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Geheime Entwickleroptionen in Android nutzen

30.11.2017 | 08:25 Uhr |

Die versteckten Android-Entwickleroptionen richten sich nicht nur an App-Designer und -Developer, sondern können auch im Alltag gute Dienste leisten. PC-WELT stellt Ihnen die besten Anwendungsszenarien vor.

In den Entwickler-Optionen finden Sie verschiedene wichtige Funktionen wie beispielsweise „USB-Debugging“, das Ihnen unter anderem das Rooten oder Aufspielen eines Custom-ROMs sowie die Verwendung mancher Backup-Software ermöglicht. Außerdem können Sie auch die Leistung Ihres Geräts analysieren und Performance-Probleme beheben. PC-WELT erklärt Ihnen, wie Sie alle Funktionen freischalten und welche Möglichkeiten sich dadurch für Sie eröffnen.

Je nachdem, welche Android-Version auf Ihrem Smartphone installiert ist, können die verfügbaren Einstellungen voneinander abweichen. Beachten Sie außerdem, dass das geheime Einstellungsmenü eigentlich nur – wie der Name auch schon sagt – für App-Entwickler gedacht ist. So können Sie damit im schlimmsten Fall Ihr Smartphone beschädigen. Wenn Sie also nicht wissen, welche Funktionen in den Optionen für welche Aktion gedacht sind, lassen Sie lieber die Finger davon.

Entwickleroptionen in den Einstellungen freischalten

Entwickleroptionen auf Ihrem Smartphone deaktivieren.
Vergrößern Entwickleroptionen auf Ihrem Smartphone deaktivieren.

Besitzen Sie ein Smartphone mit Android 4.1 oder tiefer, können Sie die Entwickleroptionen über „Einstellungen –> Entwickleroptionen“ oder unter Android 2.3 über „Einstellungen –> Apps –> Entwickleroptionen“ aufrufen.

Ab Android 4.2 hat Google diesen Menüpunkt jedoch versteckt – wohl um zu verhindern, dass Anwender versehentlich dorthin geraten. Um den verborgenen Menüpunkt sichtbar zu machen, gehen Sie in den Einstellungen zur Rubrik „System“ und dann zum Menüpunkt „Über das Telefon“. Bei einigen Smartphones heißt er auch „Info“.

Anschließend tippen Sie dort auf den Menüpunkt „Build-Nummer“. Ist dieser dort nicht aufgeführt, müssen Sie über den Punkt „Mehr“ noch tiefer ins Menü gehen. Haben Sie „Build-Nummer“ gefunden, tippen Sie siebenmal darauf. Anschließend bekommen Sie eine Nachricht, dass der Entwicklermodus aktiviert wurde. In den Einstellungen taucht nun der Menüpunkt „Entwickleroptionen“ auf.

Ab der Betriebssystemversion Android Oreo werden Sie außerdem dazu aufgefordert, Ihren aktuellen PIN-Code oder das Muster zum Entsperren Ihres Smartphones einzugeben.

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Entwickleroptionen ausblenden und deaktivieren

Mit der Option „Fingertipps anzeigen“ lassen sich Ihre Displayberührungen für andere sichtbar machen.
Vergrößern Mit der Option „Fingertipps anzeigen“ lassen sich Ihre Displayberührungen für andere sichtbar machen.

Natürlich lassen sich die freigeschalteten Optionen auch wieder ausblenden oder sogar deaktivieren. Öffnen Sie hierfür in der Einstellungs-App Ihres Androiden unter „System“ den Punkt „Entwickleroptionen“. Um diese für Ihr Gerät zu deaktivieren, bedienen Sie anschließend oben am Bildschirmrand den Schieberegler, bis daneben „Aus“ steht.

Um die Entwickleroptionen gänzlich auf Ihrem Android-Smartphone auszublenden, müssen Sie dieses auf dem Werkszustand zurücksetzen. Vergessen Sie hier allerdings nicht, vorab ein Backup all Ihrer Kontakte, Kalendereinträge, SMS, Whatsapp-Nachrichten, Bilder, Videos und sonstigen Daten zu erstellen. Hier hilft Ihnen die kostenlose PC-Software „ My Phone Explorer “ weiter.

USB-Debugging aktivieren: Voraussetzung zum Rooten

Alle Wischgesten auf Ihrem Display zeichnet die „Zeigerposition“-Funktion mithilfe von Linien nach.
Vergrößern Alle Wischgesten auf Ihrem Display zeichnet die „Zeigerposition“-Funktion mithilfe von Linien nach.

