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Backup einfach mit Windows-Bordmittel erstellen

01.09.2017 | 08:21 Uhr |

Der Dateiversionslauf sichert automatisch Ihre Dateien. So kommen Sie wieder an versehentlich gelöschte Dateien heran. Die Systemwiederherstellung setzt Windows auf einen gesicherten Zustand zurück.

Mit der richtigen Vorsorge sind Sie bei PC-Problemen gewappnet und kommen schnell wieder zu einem funktionierenden System. Außerdem stellen Sie regelmäßig im Hintergrund gesicherte Dateien aus einem Archiv wieder her. Die dafür notwendigen Programme und Funktionen sind bei Windows 10 von Haus aus mit dabei. In diesem Artikel zeigen wir Ihnen die Nutzung von Dateiversionsverlauf und Systemwiederherstellung.

Dateiversionsverlauf

Der Dateiversionsverlauf ist in Windows 10 doppelt vorhanden – als klassische Anwendung der Systemsteuerung und als Funktion in den Windows-Einstellungen. Sie können eine neue Sicherung anlegen und auf die getroffenen Einstellungen zugreifen. Wir empfehlen die moderne Variante, da sie übersichtlicher und leichter zu nutzen ist. Wie die klassische Version des Dateiversionsverlauf funktioniert, lesen Sie im Kasten unten rechts.

Windows 10: Die neuen Sicherheitsfeatures im Creators Update

Dateiversionsverlauf mittels App einschalten und konfigurieren

In der Einstellungen-App von Windows 10 Creators Update steht der Dateiversionsverlauf im Bereich ?Sicherung? unter ?Update und Sicherheit? zum Einschalten und Konfigurieren bereit.
Vergrößern In der Einstellungen-App von Windows 10 Creators Update steht der Dateiversionsverlauf im Bereich ?Sicherung? unter ?Update und Sicherheit? zum Einschalten und Konfigurieren bereit.

Öffnen Sie mit der Tastenkombination Win-I die Windows-Einstellungen und gehen Sie zu „Update und Sicherheit -> Sicherung“. Klicken Sie bei erstmaliger Verwendung“ auf „Laufwerk hinzufügen“ rechts hinter dem großen Plus-Zeichen. Nun werden die in Frage kommenden Laufwerke gesucht und in einer Liste angezeigt. Treffen Sie eine Auswahl. Der Schalter unter „Meine Dateien automatisch sichern“ steht anschließend auf „Ein“.

Der Dateiversionsverlauf sichert nun automatisch Dokumente, die in den Windows-Bibliotheken abgelegt wurden, sowie Kontakte, Favoriten und den Desktop. Was und wie viel Windows im Rahmen des Dateiversionsverlaufs kopiert, hängt davon ab, welche Änderungen es seit der letzten Sicherung gegeben hat. Die gesicherten Dateien finden Sie in der Ordnerstruktur unter „\File History“ auf dem Zieldatenträger. Die Unterordner entsprechen der Struktur der Originalordner. Jede von Windows erstellte Dateiversion wird als vollständige Datei gesichert und erhält zur Unterscheidung zu den bereits zuvor gesicherten Versionen einen ergänzenden Zeitstempel im Dateinamen. Denken Sie daran, dass Sie ausreichend Platz auf dem Ziellaufwerk zur Verfügung haben – immer mindestens doppelt so viel, wie die zu sichernden Dateien auf dem lokalen Datenträger in Anspruch nehmen.

