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HDD und SSD richtig formatieren

11.12.2019 | 14:03 Uhr |

Bevor Sie eine Festplatte verkaufen oder verschenken, wollen Sie in jedem Fall sicher sein, dass Ihre Daten komplett von der Platte gelöscht sind. So gehen Sie vor.

Wie Sie hierbei vorgehen, hängt davon ab, ob es sich beim zu formatierenden Speicher um Ihren einzigen Datenträger handelt oder ob Sie noch einen zweiten PC für den Löschvorgang einsetzen können. Gleichzeitig lässt sich unter Windows nicht einfach die Festplatte löschen, auf der das Betriebssystem installiert ist. In diesem Fall müssen Sie einen Umweg nehmen und Windows von einem USB-Stick oder von einer Disc starten.

Grundsätzlich sorgt das Formatieren eines Laufwerks dafür, dass Platz für neue Daten bereitgestellt wird. Allerdings gibt es verschiedene Formen des Formatierens. Die flotteste Variante ist die „Schnellformatierung“. Der Vorgang löscht jedoch die Dateien nicht wirklich, sondern signalisiert dem System lediglich, dass der eigentlich belegte Speicherplatz wieder zur Verfügung steht. Dieses Verfahren stoßen Sie nur dann an, wenn Sie den Datenträger behalten und für andere Zwecke einsetzen möchten, da sich die Dateien relativ einfach wiederherstellen lassen.

Soll der Datenträger an einen Dritten gehen, eignet sich die Schnellformatierung nicht. Vielmehr sollten Sie in diesem Fall das sichere Löschen wählen. Es verhindert, dass sich Daten wiederherstellen lassen. Bevor Sie mit dem sicheren Löschen beginnen, müssen Sie sich daher sicher sein, dass Sie alle Daten, die Sie noch brauchen könnten – zum Beispiel Fotos, Dokumente, Videos, Musik und Programme –, auf einem anderen Medium gesichert haben.

So gehen Sie vor: Um ein Laufwerk zu formatieren, verwenden Sie das Windows-Bordmittel der Datenträgerverwaltung. Betätigen Sie zuerst einmal die Tastenkombination Windows-R, um das Ausführen-Fenster aufzurufen. Tippen Sie im Folgenden diskmgmt.msc ein und bestätigen Sie die Eingabe nun per Enter-Taste. Daraufhin erscheint die Datenträgerverwaltung von Windows. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die entsprechende Partition und wählen Sie im Kontextmenü die Option „Formatieren“. Bitte beachten Sie, dass Sie auf diese Weise nur die gewählte Partition formatieren. Bei manchen Laufwerken entspricht diese zwar gleichzeitig dem gesamten Datenträger. Oftmals können Festplatten jedoch auch mehrere Partitionen enthalten. Um diese ebenfalls zu formatieren, müssen Sie sie einzeln auswählen. Sie können nun einen Namen für die Partition vergeben, um sie später leichter wiederzuerkennen. Das verwendete Dateisystem belassen Sie einfach auf NTFS. Und auch die Größe der Zuordnungseinheit müssen Sie nicht ändern. Entfernen Sie dafür das Häkchen bei „Schnellformatierung durchführen“ und klicken Sie auf „OK“. Bestätigen Sie die Nachfrage.

Formatieren heißt nicht automatisch sicheres Löschen. So gibt die Schnellformatierung vorher belegte Speicherkapazität nur für andere Daten frei.
Vergrößern Formatieren heißt nicht automatisch sicheres Löschen. So gibt die Schnellformatierung vorher belegte Speicherkapazität nur für andere Daten frei.

Neue Festplatte im Rechner: Neben dem Freischaufeln von Speicherplatz oder dem Entfernen aller Daten vom Datenträger spielt die Formatierung zudem eine Rolle, wenn Sie eine neue Festplatte oder SSD in Ihren PC eingebaut haben. Der Grund: Wenn Sie den Rechner zum ersten Mal nach dem Einbau hochfahren, erkennt Windows die neue Platte nicht und listet sie deshalb auch nicht als neuen Datenträger auf. Denn bevor die Platte vom Betriebssystem erkannt wird, muss sie initialisiert und formatiert sein. Das lässt sich über die Datenträgerverwaltung erledigen. Schon beim Aufrufen scannt sie sämtliche angeschlossene Laufwerke. Wird ein neuer Datenträger erkannt, weist Sie das Windows-Bordmittel in der Regel darauf hin und bietet entsprechende Optionen zur Einrichtung an. Wenn dabei keine Eingabeaufforderung erscheint, schauen Sie sich die aufgeführten Datenträger an. Das neue Laufwerk wird als „Nicht initialisiert“ ausgewiesen. Führen Sie darauf einen Rechtsklick aus und wählen Sie „Datenträger initialisieren“ aus dem Kontextmenü aus.

Als Partitionstyp wählen Sie GPT, wenn Ihr Notebook oder Rechner recht aktuell ist und ein Uefi-Bios nutzt oder der Datenträger größer als zwei Terabyte ist. Wenn der Vorgang abgeschlossen ist, erscheint ein Bereich, der von Windows als „Nicht zugeordneter Speicherplatz“ bezeichnet wird. Klicken Sie mit der rechten Maustaste darauf und wählen Sie aus dem Kontextmenü „Neues einfaches Volume“ aus. Befolgen Sie die Schritte und definieren Sie die Größe der Partition. Beachten Sie, dass die Angabe in Megabyte (MB) erfolgt. 1024 MB entsprechen einem GB (Gigabyte). Als Standard definiert Windows den Datenträger als eine Partition. Wollen Sie mehrere Partitionen einrichten, dann müssen Sie die Zahl entsprechend reduzieren. Dazu vergeben Sie noch einen Laufwerksbuchstaben. Er ist dabei nicht endgültig vergeben, sondern lässt sich nachträglich über die Datenträgerverwaltung auch erneut ändern. Hierzu führen Sie einen Rechtsklick auf die entsprechende Partition durch und wählen den Eintrag „Laufwerkbuchstaben und -pfade ändern“. Apropos: Auch die Partitionsgröße lässt sich im Nachhinein anpassen. Hierzu klicken Sie ganz einfach mithilfe der rechten Maustaste auf die entsprechende Partition und wählen „Volume verkleinern“ oder „Volume erweitern“, für den Fall, dass noch nicht zugeordneter Speicherplatz auf dem Datenträger vorhanden ist.

Sonderfall Raid: Eine Besonderheit stellen Datenträger im Raid (Redundant Array of Independent Disks) dar, wenn mehrere Speicherplatten für mehr Geschwindigkeit und/oder Datensicherheit in einen Verbund geschaltet sind. Hier verwenden Sie für das Formatieren am besten das Tool vom Hersteller des Mainboard- oder Raid-Controllers. Sollte es kein Tool geben oder sollte dieses veraltet sein, können Sie den entsprechenden Datenträger zum Formatieren auch ausbauen und über einen anderen Rechner wie beschrieben formatieren.

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