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Bandbreitenfresser per Fritzbox identifizieren

05.09.2019 | 09:15 Uhr | Roland Freist

Über Trial and Error können Sie mit der Fritzbox-Router-Software ermitteln, welches Gerät die Ursache für eine lahme Internetverbindung im Heimnetzwerk ist.

Der Internetzugang über ein Heimnetzwerk ist an einigen Tagen so langsam, dass an ein zügiges Arbeiten nicht mehr zu denken ist. Häufig ist es jedoch nur ein Gerät, das die verfügbare Bandbreite so stark blockiert, dass für alle anderen Anwendungen nichts mehr übrigbleibt. Leider liefert die Fritzbox keine Hinweise darauf, um welches Gerät oder welche Software es sich handelt. Über Trial and Error können Sie jedoch mit der Router-Software ermitteln, welches Gerät die Ursache ist. Voraussetzung ist allerdings, dass alle Ihre Netzwerkclients per WLAN angeschlossen sind oder zumindest einen WLAN-Adapter besitzen. Dann nämlich können Sie sie der Reihe nach mit dem Gastzugang der Fritzbox verbinden und über den Online-Monitor ihrer Firmware die belegte Bandbreite beobachten.

Zunächst müssen Sie ein Gast-WLAN einrichten: Rufen Sie die Fritzbox-Software auf, vergewissern Sie sich, dass links unten „Ansicht: Erweitert“ eingestellt ist, und gehen Sie auf „WLAN –› Gastzugang“. Setzen Sie ein Häkchen vor „Gastzugang aktiv“, und aktivieren Sie die Option „privater WLAN-Gastzugang“. Definieren Sie weiter unten einen „WLAN-Netzwerkschlüssel“, geben Sie dem Gast-WLAN eventuell noch einen individuellen Namen (SSID) und bestätigen Sie die Änderungen schließlich mit einem Klick auf „Übernehmen“.

Über den Online-Monitor der Fritzbox können Sie erkennen, welche Bandbreite aktuell vom Gastzugang Ihres WLANs beansprucht wird.
Vergrößern Über den Online-Monitor der Fritzbox können Sie erkennen, welche Bandbreite aktuell vom Gastzugang Ihres WLANs beansprucht wird.

Öffnen Sie jetzt über „Internet –› Online-Monitor“ das gleichnamige Tool der Fritzbox. Sie finden dort zwei Graphen für den Downstream und den Upstream, die aktuell über den Router laufen. Der Anteil des Gastzugangs ist jeweils rot dargestellt. Ändern Sie nun der Reihe nach bei Ihren Netzwerkgeräten die WLAN-Einstellungen und verbinden Sie sie nacheinander mit dem Gastzugang. Beginnen Sie mit den Clients, bei denen Sie den Verdacht haben, dass sie die Verursacher der Bandbreitenprobleme sind. Das können etwa PCs oder Spielkonsolen sein, die umfangreiche Aktualisierungen der installierten Games starten, oder auch der Rechner eines Familienmitglieds, das regelmäßig Filmdownloads startet.

Sobald die Ursache gefunden ist, verbinden Sie das betreffende Gerät zunächst wieder mit Ihrem Standard-WLAN. Nun können Sie dafür sorgen, dass es die Bandbreite nicht dauerhaft blockiert, sondern sie auf Anforderung von anderen Anwendungen wieder freigibt. Klicken Sie dazu in der Fritzbox-Software auf „Internet –› Filter“ und wechseln Sie zum Register „Priorisierung“. Klicken Sie im Abschnitt „Hintergrundanwendungen“ auf „Neue Regel“ und öffnen Sie im nächsten Fenster das obere Pull-down-Menü. Wählen Sie in der Liste das Gerät aus, das die Probleme verursacht hat. Das darunter stehende Menü für die Angabe der Netzwerkanwendung lassen Sie bei der Einstellung „Alle“. Bestätigen Sie die Änderungen anschließend mit „OK“. Von fort an wird das Gerät von der Fritzbox nachrangig behandelt. Sobald andere Geräte aufs Internet zugreifen, schraubt es seine Anforderungen an die Bandbreite sofort zurück. Zusätzlich können Sie noch Ihrem Arbeitsplatz-Computer über den Abschnitt „Priorisierte Anwendungen“ eine höhere Priorität zuweisen als den anderen Clients im Netz. So können Sie sicher sein, dass die Fritzbox ihn bei der Verteilung der Bandbreite bevorzugt behandelt.

Tipp: Fritzbox ausreizen: Mehr machen mit dem Router

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