Ein Klick auf den blauen Textlink „Weitere Optionen“ bringt Sie zu den weiteren Sicherungseinstellungen. Im Aufklappfeld „Meine Dateien sichern:“ ist „Stündlich (Standard)“ voreingestellt. Sie können zu alle 10, 15, 20 oder 30 Minuten und alle 3, 6 oder 12 Stunden sowie täglich wechseln. Darunter legen Sie in dem Aufklappfeld fest, wie lange die Sicherungen beibehalten werden sollen. Der Standard ist „Immer“. Sie können hier alternativ 1, 3, 6 und 9 Monate sowie 1 und 2 Jahre auswählen. Möchten Sie zusätzlich zum automatisch festgelegten Sicherungsumfang weitere Ordner mithilfe des Dateiversionsverlauf sichern, dann klicken Sie auf „Ordner hinzufügen“. Im Explorer-Fenster wechseln Sie zu dem gewünschten Verzeichnis und klicken auf „Diesen Ordnen auswählen“. Sollen Verzeichnisse aus dem Dateiversionsverlauf entfernt werden, klicken Sie auf „Ordner hinzufügen“ unterhalb von „Diese Ordner ausschließen“. Wählen Sie das Verzeichnis anschließend im Explorer-Fenster aus.

Klassische Ansicht: Dateiversionsverlauf über die Systemsteuerung aufrufen

Rufen Sie den Dateiversionsverlauf in Windows 10 über die Windows-Suche auf. Geben Sie dazu „Systemsteuerung“ in das Suchfeld ein und klicken Sie auf den Treffer in der Liste. In der Kategorienansicht der Systemsteuerung klicken Sie unter „System und Sicherheit“ auf den Text-Link „Sicherungskopien von Dateien mit dem Dateiversionsverlauf speichern“.

Im folgenden Fenster legen Sie per Klick auf „Laufwerk auswählen“ das Laufwerk fest, auf dem die gesicherten Dateien gespeichert werden sollen. Das Windows-Laufwerk oder eine Partition auf dem Systemlaufwerk wird nicht angeboten. Sie bekommen eine weitere interne Festplatte beziehungsweise externe USB-Festplatten und -Sticks angezeigt. Bestätigen Sie die Auswahl mit einem Klick auf die Schaltfläche „OK“. Auch auf einem Laufwerk im Netzwerk können Sie Daten sichern. Klicken Sie dazu auf „Netzwerkadresse hinzufügen“ und legen Sie ein in Ihrem Netzwerk verfügbares Verzeichnis über „Ordner auswählen“ fest. Zum Aktivieren der Sicherung mit dem von Ihnen ausgewählten Laufwerk klicken Sie im Hauptdialog vom Dateiversionsverlauf auf „Einschalten“.

In welchen Abständen und für wie lange die Dateien gesichert werden, legen Sie unter „Erweiterte Einstellungen“ fest. In der Voreinstellung ist das Sicherungsintervall auf „Jede Stunde“ eingestellt. Die Aufbewahrung gespeicherter Versionen ist „Für immer“. Treffen Sie gegebenenfalls eine andere Auswahl und bestätigen Sie per Klick auf „Änderungen speichern“.

So geht‘s: Dateien aus einer Sicherung zurückholen

Beim Hinzufügen eines Laufwerks werden nach kurzer Suche alle in Frage kommenden Datenträger und Netzwerk-Freigaben mit freier Speicherkapazität angezeigt. Treffen Sie dann Ihre Auswahl.
Vergrößern Beim Hinzufügen eines Laufwerks werden nach kurzer Suche alle in Frage kommenden Datenträger und Netzwerk-Freigaben mit freier Speicherkapazität angezeigt. Treffen Sie dann Ihre Auswahl.

Eine frühere Dateiversion lässt sich leicht zurückholen, wenn Sie sie versehentlich gelöscht oder überschrieben haben. Klicken Sie im Fenster „Sicherungsoptionen“ des Dateiversionsverlaufs auf den blauen Textlink „Dateien von einer aktuellen Sicherung wiederherstellen“. Nun können Sie bequem in Ihren Sicherungen blättern, deren Zeitstempel angezeigt werden, und Dateiversionen mit einem Rechtsklick auf den grünen Kreis und „Wiederherstellen“ (in den Originalordner) oder auf „Wiederherstellen in“ einen Ordner Ihrer Wahl auf Festplatte kopieren.