Für Entwickler ist die „USB-Debugging“-Funktion wichtig, um Fehler in der Smartphone-Software aufzuspüren. Wenn Sie „USB-Debugging“ auf Ihrem Smartphone aktivieren und das Gerät anschließend per USB-Kabel mit Ihrem PC verbinden, wird es automatisch in den „Debugging-Modus“ versetzt. Das bedeutet, dass Sie anschließend mithilfe Ihres PCs auf dem Smartphone bestimmte Befehle ausführen können. So lassen sich Daten ändern, löschen oder erstellen. Sie benötigen die Funktion beispielsweise, wenn Sie mit der beliebten App „My Phone Explorer“ ein Backup Ihrer Smartphone-Daten anlegen, aber auch, wenn Sie Ihr Mobilgerät rooten und ein alternatives Betriebssystem, ein sogenanntes Custom-ROM, aufspielen wollen. Die entsprechende Option finden Sie auf Ihrem Smartphone in den Entwickleroptionen unter dem Bereich „Debugging“. Aktivieren Sie diese durch Antippen des Schiebereglers.

Beachten Sie bitte, dass die Verwendung der Entwickleroptionen Schaden anrichten kann!
Vergrößern Beachten Sie bitte, dass die Verwendung der Entwickleroptionen Schaden anrichten kann!

Achtung: Wenn Sie die „USB-Debugging“-Option nicht mehr benötigen, sollten Sie diese anschließend auf Ihrem Smartphone wieder deaktivieren. Tun Sie dies nicht, haben Unbefugte über diese Schnittstelle leichtes Spiel beim Zugriff auf Ihre privaten Daten. So lässt sich beispielsweise das Entsperrmuster Ihres Smartphones bei aktiviertem „USB-Debugging“ einfach umgehen.

Fingertipps und Wischgesten auf dem Display anzeigen

Nach der Aktivierung finden Sie die Entwickleroptionen unter dem Punkt „System“.
Vergrößern Nach der Aktivierung finden Sie die Entwickleroptionen unter dem Punkt „System“.

Wenn Sie Familienmitgliedern oder Freunden bei einem Smartphone-Problem aus der Ferne helfen wollen, bietet sich die Verwendung von Screenshots an. Diese können Sie mit der „Fingertipps anzeigen“-Funktion in den Entwicklereinstellungen noch aussagekräftiger gestalten, denn dieses Feature macht die Berührungen Ihrer Finger auf dem Display sichtbar. So wissen die Hilfesuchenden anschließend noch genauer, wo Sie die entsprechende Funktion finden, die ihr Problem behebt. Um ein visuelles Feedback Ihrer Fingertipps auf dem Display anzuzeigen, öffnen Sie die Entwickleroptionen auf Ihrem Smartphone und scrollen zum Bereich „Eingabe“. Aktivieren Sie hier anschließend den entsprechenden Punkt. Danach erscheint jedes Mal ein kleiner Kreis überall dort, wo Sie den Bildschirm mit dem Finger berühren.

Entwickleroptionen auf Ihrem Androiden-Smartphone anschalten.
Vergrößern Entwickleroptionen auf Ihrem Androiden-Smartphone anschalten.

Wenn Sie nicht nur Ihre Fingertipps, sondern alle Wischgesten auf dem Display sichtbar machen wollen, ist die „Zeigerposition“ die richtige Option für Sie. Diese finden Sie direkt unter der „Fingertipps anzeigen“-Funktion im Entwickleroptionen-Menü. Aktivieren Sie hier den Schieberegler. Anschließend zeichnet Ihr Smartphone alle Ihrer Berührungen auf dem Display mit Linien nach. Die Linien werden dabei so lange angezeigt, bis Sie die nächste Aktion au dem Bildschirm durchführen.

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Display für zeitintensive Arbeiten dauerhaft aktivieren

Mit der Funktion „Aktiv lassen“ verhindern Sie, dass sich das Display ausschaltet.
Vergrößern Mit der Funktion „Aktiv lassen“ verhindern Sie, dass sich das Display ausschaltet.

In den Entwickleroptionen finden Sie eine weitere spannende Funktion, die sich vor allem dann als nützlich erweist, wenn Sie zeitintensivere Aufgaben am Smartphone erledigen müssen, beispielsweise beim Einrichten Ihres Mobilgeräts oder während der Erstellung eines Backups. So können Sie stets die Fortschritte überprüfen, ohne das Display immer wieder umständlich entsperren zu müssen. Mit „Aktiv lassen“ schaltet sich der Bildschirm niemals aus, auch, wenn Sie ihn gerade nicht verwenden. Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass Ihr Smartphone via Ladekabel mit dem Stromnetz verbunden ist. Aktivieren Sie per Antippen die entsprechende Option im Entwickleroptionen-Menü.

