaren Farben des Displays bezieht. Aber oft können Sie gerade bei einer HDMI-Verbindung zur Grafikkarte erst bei aktiviertem „Deep Colo(u)r“ davon ausgehen, dass der HDMI-2.0-Modus Ihres Anschlusses auch wirklich aktiviert ist. Und nur darüber können Sie die UHD-Auflösung mit 60 Hz realisieren.

Damit Sie HDR an Ihrem Monitor genießen können, müssen Display, Anschlüsse, Kabel und Betriebssystem HDR beherrschen und aufeinander abgestimmt sein.
Vergrößern Damit Sie HDR an Ihrem Monitor genießen können, müssen Display, Anschlüsse, Kabel und Betriebssystem HDR beherrschen und aufeinander abgestimmt sein.
© Philips

Zudem erfüllt der Deep-Color-Modus am Monitor eine weitere wichtige Aufgabe, um HDR am PC zu realisieren. Er erlaubt eine Farbtiefe von 10 Bit, die wiederum die Voraussetzung für eine HDR-Darstellung ist.

2. Anschlüsse: Um sicher zu sein, dass sich HDR-Bilder auf Ihrem Monitor darstellen lassen, benötigen Sie einen Monitor und eine Grafikkarte mit entsprechenden Anschlüssen. Bei HDMI realisieren Sie ab der Version 2.0a bereits HDR-Bilder, auf der sicheren Seite sind Sie ab HMDI 2.0b, da hier höhere Datenraten möglich sind. Bei Displayport haben Sie ab der Version 1.4 neben dem statischen HDR10 auch die dynamischen Varianten wie Dolby Vision und HDR10+ abgedeckt.

3. Windows 10: Auch das Betriebssystem muss mit HDR umgehen können. Verbinden Sie Ihren HDR-fähigen Bildschirm mit dem Windows-10-PC, müssen Sie allerdings die Anzeigeeinstellungen extra auf HDR-Inhalte vorbereiten. Dazu gehen Sie unter „System“ auf „Anzeige“ und wählen „Windows HD Color-Einstellungen“ aus. Im folgenden Fenster stellen Sie „HDR-Spiele und -Apps wiedergeben“ auf „Ein“.

4. Grafikkarte: Die Grafikeinheit eines Windows-10-Rechners muss das Hardware-DRM (Digital Rights Management) Play Ready 3.0 unterstützen. Denn ohne den Support des Content-Schutzes lassen sich 4K-HDR-Inhalte nicht starten oder nur in geringerer Bildqualität als UHD-Auflösung ansehen. Ihre Grafikkarte bringt Play-Ready-3.0-Fähigkeiten mit, wenn sie folgenden Generationen entstammt oder aktueller ist: Nvidia Geforce 1000, AMD Radeon RX 400 oder Intel UHD Graphics 600.

Aktuelle Grafikkarten-Generationen sind auf Hochkontrastbilder per HDR (High Dynamic Range) vorbereitet – so etwa die Nvidia Geforce RTX2016 mit den Schnittstellen Displayport 1.4a und HDMI 2.0b.
Vergrößern Aktuelle Grafikkarten-Generationen sind auf Hochkontrastbilder per HDR (High Dynamic Range) vorbereitet – so etwa die Nvidia Geforce RTX2016 mit den Schnittstellen Displayport 1.4a und HDMI 2.0b.
© Nvidia

Dazu sollten Sie die neuesten WDDM-Treiber (Windows Display Driver Model) installieren. Sie erhalten sie über Ihren Grafikkartenhersteller. Haben Sie Windows 10 mit dem Oktober-Update 1809, benötigen Sie die Version 2.5.

Abgesehen von den unter Punkt 2 beschriebenen Anforderungen an die Anschlüsse müssen Sie häufig im Grafikkartentreiber weitere Einstellungen vornehmen. Wählen Sie im Einstellungsprogramm Ihrer Grafikkarte den entsprechenden Bildschirm aus und überprüfen Sie, ob unter „Farbtiefe“ mindestens „10 Bit“ eingestellt ist. Dazu stehen verschiedene Farbformate zur Auswahl. Oft klappt die Signalübertragung erst, wenn Sie das YCbCr-Farbmodell auswählen, das aus der Fernsehtechnik stammt. Als Farbunterabtastung definieren Sie 4:2:0. Sie verkleinert die Daten so, dass sie sich auch oft sogar mit mehr als 10 Bit standardkonform übertragen lassen.

5. HDR-Check in Windows 10: Sind Sie nicht sicher, ob Ihr Display HDR unterstützt, oder suchen Sie nach Ursachen, warum die HDR-Anzeige nicht klappt, können Sie sich über das DirectX- Diagnoseprogramm einen schnellen Überblick verschaffen. Dazu öffnen Sie die Eingabeaufforderung per Tastenkombination Win-R, geben dxdiag ein und bestätigen mit „OK“. Das DirectX-Diagnosetool öffnet sich. Sie können alle Angaben in einer TXT-Datei ablegen, indem Sie auf „Alle Informationen speichern“ klicken. Die Datei hat den Vorteil, dass Sie schneller nach den Begriffen „HDR“ und „Advanced Color“ suchen können, da Sie sich nicht durch die unterschiedlichen Reiter arbeiten müssen. Steht hinter den Begriffen „Yes“ oder „Supported“ ist alles richtig für HDR eingestellt. Im umgekehrten Fall haben Sie immerhin einen Ansatzpunkt, wo Sie nachjustieren müssen.

Tipp: Netflix und Youtube: Videos unter Windows 10 in HDR streamen

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