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Darum können Hardwaretreiber viele Probleme verursachen

14.05.2020 | 11:47 Uhr |

Wenn der PC plötzlich abstürzt, dann ist oft ein Gerätetreiber die Ursache. Bei einem Treiber handelt es sich um ein kleines Programm, das für die Kommunikation zwischen der Hardware und dem Betriebssystem sorgt. Er ist unverzichtbar für einen reibungslosen Ablauf. Warum das so ist, lesen Sie in diesem Beitrag.

Da sich Treiber um den Dialog der Hardware mit dem Betriebssystem kümmern, liegt es nahe, dass auch die jeweiligen Komponentenhersteller die Treiber programmieren. Das ist sehr oft, aber nicht immer der Fall. Microsoft und einige andere Anbieter stellen universelle Treiber zur Verfügung, die jeder benutzen kann. Sie sorgen für eine konsistente Leistung über viele Gerätekonfigurationen hinweg. Der Großteil an Mäusen und Tastaturen nutzt beispielsweise generische, von Microsoft entwickelte Treiber.  

Viele Geräte können zwar auch einen Universaltreiber nutzen, doch das volle (Leistungs-)Potenzial wird erst durch die produktspezifischen Treiber ausgeschöpft. Ein gutes Beispiel ist hier die Grafikkarte. Sie kommt zwar mit generischen Microsoft-Treibern zurecht und gibt auch ein Bild aus, wird aber nicht alle Funktionen bereitstellen und die volle Performance erreichen. Das gelingt nur mit dem Herstellertreiber.

Unabhängig davon, wer die Treiber entwickelt hat – ihre Vorteile werden ständig benötigt: So kommuniziert das Textverarbeitungsprogramm mit dem Druckertreiber, um den Ausdruck zu starten, während parallel mit dem Grafiktreiber kooperiert wird, um den Text anzuzeigen. Ohne Treiber wüsste das Programm gar nicht, wie es mit dem Drucker oder Monitor kommunizieren soll, damit der Ausdruck und die Bildausgabe erfolgen können. 

Ein weiterer Vorteil: Softwareentwickler müssen die jeweiligen Hardwaresprachen nicht lernen. Sie können in ihr Programm einfach eine grundlegende Druckfunktion einfügen und sich darauf verlassen, dass sich der jeweilige Druckertreiber um die Details wie Layout oder Duplex kümmert. Oft verwendet eine Software aber mehrere Treiber, um mit einem Gerät zu arbeiten, wobei die Kommunikation über jeden einzelnen Treiber parallel geleitet wird. Am besten erklären wir das mit Hilfe von Sprachen: Stellen Sie sich vor, die Software versteht nur Deutsch, das Gerät wiederum nur Englisch. Der erste Treiber spricht aber nur Italienisch und Englisch. Das würde die Kommunikation zwar etwas voranbringen, aber es wäre noch nicht genug. Der zweite Dolmetscher in Form des zweiten Treibers spricht Italienisch und Deutsch. Da die Daten durch alle Treiber gejagt werden, kommt schlussendlich die Kommunikation zustande. 

Gerätetreiber sorgen für das Zusammenspiel zwischen Hard- und Software. Probleme mit einem Treiber können sogar Systemabstürze verursachen.
Vergrößern Gerätetreiber sorgen für das Zusammenspiel zwischen Hard- und Software. Probleme mit einem Treiber können sogar Systemabstürze verursachen.

Dank der engen Zusammenarbeit zwischen Software, Treiber und Hardware läuft der PC-Betrieb reibungslos. Stimmt hier etwas nicht, kann es zu Abstürzen kommen. Zurück zu unserem Sprachbarrieren-Beispiel: Eine Übersetzung ist nur so gut wie der schlechteste Übersetzer in der Kette. Wenn der Dolmetscher also perfekt Englisch spricht, aber nur mäßig Deutsch, dann kann es zu Versprechern oder Fehlern kommen. Die Folge: Der deutsch Sprechende versteht nicht, was genau gemeint war. So kann es passieren, dass das Betriebssystem dem Grafiktreiber mitteilt, die Lüfter zu deaktivieren, obwohl das Gegenteil gemeint war. Das hat eine Überhitzung der GPU und einen Systemabsturz zur Folge. 

Es gibt noch komplexere Probleme, aber im Prinzip können sich die Systeme von falschen oder fehlenden Anforderungen schlecht erholen. Wenn Sie den Verdacht haben, dass ein Gerätetreiber die Ursache für die Systemabstürze ist, dann sammeln Sie zunächst alle Informationen, um die Vermutung zu untermauern. Abzuraten ist von Drittanbieterprogrammen für ein Treiber-Update. Sie sorgen oft für noch mehr Probleme. 

So lange das System reibungslos funktioniert, benötigen Sie keine Treiberaktualisierungen. Davon ausdrücklich ausgenommen sind Grafikkartentreiber. Sie lohnen sich, da sie oft neue Techniken enthalten, die die Leistung verbessern und Probleme tatsächlich lösen. 

Ein eindeutiges Indiz liefert oft der Bluescreen nach dem Systemabsturz: Wenn hier als Ursache ein Hardwaretreiber angegeben wird, dann sollten Sie ihn aktualisieren oder neu installieren. Nutzen Sie dazu am besten „Windows Update“ in den „Systemeinstellungen“ des Betriebssystems. Alternativ können Sie den Treiber von der entsprechenden Hersteller-Webseite herunterladen und aufspielen. Beginnen Sie aber zunächst mit der Suche nach Betriebssystem-Updates, da Windows 10 in diesem Punkt einen recht guten Job macht. Erst wenn sich hieraus keine Lösung für Ihr Treiberproblem ergibt, ist die Hersteller-Webseite gefragt. Achten Sie dabei auf die korrekte Produktbezeichnung, um die passenden Dateien zu erhalten. 

Tipp:   Treiber für alte Geräte im Internet finden und installieren

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