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Drahtloser Surround-Sound: Wisa statt Bluetooth oder WLAN

03.09.2019 | 09:01 Uhr | Ines Walke-Chomjakov

Um Klang drahtlos an ein Soundsystem zu übertragen, nutzen die meisten Geräte Bluetooth oder WLAN. Eine Alternative findet sich in Wisa. Per Funk lassen sich mit diesem Verfahren unkomprimierte Audioformate wie etwa Dolby Atmos oder DTS:X an kompatible Lautsprecher übertragen. Doch wie funktioniert das und welche Geräte unterstützen Wisa überhaupt?

Wisa steht für Wireless Speaker and Audio Association. Dahinter steht mit Wisa LLC ein unternehmensübergreifender Zusammenschluss, der sich der drahtlosen Klangübertragung in High-Resolution-Qualität verschrieben hat und von Summit Wireless Technologies gegründet wurde. Das Ziel: Computer-Electronics-Geräte sollen bei der Soundwiedergabe möglichst einfach und vor allen Dingen ohne Kabel mit High-End-Drahtlos-Lautsprechern zusammenarbeiten können. Zu den Mitgliedern zählen Unternehmen wie Sharp, Onkyo, Bang & Olufsen, TCL oder Magnat. Insgesamt sind derzeit rund 55 Firmen an Bord.

Wisa existiert bereits seit 2011. Einen wichtigen Impuls bekommt die Technik jedoch erst in diesem Jahr. Denn mit LG hat ein großer TV-Hersteller angekündigt, die für 2019 vorgesehenen OLED-Fernseher und High-End-LCD-TVs als „Wisa Ready“ anzubieten. Damit unterstützen die Geräte die Technik grundsätzlich, benötigen jedoch für die Übertragung einen Transmitter, der per USB mit dem TV-Gerät verbunden sein muss – wie etwa der Axiim Link. Darüber lässt sich dann HR-Klang auf einem Wisa-fähigen Soundsystem wiedergeben. Das Wisa-Verfahren verwendet zur Soundübertragung die Frequenzbänder 5,2 und 5,8 GHz. Sie sind von anderen Geräten nahezu unberührt. Sollte es doch zu Störungen kommen, sollen die Systeme mit Wisa-Zertifizierung automatisch die Frequenz wechseln können – und zwar ohne wahrnehmbare Unterbrechung.

Per Wisa lässt sich High-Resolution- Sound drahtlos übertragen. Lautsprecher, die das Verfahren beherrschen, sind hochpreisig, wie etwa die Beolab- 18-Serie von B&O.
Vergrößern Per Wisa lässt sich High-Resolution- Sound drahtlos übertragen. Lautsprecher, die das Verfahren beherrschen, sind hochpreisig, wie etwa die Beolab- 18-Serie von B&O.

Das Übertragungsprotokoll ist speziell auf Multi-Channel-Audio ausgelegt. Ein Wisa-Transmitter überträgt bis zu acht Audiokanäle gleichzeitig an die aktiven, im Raum verteilten Lautsprecher. Sie wiederum können High-Resolution-Audio mit 24 Bit und einer Abtastrate von bis zu 96 kHz unkomprimiert wiedergeben. Darin liegt gleichzeitig laut Wisa LLC der große Unterschied zu Wifi-Multiroom-Audiosystemen wie etwa von Sonos. Sie nutzen Mesh-Technik wie beispielsweise Zigbee, um Stereo-Audio an die verteilten Speaker weiterzugeben. Das reicht für die Musik-Wiedergabe aus, bei Filmklang stößt es jedoch oft an seine Grenzen – Dialoge sind schwer zu verfolgen, dazu fehlt es an Dynamikumfang.

Grundsätzlich spricht man bei Wisa von einer Latenz von nur fünf Millisekunden. Darin liegt gleichzeitig auch der wichtigste Unterschied zu einem Bluetooth-Lautsprecher. Denn bei Bluetooth sind die Übertragungsverzögerungen so hoch, dass beispielsweise flüssiges Spielen nicht möglich ist. Dazu kommt, dass sich Gerät und Bluetooth-Lautsprecher bei jedem Einsatz extra verbinden müssen. Über Wisa ist die Verbindung einmalig und bleibt bestehen. Geräte, die Wisa beherrschen, sind durchweg hochpreisig. Als einer der ersten Hersteller von Soundsystemen hat Bang & Olufsen die drahtlose Verbindung in Geräte integriert – beispielsweise in die Lautsprecherserie Beolab 18, die bei rund 2750 Euro startet.

Tipp: TV-Inhalte an jedes Gerät im Netzwerk streamen

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