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Das sollten Sie beim Kauf eines CPU-Kühlers beachten

10.12.2019 | 09:02 Uhr |

Prozessoren werden vom Hersteller meist mit sogenannten „Stock“- oder „Boxed“-Kühlern ausgeliefert, die allerdings nicht den besten Ruf genießen. Deshalb ist es ratsam, sich die Modelle von Drittanbietern anzusehen. Wir haben für Sie Tipps zusammengestellt, die Ihnen helfen, den optimalen CPU-Kühler zu finden.

Der Prozessor bildet das Herzstück eines jeden Computers. In unglaublicher Geschwindigkeit erledigt er Millionen von Rechenaufgaben parallel. Die dabei entstehende Hitze muss unbedingt abgeführt werden, damit der Chip keine irreparablen Schäden davonträgt. Aus diesem Grund bilden Prozessor und Kühler ein unzertrennbares Gespann. Tatsächlich sorgt eine ordentliche Kühlung im besten Fall sogar dafür, dass der Prozessor überdies noch leistungsfähiger arbeitet.

In der Regel liefern die Chiphersteller die Modelle mit einem sogenannten „Stock“- oder „Boxed“-Kühler aus. Diese Bezeichnung tragen jene Kühler, die ab Werk mit der Recheneinheit ausgeliefert werden. Einen besonders guten Ruf genießen sie jedoch nicht. Denn oft kühlen sie die CPUs gerade einmal ausreichend und lassen die Lüfter dabei deutlich hörbar drehen. Die empfohlenen Temperaturwerte für den Betrieb einer CPU liegen bei 60 Grad Celsius – ein Wert, den viele Stock-Kühler unter Last nicht konstant halten können. Deshalb ist es ratsam, sich die Modelle von Drittanbietern anzusehen. Da diese in verschiedenen Preisklassen verfügbar sind, haben wir für Sie Tipps zusammengestellt, die Ihnen helfen, den optimalen CPU-Kühler zu finden.

Vor der konkreten Modellwahl müssen Sie genau wissen, wonach Sie überhaupt Ausschau halten sollen. Daher benötigen Sie detaillierte Informationen zum Prozessor und zum Mainboard, die Sie gerade einsetzen. In diesem Fall zählt nicht allein die Modellbezeichnung zu den wichtigsten Angaben der CPU. Vielmehr müssen Sie ihren Sockel (beispielsweise LGA1151 oder AM4) genau herausfinden. Dazu müssen Sie auch wissen, wie viel Wärme der Prozessor maximal generiert. Diesen Wert finden Sie unter der Bezeichnung TDP, was für Thermal Design Power steht. In der Regel geben ihn die Hersteller in Watt an. Entsprechend sollte der Kühler auch mindestens die TDP der eingesetzten CPU abführen können, idealerweise sogar noch deutlich mehr schaffen. Bei der Hauptplatine gilt es, auf die Umgebung rund um den Sockel zu achten: Sehen Sie sich genau an, ob die Kühlkörper, der Spannungswandler oder weitere Komponenten recht hoch und/oder sehr nah am CPU-Thron eingebaut sind. Das könnte den Einbau besonders ausladender Kühler genauso verhindern wie Slots für den Arbeitsspeicher, die sich sehr nah am Sockel befinden.

Soll der CPU-Kühler ersetzt werden, gilt es, einige Faktoren zu beachten. Dazu zählen Größe, CPU-Sockel, aber auch die Umgebung auf dem Mainboard.
Vergrößern Soll der CPU-Kühler ersetzt werden, gilt es, einige Faktoren zu beachten. Dazu zählen Größe, CPU-Sockel, aber auch die Umgebung auf dem Mainboard.

Nach den grundlegenden Dingen nun zu den Details: Wer sich für einen klassischen Luftkühler entscheidet, der sollte sich die Spezifikationen der mitgelieferten Lüfter genau ansehen. Der Grund: Sich ausschließlich auf eine möglichst starke Wärmeableitung durch starke Lüfter zu konzentrieren, ist nicht sinnvoll. Denn normalerweise erkaufen Sie sich so gleichzeitig eine hohe Betriebslautstärke, die Ihnen mit der Zeit gehörig auf die Nerven gehen kann. Halten Sie besser Ausschau nach einem Modell, das nicht auf einen einzelnen, sondern vielmehr auf zwei (oder sogar mehr) Lüfter setzt. Denn je mehr Luftwirbler auf dem Kühler sitzen, desto geringer lässt sich die Lüfterdrehzahl von den Herstellern einstellen. Generell arbeitet ein CPU-Kühler mit mehreren Lüftern also leiser als ein Modell mit ledig- lich einem Lüfter. Hierbei bietet es eine mindestens vergleichbare Kühlleistung.

Doch auch das Material für den Kühlkörper ist von Bedeutung. Meist kommt Aluminium zum Einsatz, weil es Hitze recht gut leitet und auch nicht allzu teuer ist. Kupfer würde sich noch besser eignen, weil es die Wärme noch besser abführt. Doch reine Kupfer-Kühlkörper (sogenannte Heatsinks) sind eher die Ausnahme und kosten darüber hinaus eine Menge Geld.

Und noch ein Punkt ist bei der Wahl des Kühlers von Bedeutung: Sie müssen dabei beachten, bis zu welcher Bauhöhe Sie entsprechende Kühler einbauen können. Diese Angabe finden Sie in den Spezifikationen zum PC-Gehäuse.

Wer besonders viel Kühlleistung möchte, der greift zu einer sogenannten All-in-One-Wasserkühlung. Hierbei handelt es sich um eine wartungsfreie Lösung aus einem Wärmetauscher (Radiator), Lüftern sowie der Kombination aus Pumpe und Ausgleichsbehälter. Sämtliche Teile sind dabei in einem geschlossenen Kreislauf miteinander verbunden. Im Inneren fließt eine besondere Kühlflüssigkeit und trägt die Abwärme mit sich. Die Flüssigkeit selbst wird durch die feinen Finnen des Radiators geführt, durch welche die Lüfter durchblasen (oder abziehen, je nach Konfiguration). Gegen solche All-in-Ones spricht, dass sie wesentlich teurer als klassische Lüfter sind. Zudem benötigen sie aufgrund des extra Wärmetauschers viel Platz im Gehäuse oder setzen sogar vorbereitete Einbaupositionen voraus.

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