Aktive Dienste und belegten Speicherplatz analysieren

Einen Überblick über alle aktiven Anwendungen bietet die Option „Aktive Dienste“.
Vergrößern Einen Überblick über alle aktiven Anwendungen bietet die Option „Aktive Dienste“.

Um herauszufinden, wie viel Platz des Arbeitsspeichers das Betriebssystem und die gerade verwendeten Apps derzeit in Anspruch nehmen, tippen Sie im Entwicklermenü auf die Option „Aktive Dienste“. Die Auflistung der Belegung des Arbeitsspeichers ist anschließend in drei unterschiedliche Bereiche unterteilt: „System“, „Apps“ und „Frei“. In der Übersicht sehen Sie auch detailliert, welche Apps aktuell wie viel Arbeitsspeicher verwenden und wie lange sich diese Apps bereits im Speicher befinden. Durch Anklicken des jeweiligen Listeneintrags kommen Sie so in die aktiven Dienste der App und können diese beenden und damit den aktuell belegten Speicher wieder freigeben. Dies kann bei Performance-Problemen helfen.

Inkognito: Alternativen GPS-Standort vortäuschen

Mithilfe der App „Fake GPS location“ können Sie einen alternativen Standort vortäuschen.
Vergrößern Mithilfe der App „Fake GPS location“ können Sie einen alternativen Standort vortäuschen.

Viele Android-Apps speichern und senden den aktuellen Standort des Smartphones. Das kann natürlich sinnvoll sein, etwa wenn Sie sich vom Handy navigieren lassen oder wenn Sie sich per App den Standort Ihres geparkten Autos merken wollen. Doch gerade bei Apps mit Anschluss an soziale Netze ist die Übermittlung des aktuellen Standorts doch nicht immer erwünscht. Hier hilft die App „ Fake GPS location “. Sie spiegelt anderen Apps einen falschen Standort vor. Damit das Programm funktioniert, müssen Sie zunächst in den Einstellungen von Android unter „Entwickleroptionen“ die Option „App für simulierte Standorte auswählen“ aktivieren. Bei Samsung heißt die Option übrigens „Pseudostandorte zulassen“. Bei älteren Android-Versionen, gehen Sie über die Option „Falsche Standorte zulassen“ und wählen dort „Fake GPS location“ aus. Öffnen Sie anschließend die App auf Ihrem Mobilgerät und legen den gewünschten Standort fest, den Ihr Smartphone für andere Anwendungen nutzen soll. Bestätigen Sie über das kleine Dreieck rechts unten im Bildschirm Ihre Auswahl. Wenn Sie nun beispielsweise Google Maps öffnen, wird Ihnen hier Ihr soeben ausgewählter falscher Standort angezeigt.

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Animationsgeschwindigkeit von Effekten anpassen

Im Bereich „Zeichnung“ können Sie die Animationsgeschwindigkeit der Effekte anpassen.
Vergrößern Im Bereich „Zeichnung“ können Sie die Animationsgeschwindigkeit der Effekte anpassen.

Auch an den Effekten Ihres Androiden können Sie mit den Entwickleroptionen herumspielen. Scrollen Sie hierfür zum Punkt „Zeichnung“. Hier stehen die Punkte „Maßstab Übergangsanimation“, „Maßstab für die Animatorzeit“ sowie „Maßstab für die Fensteranimation“ zur Auswahl. Der Standardwert ist hierbei jeweils 1,0. Wenn Ihnen die Animationen auf Ihrem Gerät zu träge ablaufen, können Sie diese beschleunigen, indem Sie hier jeweils den Animationsmaßstab erhöhen. Wenn Sie den Animationsstandard hingegen heruntersetzen, können Sie Ihr Smartphone um einiges verlangsamen. Sie können die Animationen an diesem Punkt auch komplett ausschalten. Wenn Sie Ihr Smartphone anschließend neu starten, sollten sich beispielsweise Apps deutlich schneller öffnen.

GPU-Rendering erzwingen: Grafikprozessor zuschalten

Bei wiederholten Performance-Problemen oder Abstürzen von Apps kann die Option „GPU-Rendering erzwingen“ helfen. Diese finden Sie in den Entwickleroptionen im Bereich „Hardwarebeschleunigtes Rendering“. Wenn Sie diese auf Ihrem Smartphone aktivieren, springt anschließend der Grafikprozessor Ihres Androiden ein, sobald die CPU an ihre Grenzen stößt. Während dies Probleme bei manchen Apps lösen kann, stürzen andere Anwendungen bei aktiviertem GPU-Rendering leider ab. Sie sollten die Funktion also nicht dauerhaft auf Ihrem Smartphone verwenden.

