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DSL-Fritzbox an Glasfaseranschluss verwenden

02.09.2020 | 09:01 Uhr |

Sie haben erfahren, dass es an Ihrem Wohnort künftig Internet per Glasfaser geben soll. Wir sagen Ihnen, was Sie bei der Router-Wahl beachten müssen.

Sie haben sich erst kürzlich eine Fritzbox 7590 gekauft, die Sie am DSL-Anschluss einsetzen. Aber nun haben Sie erfahren, dass es an Ihrem Wohnort künftig Internet per Glasfaser geben soll – mit wesentlich höherer Bandbreite als Sie derzeit nutzen können. An einem entsprechenden Tarif sind Sie sehr interessiert, doch auf Ihre neue Fritzbox wollen Sie auch nicht verzichten. Der Glasfaser-Provider will Ihnen aber für den neuen Anschluss unbedingt eine Fritzbox 5490 vermieten. 

Welchen Router Sie für Glasfaserinternet einsetzen können, hängt von der Anschlusstechnik ab, die der Provider verwendet, und davon, bis zu welcher Stelle das Glasfaserkabel verläuft. Bei Providern, deren Glasfaser im Kabelverzweiger an der Straße endet (FTTC, Fibre to the Curb), gelangen die Daten über das Kupferkabel zum Kunden und enden üblicherweise in der normalen Telefondose. Dieses Verfahren kommt beispielsweise bei schnellen VDSL-Anschlüssen zum Einsatz. Darum können Sie in diesem Fall auch eine Fritzbox mit integriertem VDSL-Modem als Internetrouter nutzen. Wenn das Glasfaserkabel bis zu einem größeren Wohngebäude ausgelegt ist, spricht man von FTTB (Fibre to the Building): Es endet dann meist im Keller oder in einem Technikraum. Welchen Router Sie an diesem Anschluss einsetzen können, hängt davon ab, wie die Daten anschließend in die einzelnen Wohnungen gelangen: So lässt sich zum Beispiel für kurze Strecken ein vorhandenes Telefon-Kupferkabel nutzen und das Übertragungsverfahren G.fast einsetzen. Das beherrscht unter anderem die Fritzbox 7582, die Sie aber nicht im Handel bekommen, sondern die Ihnen der Provider zur Verfügung stellt.

Bei einigen Providern benötigen Sie für den Internetanschluss per Glasfaser spezielle Router wie die Fritzbox 5491 oder 5490.
Vergrößern Bei einigen Providern benötigen Sie für den Internetanschluss per Glasfaser spezielle Router wie die Fritzbox 5491 oder 5490.
© AVM

Üblicherweise kommt aber für die Weiterleitung der Daten im Haus ein Ethernet-Kabel zum Einsatz – besonders in neueren Häusern, die entweder bereits damit ausgestattet sind oder in denen beim Bau passende Leerrohre verlegt wurden. Für die Verbindung des Glasfaseranschlusses mit der Ethernet-Verkabelung im Haus sorgt eine Glasfaseranschlussdose (ONT, Optical Network Termination). In diesem Fall sprechen die Provider meistens von FFTH (Fibre to the Home), weil die Glasfaser bis ins Haus oder sogar in einzelne Wohnungen reicht. An das ONT können Sie per LAN-Kabel auch eine DSL-Fritzbox wie die 7590 anschließen, indem Sie diese über den blau eingefärbten WAN-Port verbinden und im Folgenden in den Einstellungen den Internetzugang über ein externes Modem einrichten. 

Nur wenn das Glasfaserkabel direkt bis in die Wohnung reicht und der Provider kein ONT einsetzt, benötigen Sie einen speziellen Glasfaser-Modemrouter. In diesem Fall ist Ihr Internetanschluss zu Hause eine Glasfasersteckdose, die Sie über ein spezielles Glasfaserkabel mit dem Router verbinden. Dabei kommt es des Weiteren darauf an, welche Netztechnik der Provider für sein Glasfasernetz nutzt: ein passives Punkt-zu-Mehrpunkt-Netz (GPON) oder ein aktives Netz mit einer sternförmigen Verkabelung (AON). Der Router muss die entsprechende Technik unterstützen – zum Beispiel eignet sich eine Fritzbox 5490 für AON-Anschlüsse, während das Modell 5491 nur für GPON vorgesehen ist. Diese Fritzbox-Modelle sind kaum im Handel erhältlich, sodass Sie bei diesen Glasfaseranschlüssen meist auf das Mietangebot des Providers für die Hardware zurückgreifen müssen. Aber auch wenn Sie sich den passenden Glasfaserrouter selbst kaufen, wird eine Fritzbox 7590 als Internetrouter überflüssig. Zum Altmetall muss das Gerät aber nicht wandern – Sie können es beispielsweise auch als Mesh-Repeater für WLAN und Telefonie im Zusammenspiel mit der Glasfaser- Fritzbox weiterverwenden.

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