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Diese Neuerungen und Vorteile bringt Displayport 2.0

02.04.2020 | 13:01 Uhr |

Die für einheitliche Videostandards zuständige Organisation Video Electronics Standards Association, kurz Vesa, hat im Frühsommer 2019 die neueste Generation des Displayport-Anschlusses angekündigt: Displayport 2.0.

Der neue Standard wird Auflösungen von bis zu 16K oder 15360 x 8460 Pixel unterstützen und dafür den herkömmlichen Displayport-Stecker oder auch USB-Typ-C einsetzen. Erste Geräte mit Displayport 2.0 werden voraussichtlich ab Ende 2020 auf den Markt kommen.

Beim Displayport handelt es sich um einen Videoübertragungsstandard, der bei PC-Monitoren zu finden ist. Grundsätzlich ist die Ähnlichkeit zum weit verbreiteten HDMI-Standard recht groß, denn über beide Schnittstellen lassen sich sowohl Bild- als auch Tonsignale übertragen. Die aktuelle Displayport-Version 1.4 beherrscht die Wiedergabe von 8K-Videos bei 60 Hertz Bildwiederholrate. Den Displayport-Stecker gibt es in einer breiteren und in der kleineren Variante Mini-Displayport. Und auch preislich schröpfen die Displayportkabel nicht gleich den Geldbeutel.

Aber warum kommt Displayport überhaupt zum Einsatz, wenn es mit HDMI bereits einen sehr ähnlichen Standard und populären Anschluss auf dem Markt gibt? Tatsächlich bringt die Technik einen Vorteil mit, wenn es um die Nutzung mehrerer Monitore geht. Im Gegensatz zu HDMI beherrscht der Displayportstandard die sogenannte Daisy-Chain-Funktion: Hierbei lässt sich ein Bildschirm über ein Displayportkabel mit dem System verbinden. Um einen oder mehrere weitere Monitore mit den gleichen Video- und Audiosignalen zu betreiben, lässt sich ein Displayportkabel vom ersten Monitor an den zweiten Schirm anschließen – und so weiter.

Der Anschluss Displayport 2 hält einige Neuerungen bereit: Mehr Bandbreite, höhere Auflösungen und – wie gehabt – die Möglichkeit, auch über USB-C zu kommunizieren.
Vergrößern Der Anschluss Displayport 2 hält einige Neuerungen bereit: Mehr Bandbreite, höhere Auflösungen und – wie gehabt – die Möglichkeit, auch über USB-C zu kommunizieren.

Das ist eine elegante und unkomplizierte Lösung, die viele IT-Profis und auch Gamer besonders schätzen. Aber das ist auch einer der Gründe, warum der Anschluss in besonders günstigen Monitoren, PCs oder Notebooks kaum eingebaut ist, da die Nutzergruppe noch vergleichsweise klein ist.

Warum also sollte sich dann jemand außerhalb dieser Zielgruppe für Displayport 2.0 interessieren? Die neue Ausführung wird im Wesentlichen ein Upgrade der Spezifikationen der aktuellen Generation sein. Sie wird 8K, 10K und sogar 16K bei einer Bildwiederholfrequenz von 60 Hz unterstützen, was der doppelten Auflösung und Bandbreite der aktuellen Displayportkabel entspricht. Die Datenübertragung wird mit maximal 77,37 GBit/s erfolgen. Außerdem soll die kontrastreichere Darstellungsform HDR10 nativ unterstützt werden. Alle Displayport-2-Geräte müssen die Kodierung „Display Stream Compression“ (DSC) unterstützen, bei der es sich um einen Standard für verlustfreie Bildkomprimierung handelt, der oft von Herstellern ignoriert wird.

Diese Spezifikationen sind allein schon beeindruckend. Doch gleichzeitig könnte Displayport 2.0 auch Virtual-Reality-Anwendungen neuen Schub geben – insbesondere in Sachen Gaming. Denn nicht nur die hohe Bandbreite ist fürs Zocken in VR ideal, sondern laut VESA auch die Möglichkeit, zwei VR-Headsets mit jeweils 4K-Inhalten bei 60 Hz zu versorgen – dank Daisy-Chain. Gleichzeitig wird der Standard auch kompatibel mit der ersten Generation bleiben, da Stecker- und Anschlussdesign unverändert bleiben.

Mehr Bandbreite für Displayport 2: Bei der nun verabschiedeten Fassung sind bis zu knapp 80 GBit/s möglich.
Vergrößern Mehr Bandbreite für Displayport 2: Bei der nun verabschiedeten Fassung sind bis zu knapp 80 GBit/s möglich.

Angesichts der guten VR-Kompatibilität und Unterstützung von bis zu 16K ist Displayport 2 äußerst zukunftssicher aufgestellt. Dazu kommt, dass Displayport 2 nicht ausschließlich über ein einzelnes Stecker- und Buchsen-Design funktionieren soll, sondern USB-Typ-C weiter einschließt. Das beschleunigt die Verbreitung des verdrehsicheren USB-Steckers weiter. Gut möglich, das Typ-C HDMI- und Displayportanschlüsse bei Endgeräten verstärkt verdrängt. Bei aktuellen Apple Macbooks ist das beispielsweise schon passiert. Der Grund: USB-Typ-C beherrscht sogenannte Alternate Modes (Alt Modes) oder alternative Modi. Das mag zwar im ersten Moment etwas komplex oder gar verwirrend klingen. Doch grundsätzlich besitzt jedes USB-C-Kabel vier Datenübertragungskanäle, von denen jeder Kanal eine Bandbreite von 20 GBit/s besitzt. In Alt-Modi können jedoch die Richtungen der Kanäle geändert werden, sodass ein System beispielsweise geballte 80 GBit/s an einen einzelnen Monitor übertragen kann – und genau deshalb ist USB-C geradezu prädestiniert für die maixmalen 77,37 GBit/s des Displayport-2-Standards.

Aber keine Angst: Das bedeutet nicht automatisch, dass in Zukunft Adapter notwendig sein werden, um ein USB-Typ-C-Kabel mit dem TV-Gerät zu verbinden. Im Endeffekt heißt das nur, dass Displayport-2-fähige Fernseher und Monitore auch USB-Typ-C-Buchsen mitbringen werden, worüber sich auch schnell und einfach Inhalte von Smartphones, Tablets oder Notebooks übertragen lassen.

Die Vesa plant, Displayport 2 Ende 2020 auf den Markt zu bringen. Danach wird es noch dauern, bis erste Geräte damit ausgestattet sind. Wie üblich wird sich die aktuellste Version erst in teuren High-End-Geräten und -Bildschirmen finden. Die erschwinglichen Endgeräte müssen da noch weiter warten.

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