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Dafür benötigen Sie eine Soundkarte

27.08.2019 | 09:01 Uhr |

Vor allem bei älteren oder günstigen Onboard-Soundchips ist die Audioqualität nicht gerade ein Genuss. Eine extra Soundkarte kann hier Balsam für die Ohren ein.

Mittlerweile sind alle Notebooks und PCs mit einem Onboard-Soundchip ausgestattet, der sich um die digitale Klangverarbeitung kümmert. Dieser Chip ist auf der Hauptplatine angelötet und erreicht in vielen Fällen eine ordentliche mittlere Leistung. Deshalb liegt der Gedanke nahe, dass inzwischen separate Soundkarten unnötig seien.

Das mag auf brandneue High-End-Mainboards und Notebooks oft zutreffen, für weniger anspruchsvoll ausgestattete Rechner stimmt das allerdings nicht. Denn bei Onboard-Soundchips kommt es häufig vor, dass der Klang von elektronischen Interferenzen getrübt wird, da die Verarbeitung in unmittelbarer Nähe der restlichen Hardware stattfindet. Vor allem bei älteren oder günstigen Soundchips ist die Audioqualität deshalb nicht gerade ein Genuss. Haben Sie ein solches System, ist eine extra Soundkarte durchaus Balsam für die Ohren. Aber auch Gamer oder Audio-Enthusiasten machen keinen Fehler, sich eine separate Soundkarte zuzulegen.

Neben einer verbesserten Klangqualität gibt es weitere Vorteile: Denn separate Soundlösungen unterstützen zum Beispiel Mehrkanalklang für eine 5.1- oder 7.1-Wiedergabe auf Lautsprechersystemen oder Kopfhörern. Dazu stellen Soundkarten weitere und potenziell hochwertigere Audioanschlüsse bereit. Ein weiterer Punkt, der vor allem bei weniger leistungsstarken Computern zum Tragen kommt, ist die geringere Rechenlast für die CPU – denn fehlt die Soundkarte, muss sich der Hauptprozessor um die Klangverarbeitung kümmern. Außerdem bieten die Audio-Erweiterungskarten einen deutlich definierten Bass und ein direktionales Klangerlebnis. Das bedeutet, dass der Klang auch nur dort ausgespielt wird, wo er hinkommen soll, was vor allem beim Raumklang eine elementare Rolle spielt.

Vier Hauptmerkmale erleichtern Ihnen die Auswahl der richtigen Soundkarte: So entspricht die Angabe zu den Audiokanälen der Anzahl der Lautsprecher und bezieht sich auch auf multi- und omni-direktionale Kopfhörer. Je mehr Audiokanäle die Soundkarte unterstützt, aus desto mehr Richtungen kann der Klang kommen, und umso präziser wird das Erlebnis. Zwei Audiokanäle sind das absolute Minimum. Eine darüber liegende Anzahl ist für Surroundsysteme und High-End-Kopfhörer hingegen fast schon Pflicht.

Eine weitere Angabe, die als Vergleichswert dienen kann, ist die Bittiefe (auch Samplingtiefe genannt). Die reicht von 8 über 16 bis hin zu 24 Bit. Hersteller geben die Bittiefe so gut wie immer an, doch nur wenige wissen, was sie eigentlich wirklich bedeutet. Im Grunde genommen verwaltet die Bittiefe den Bereich dessen, was Sie hören können. Dabei steht die 24-Bit-Tiefe im Audio für nahezu perfekten Klang. Die hohe Bittiefe ermöglicht aber auch bei geringer Audioqualität eine Verringerung des Rauschpegels. Grundsätzlich gilt Folgendes: Je niedriger die Bittiefe, desto schwieriger wird es, zwischen leiser und lauter Wiedergabe zu unterscheiden. Zur Orientierung gilt: 16 Bit sollten es im Minimum sein, 24 Bit steht für Premium-Niveau.

Eine weitere wichtige Angabe ist das Signal-Rausch-Verhältnis (kurz SNR) oder auch Rauschabstand. Drehen Sie Ihre eingeschalteten Boxen einmal auf hohe Lautstärken, ohne dabei Ton abspielen zu lassen. Sie dürften, je nach SNR, vergleichsweise schnell ein Rauschen hören. Genau das ist das Rauschen im SNR: Je höher der Wert ist, desto leiser ist dieses Summen. Als letzter Vergleichswert sollte die Abtastrate (oder auch Samplingrate) dienen. Diesen Wert geben die Hersteller in Kilohertz (kHz) von 44,1 bis 192 an. Vor allem Audiophile schwören, dass besonders hohe Abtastraten für ein besseres Klangerlebnis sorgen. Haben Sie allerdings keine Kopfhörer oder Lautsprecher der Extraklasse für mehrere tausend Euro, dürfte Ihnen der Unterschied kaum auffallen. Abtastraten von 44 bis 48 kHz sind also vollkommen in Ordnung.

Aber wie viel Euro sollten Sie nun in eine neue Soundkarte investieren? Wir schlagen folgende Skalierung vor: Wenn die Karte lediglich 20 bis 40 Euro kostet, dann sollten Sie sich dieses Modell nur zulegen, wenn der Soundchip Ihres Computers streikt oder extrem schlecht klingt. Karten im Preisspektrum von 50 bis 80 Euro kommen in Frage, wenn Sie sich beispielsweise fürs Gaming noch mehr Funktionen wünschen. Und 90 bis 150 Euro sollten Sie investieren, wenn Sie Premium-Audioqualität genießen möchten. Noch teurere Karten lohnen sich nur, wenn Sie beispielsweise ein Audio-Profi sind und daher auch entsprechend teure Kopfhörer oder Boxen besitzen. Stellen Sie beim Kauf außerdem sicher, dass es sich um namhafte Marken wie zum Beispiel von Creative, Asus, EVGA oder Powercolor handelt.

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