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Dropbox in Linux: Andere Dateisysteme einbinden

03.06.2019 | 13:32 Uhr | David Wolski

Linux-Anwender haben eine enorme Auswahl an Dateisystemen. Wer Dropbox unter Linux mit dem nativen Dropbox-Client nutzt, muss die Daten zum Abgleich mit dem Cloudspeicher auf einer Ext4- Partition speichern. Denn seit November 2018 unterstützt Dropbox unter Linux keine anderen Dateisysteme mehr als Ext4.

Es verbleibt aber immer noch eine Möglichkeit, beliebige Dateisysteme – auch verschlüsselte – auf dem Linux-System einzusetzen und weiterhin Dropbox zu nutzen. Der Schlüssel dazu ist ein Loopback-Dateisystem mit Ext4, das wir in Form einer Datei anlegen und dann in den Dropbox-Ordner einhängen. Der Dropbox-Client wird dann dort – wie verlangt – ein Ext4-Dateisystem vorfinden, aber die eigentliche Loopback-Datei liegt auf der Festplatte, die mit einem ganz anderen Dateisystem formatiert sein darf. So gehen Sie vor:

1. Es ist wichtig, zum Umbau des Dropbox-Ordners den laufenden Dropbox-Client zuverlässig zu beenden.

Im Terminal dient dazu dieser Befehl mit dem bewährten Taskkiller „killall“:

killall dropbox   

2. Ist der Client beendet, erstellen Sie ein Backup des bestehenden Dropbox-Ordners unter „~/Dropbox“ im Home-Verzeichnis, indem Sie diesen Ordner nach „~/Backup_Dropbox“ umbenennen. Dies gelingt entweder im bevorzugten grafischen Dateimanager oder auch auf die folgende Weise in der Kommandozeile:

mv ~/Dropbox ~/Backup_Dropbox  

3. Jetzt geht es darum, eine Datei als Container zu erstellen, die der Größe des Dropbox-Speicherplatzes entspricht. Den gesamten Platz zeigt der Dropbox-Browser auf https://www.dropbox.com/h nach einem Klick auf das Accountsymbol ganz rechts oben an. Hier gehen wir davon aus, dass es sich um die kostenlosen zwei GB (2048 MB) handelt. Bei der Erstellung der Containerdatei mittels dd sollte man noch gut 30 Prozent Puffer für das spätere Dateisystem mit einplanen. Der Befehl

dd if=/dev/zero of=~/.Dropbox_Ext4 bs=1M count=2458  

erzeugt im Home-Verzeichnis die versteckte Datei „.Dropbox_ Ext4“ mit einer Größe von 2458 MB.

Linux-Dateisystem - das bedeuten /bin, /boot, /etc, /opt & Co.

4. Mit der gerade erzeugten Datei arbeiten Sie nun weiter. Ziel ist es, in dieser Containerdatei ein reguläres Dateisystem zu erstellen und es dann wieder im Home-Verzeichnis einzuhängen. Dazu erstellt zunächst das Kommando

mkfs.ext4 ~/.Dropbox_Ext4

das Ext4-Dateisystem im Container.

5. Beim nächsten Systemstart soll dieser Ext4-Container automatisch unter „~/Dropbox“ verfügbar sein. Das dafür benötigte Verzeichnis erstellt dieser Befehl:

mkdir ~/Dropbox  

Mit einem Texteditor wie Nano öffnen Sie jetzt die Konfigurationsdatei „/etc/fstab“ mit root-Rechten oder vorangestelltem sudo:

sudo nano /etc/fstab 

Ans Ende der Datei „fstab“ kommt nun folgende Zeile, bei der Sie akribisch darauf achten müssen, dass die beiden Pfade zum Home-Verzeichnis stimmen. In unserem Beispiel ist der Konto-Platzhalter „[User]“ eingetragen, den Sie durch den tatsächlichen Pfad ersetzen müssen:

/home/[User]/.Dropbox_Ext4 /home/[User]/Dropbox ext4 defaults,user_xattr,loop 0 0  

Nach der letzten Zeile erwartet „/etc/fstab“ immer noch eine abschließende Leerzeile.

6. Bevor Sie das System neu starten, ist es wichtig, die geänderte Konfigurationsdatei „/etc/ fstab“ zu testen, um böse Überraschungen beim nächsten Booten zu vermeiden. Einen Test führt der Befehl

sudo mount -a  

aus und zeigt Fehlermeldungen an, falls in der Konfigurationsdatei etwas nicht stimmt. Der Befehl hängt den Container auch gleich an, wenn alle Angaben in der „/etc/fstab“ korrekt sind.

Tipp: Linux-Dateisysteme für Fortgeschrittene

7. Mit dem Befehl

sudo chown $USER:$USER ~/ Dropbox  

übernimmt man als Benutzer den Besitz über das Ext4-Dateisystem im Container und kann nun alle Daten aus dem Backup-Verzeichnis „~/Backup_Dropbox“ zurück nach „~/Dropbox“ kopieren.

Nach einem Neustart geht das Leben mit dem Dropbox-Client wieder gewohnt weiter. Ein prüfender Blick im Terminal mit

dropbox status  

auf den Dropbox-Client wird lediglich die Warnung anzeigen, „lost+found“ könne nicht synchronisiert werden. Dies ist beabsichtigt und kann ignoriert werden, weil es sich um ein Verzeichnis zur internen Verwaltung des Ext4-Dateisystems im Container handelt. Auf keinen Fall darf man den Container während des Betriebs von Dropbox aushängen, denn der Dropbox-Client geht sonst davon aus, alle Dateien seien gelöscht. Der Container ist bei der beschriebenen Methode durch das sudo-Passwort vor einem versehentlichen Aushängen geschützt.

Die Themen in Tech-up Weekly #152:

► Geforce GTX 1650: Mehr Gaming-Power für kleines Geld:
www.pcwelt.de/news/Geforce-GTX-1650-Mehr-Gaming-Power-fuer-kleines-Geld-10580716.html

► Grüne fordern: 100 Euro pro Tag, wenn Internet ausfällt:
www.pcwelt.de/news/Gruene-fordern-100-Euro-pro-Tag-wenn-Internet-ausfaellt-10581551.html

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Quick-News:

► Fortnite: Entwickler beklagen schlechte Arbeitsbedingungen:
www.pcwelt.de/news/Fortnite-Entwickler-beklagen-schlechte-Arbeitsbedingungen-10581187.html

► Web-Schnitzeljagd eröffnet: 1-Mio-Dollar-Schatz gesucht:
www.pcwelt.de/produkte/Web-Schnitzeljagd-eroeffnet-1-Mio-Dollar-Schatz-gesucht-10578956.html

► Microsoft begräbt Windows 10 Sets:
www.pcwelt.de/news/Microsoft-begraebt-Windows-10-Sets-10579861.html

► Telekom baut letzte gelbe Telefonzelle in Deutschland ab:
www.pcwelt.de/news/Telekom-baut-letzte-Telefonzelle-in-Deutschland-ab-10580088.html

► Microsoft ist über eine Billion US-Dollar wert:
www.pcwelt.de/news/Microsoft-ist-ueber-eine-Billion-US-Dollar-wert-10581583.html

► OnePlus 7 Serie wird am 14. Mai enthüllt:
www.pcwelt.de/news/OnePlus-7-Serie-wird-am-14.-Mai-enthuellt-10581154.html

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Fail der Woche:

► WiFi Finder: Android-App leakt 2 Mio. WLAN-Passwörter:
www.pcwelt.de/produkte/WiFi-Finder-Android-App-leakt-2-Mio.-WLAN-Passwoerter-10580497.html

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