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GPS-Koordinaten nachträglich in Fotos eintragen

15.02.2016 | 10:00 Uhr |

Auch wenn die Kamera keine GPS-Funktion besitzt, kann man die Position mit Linux nachträglich in die Bilder eintragen. So geht's.

Digitalkameras schreiben Metadaten in den Exif-Header der Bilddateien und können dort nicht nur Datum, Zeit, Blende, Brennweite und Kameramodell unterbringen, sondern auch die GPS-Koordinaten. Praktisch ist dies, um später in Fotosammlungen und bei Uploads auf Foto-Sharing-Webseiten wie eine Aufnahme automatisch dem exakten Aufnahmeort zuzuordnen. Aber nicht alle Kameras haben GPS.

Auch ohne GPS-fähige Kamera gibt es eine kaum aufwendige Möglichkeit, die Exif-Header von Aufnahmen mit den richtigen GPS-Koordinaten zu versehen: Machen Sie zusätzlich zu einer Aufnahmeserie von einem Ort ein Referenzfoto mit dem Smartphone oder Tablet.

Die meisten Geräte dieser Art hinterlassen GPS-Koordinaten in den Exif-Informationen. Diese Metadateien kopieren Sie anschließend nachträglich in die anderen Bilder der Serie, die am gleichen Ort entstanden sind.

Um zu überprüfen, ob GPS-Koordinaten vorhanden sind, öffnen Sie das Referenzfoto in einem Bildbetrachter und sehen in den Bildeigenschaften nach, ob in den Exif-Daten Werte für Einträge mit dem Namen „GPS“ vorhanden sind. Zum Kopieren dieser Daten in andere Bilder bieten sich zwei Wege an – mit Digikam oder auf Kommandozeile mttels des Programms Exiftool.

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Digikam: Diese ausgetüftelte Bildverwaltung kann Exif-Metadaten von einem Bild in ein anderes kopieren. Der Trick dabei ist, nur die GPS-Daten zu übernehmen und die anderen Metainformationen unangetastet zu lassen. Öffnen Sie dazu das Referenzfoto per Mausklick, und gehen Sie im Menü auf „Bild -> Geo-Lokalisierung“. Im jetzt geöffneten Dialog klicken Sie in der Liste mit der rechten Maustaste auf die Bilddatei und wählen „Koordinaten kopieren“.

Schließen Sie den Dialog, markieren Sie jetzt alle Bilder, welche diese GPS-Koordinaten erhalten sollten, und gehen Sie wieder auf „Bild -> Geo-Lokalisierung“. In der Liste wählen Sie alle Bilddaten mit Strg-A aus, klicken die Auswahl rechts an und gehen auf „Koordinaten einfügen“.

Damit die Änderungen an den Dateien übernommen werden, ist dann noch ein Klick auf „Apply/Anwenden“ unten nötig.

Exiftool: Das Kommandozeilenwerkzeug Exiftool liest und schreibt Exif-Daten und kann dabei auch über einen Filter nur die gewünschten Metadaten von einer Datei in eine ganze Reihe an anderen Dateien übertragen. Das Exiftool gibt es in allen populären Distributionen und ist in Debian/Ubuntu mit

sudo apt install exiftool

zu installieren. In Fedora und Open Suse nennt sich das Paket „perl-Image-ExifTool“. Kopieren Sie die Referenzdatei mit den GPS-Koordinaten in das Verzeichnis der anderen Bilddateien. In diesem Beispiel nennen wir diese Datei „referenz.jpg“. Der Befehl

exiftool -overwrite_original_in_place -tagsFromFile referenz.jpg -gps:all .

kopiert dann die GPS-Daten aus dieser Datei in alle anderen Bilddateien des Ordners. Beachten Sie den Punkt am Ende der Befehlszeile, der alle Dateien im Verzeichnis erfasst.

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