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Die Wärmeleitpaste Ihrer Grafikkarte erneuern

27.03.2019 | 09:12 Uhr |

Es gibt kleinere Wartungen, die Sie im Laufe der Zeit vornehmen sollten, um späteren PC-Problemen effektiv vorzubeugen. Dazu zählt, die Wärmeleitpaste Ihrer Grafikkarte zu erneuern.

Die Wärmeleitpaste befindet sich zwischen dem Grafikchip und dem Kühlsystem und sorgt für vollständigen und flächendeckenden Kontakt mit der Bodenplatte des Kühlers. Sie hilft dabei, die komplette Abwärme der GPU abzuführen und die Grafikkarte zu kühlen. Da die Paste über die Jahre hinweg jedoch austrocknet, leidet die Kontaktfähigkeit. Deshalb ist es durchaus ratsam, sie nach einiger Zeit zu erneuern.

Passiert das nicht, nimmt die Kühlleistung erheblich ab, was zu einer schwächeren 3D-Leistung und im schlimmsten Fall zu größeren Defekten am Grafikchip führen kann.

Die Maßnahme bietet sich in der Regel nach drei Jahren an. Sind erste Leistungseinbußen zu spüren, erneuern Sie die Paste eventuell früher. Eine verringerte Leistung tritt dann auf, wenn die Grafikkarte schnell zu heiß läuft, Lüfter mit maximaler Drehgeschwindigkeit arbeiten und Ruckler beim Spielen auftreten. Der Grund: Bei hohen Temperaturen senkt der Chip die Taktfrequenz, um sich selbst zu schützen. Die Performance nimmt entsprechend ab. Hinweis: Sollten Sie das Gehäuse Ihres Fertig-PCs vor dem Ende der Garantiezeit öffnen, kann Garantieanspruch erlöschen.

Doch nicht immer macht sich ein heißer Grafikchip so deutlich bemerkbar. Deshalb ist es sinnvoll, die Temperatur dieser Komponente hin und wieder zu überprüfen. Hierfür stehen Ihnen einige kostenlose Tools zur Verfügung. Empfehlenswert ist GPU-Z. In dieser recht übersichtlichen Anwendung können Sie ganz einfach die aktuelle Temperatur Ihrer GPU ablesen. Sie sollte im normalen Betrieb nicht höher als 60 Grad Celsius sein. Beim Zocken hingegen kann die Temperatur schon auf etwa 90 Grad ansteigen. Ab einem Wert von hundert Grad Celsius besteht sofortiger Handlungsbedarf. Prüfen Sie zuerst, ob sich die Lüfter auf der Grafikkarte noch drehen. Wenn das der Fall ist, sollten Sie die Wärmeleitpaste dringend erneuern. Bevor Sie loslegen, sind einige Vorbereitungen durchaus sinnvoll: Halten Sie geeignetes Werkzeug, eventuell sogar ein Reparaturset für Computer-Technik, bereit. Dazu ist auch ein Behälter zum Sammeln der Schrauben sinnvoll. Um den Chip und den Kühler von der alten Wärmeleitpaste zu befreien, benötigen Sie etwas puren Alkohol sowie trockene, fusselfreie Tücher. Dazu legen Sie die neue Wärmeleitpaste bereit.

Wird Ihre Grafikkarte zu heiß, kann das an einer veralteten Wärmeleitpaste liegen. Sie lässt sich entfernen und durch eine neue Paste erneuern.
Vergrößern Wird Ihre Grafikkarte zu heiß, kann das an einer veralteten Wärmeleitpaste liegen. Sie lässt sich entfernen und durch eine neue Paste erneuern.

Im ersten Schritt trennen Sie Ihren PC komplett vom Strom, entfernen die Grafikkarte aus Ihrem Computer und nehmen nun die Kühleinheit von der GPU ab. Hierzu lösen Sie vorsichtig die Schrauben des Kühlsystems, welche sich auf der Unterseite der Grafikkarte befinden. Im Zweifelsfall entfernen Sie einfach alle dort befindlichen Schrauben. Nun können Sie den Kühler langsam von der Platine abnehmen. Achten Sie dabei darauf, dass die beiden Komponenten nicht einfach nur lose aufeinander liegen. Oft halten Haken oder Lüfterkabel das Kühlsystem an der Platine.

Deshalb sollten Sie unbedingt vorsichtig vorgehen und nicht einfach beide Teile mit Gewalt lösen, wenn Sie einen Widerstand spüren. Lösen Sie zuerst die Kabel und/oder Haken, bevor Sie beide Teile der Grafikkarte endgültig voneinander trennen.
Im zweiten Schritt geht es um die Wärmeleitpaste. Denn nun, da Sie beide Teile in den Händen halten, haben Sie einen direkten Blick auf den Grafikchip und auf die Reste der Paste. Sie können jetzt also am besten bewerten, ob diese trocken, spröde oder nur unzureichend verteilt ist. In jedem Fall entfernen Sie die alte Wärmeleitpaste mit einem trockenen Tuch und reinigen die Oberfläche der GPU sowie die Bodenplatte der Kühlung mit dem Alkoholreiniger. Tragen Sie diesen sparsam auf ein weiteres, sauberes Tuch auf und entfernen Sie alle Rückstände von den Kontaktflächen. Jetzt können Sie die neue Wärmeleitpaste auf den Grafikchip auftragen, indem Sie einen erdnussgroßen Tropfen in die Mitte setzen.

Durch das Aufsetzen des Kühlsystems wird der Klecks flächendeckend und ohne Lufteinschlüsse verteilt. Danach können Sie beide Komponenten wieder verschrauben. Zum Schluss schließen Sie die Lüfter der Grafikkarte wieder an.
Ist alles fertig montiert, sollten Sie die Temperatur der Grafikkarte erneut überprüfen. Sollte sie immer noch auf weit über 90 Grad Celsius steigen, ist es empfehlenswert, das Kühlsystem im Inneren Ihres Computers zu optimieren, indem Sie beispielsweise weitere Gehäuselüfter installieren. Als Alternative können Sie auch auf eine Wasserkühlung umsteigen. Sie stellt nicht nur eine gewisse Investition dar, sondern erfordert auch einiges Know-how.

Tipp: Wenn es schon zu spät ist - im Backofen reparieren Sie die Grafikkarte wieder

Tipp: Alte Hardware gezielt aufrüsten und Ihr PC wird fit für aktuelle Software

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