Weitere versteckte Funktionen unter Android 6 und 7

Wenn Ihnen die Standardeinstellungen von Android 6 und 7 inklusive der Entwickleroptionen noch nicht ausreichen, können Sie außerdem das Menü mit dem Namen „System UI Tuner“ auf Ihrem Smartphone einrichten. Dieses muss ebenso wie die Entwickleroptionen erst noch freigeschaltet werden, bevor Sie es nutzen können. Dazu ziehen Sie die Statusleiste herunter und halten das Zahnrad für die Einstellungen rund 10 Sekunden lang gedrückt. Es erscheint eine Meldung, dass der „System UI Tuner“ aktiviert wurde. Nach der Aktivierung des Menüs finden Sie diesen anschließend am Ende der Einstellungen innerhalb der Rubrik „System“.

Funktionen unter Android 6: Sie können innerhalb des Menüpunkts „Schnelleinstellungen“ die Kacheln nach Ihren Wünschen anordnen und neue Kacheln hinzufügen. In der „Statusleiste“ legen Sie fest, welche Informationen dort erscheinen sollen. Mithilfe des Schiebereglers bei „Eingebettete Akku-Prozentzahl anzeigen“ blenden Sie die Prozentzahl des Akkustandes Ihres Geräts in der Statusleiste ein, auch wenn das Smartphone gerade nicht geladen wird. Mithilfe des Demo-Modus können Sie sich vorab ein Bild verschaffen, wie die Anpassungen aussehen werden.

Funktionen unter Android 7: Der „System UI Tuner“ bietet beim Betriebssystem Android 7 drei Unterpunkte: Über die Bearbeitungsmöglichkeit für die „Statusleiste“ können Sie die Symbole für die Schnellstartleiste aktivieren, aber auch das Erscheinungsbild für das Akkusymbol sowie die Uhrzeitanzeige festlegen. Mit „Bitte nicht stören“ entscheiden Sie, welche Informationen beim Betätigen der Lautstärketasten angezeigt werden. Sie können sowohl die Lautstärke beeinflussen, als auch über den Schieberegler den „Nicht stören“-Modus aktivieren. Im dritten Menüpunkt „Sonstiges“ haben Sie Zugriff auf die erweiterten Benachrichtigungseinstellungen.

An dieser Stelle können Sie die Benachrichtigungen der Apps aktivieren. Sie erhalten zudem eine Beschreibung der insgesamt sechs Stufen, die für jede App zur Verfügung stehen. Wie Sie diese je App festlegen, finden Sie im Punkt „Schnelle Antwort für Whatsapp & Co.“.

Natürlich lässt sich der „System UI Tuner“ auch wieder entfernen. Tippen Sie hierfür länger auf das Zahnrad, und bestätigen Sie die Frage „System UI Tuner aus ‚Einstellungen’ entfernen und die Verwendung von allen zugehörigen Funktonen beenden?“ mit „Entfernen“.

Die Themen in Tech-up Weekly #85: +++ AMD Threadripper: Neue CPU mit 16 Kernen +++ Wana Crypt0r 2.0: Erpresser-Virus verbreitet sich rasant +++ Google I/O mit Google Lens, Android Go, neue VR-Brille +++ Quick-News der Woche +++ Kommentar der Woche +++ Fail der Woche: United Airlines: Cockpit-Codes im Internet geleaked

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►AMD Threadripper: Neue CPU mit 16 Kernen für Desktop-PCs (0:24):
www.pcwelt.de/2273949
►Intel: Skylake-X könnte als Core i9 in den Handel kommen:
www.pcwelt.de/2273426

►Wana Crypt0r 2.0: Erpresser-Virus verbreitet sich rasant - so schützen Sie sich! (2:08):
www.pcwelt.de/2273169

►Google I/O mit Google Lens, Android Go, neue VR-Brille – Neues von Google (5:13):
www.pcwelt.de/2274258
►Android 8 / O: Diese Geräte erhalten das Update:
www.pcwelt.de/2273697

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Quick-News (7:58):

►Windows 10 Fall Creators Update - alle Neuerungen:
www.pcwelt.de/2264171

►GeForce GTR 1030: Billig-Grafikkarte von Nvidia:
www.pcwelt.de/2273694

►Phantom Dust gratis für Win10 & Xbox One:
www.pcwelt.de/2273652

►EU-Kommission: 110 Millionen Euro Strafe für Facebook:
www.pcwelt.de/2274489

►Humble Indie Bundle 18: 7 Top-Spiele fast geschenkt:
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►The Witcher: TV-Serie erscheint exklusiv bei Netflix:
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Fail der Woche (10:27):

►United Airlines: Cockpit-Codes im Internet geleaked:
www.pcwelt.de/2273775

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