Systemwiederherstellung

Die gesicherten Dateien werden unverschlüsselt in Ordnern mit der originalen Verzeichnisstruktur gesichert. So finden Sie beispielsweise versehentlich gelöschte Dateien schnell wieder.
Vergrößern Die gesicherten Dateien werden unverschlüsselt in Ordnern mit der originalen Verzeichnisstruktur gesichert. So finden Sie beispielsweise versehentlich gelöschte Dateien schnell wieder.

Wenn Windows 10 nicht mehr richtig funktioniert, hilft Ihnen die Funktion „Systemwiederherstellung“. Sie arbeitet wie eine Zeitmaschine: Windows läuft danach wieder wie vor dem Fehler. So müssen Sie das Betriebssystem nicht neu installieren, wenn ein defekter Treiber oder ein fehlerhaftes Programm Probleme bereiten. Windows 10 legt dafür bei Änderungen im System automatisch einen Wiederherstellungspunkt an: Er enthält den Status aller wichtigen Systemdateien zu diesem Zeitpunkt. Darüber lässt sich Ihr Rechner leicht in einen früheren Zustand zurückversetzen, in dem das Betriebssystem noch einwandfrei funktionierte. Wir zeigen Ihnen, wie Sie selbst Wiederherstellungspunkte erstellen und Windows bei Problemen mit einem Wiederherstellungspunkt zurücksetzen.

Windows 10: Die besten Tipps zu Sicherheit & Datenschutz

Neue Wiederherstellungspunkte für Ihre Laufwerke anlegen

Ist der Computerschutz für Laufwerke aktiviert, erstellt Windows 10 in regelmäßigen Abständen und vor wichtigen Systemänderungen automatisch neue Wiederherstellungspunkte.
Vergrößern Ist der Computerschutz für Laufwerke aktiviert, erstellt Windows 10 in regelmäßigen Abständen und vor wichtigen Systemänderungen automatisch neue Wiederherstellungspunkte.

Die Wiederherstellungspunkte sind in Windows 10 an den Computerschutz geknüpft, den Sie für jedes Laufwerk einzeln aktivieren müssen. Normalerweise ist er nur für die Systempartition eingeschaltet. Tippen Sie unten links ins Windows-Suchfeld „Wiederherstellungspunkt“ ein und klicken Sie in der Trefferliste auf „Wiederherstellungspunkt erstellen“. Es erscheint das Fenster „Systemeigenschaften“ und das Register „Computerschutz“ ist bereits im Vordergrund. Im Bereich „Schutzeinstellungen“ sehen Sie unter dem Abschnitt „Verfügbare Laufwerke“ eine Liste Ihrer Festplatten-und SSD-Partitionen.

Ihr Windows-Laufwerk erkennen Sie in der Liste am Namenszusatz „(System)“. Steht daneben nicht bereits „Ein“, klicken Sie auf diesen Eintrag und auf „Konfigurieren“. Im neuen Fenster schalten Sie die Option „Computerschutz aktivieren“ ein und bestätigen Ihre Wahl mit einem Klick auf „OK“. Bei einer Systemwiederherstellung installiert Windows 10 nur wichtige Systemdateien, Programme, Registry-Schlüssel und Treiber erneut. Eigene Dateien wie Ihre Dokumente, Bilder, Musik, Filme und Mails bleiben unangetastet und gehen nicht verloren. Wichtig ist, dass der Schutz für die Partition aktiv ist, die das Betriebssystem beinhaltet. Alle anderen Partitionen werden von Haus aus nicht beachtet. Möchten Sie auch diese bei der Erstellung von Wiederherstellungspunkten einbeziehen, verfahren Sie für jede Partition wie zuvor beschrieben.

Vor größeren Systemänderungen wie dem Einspielen von Windows-Updates oder der Installation eines neuen Treibers legt Windows 10 automatisch einen neuen Wiederherstellungspunkt an. Darüber hinaus speichert Windows 10 einmal pro Woche selbsttätig einen Wiederherstellungspunkt mit dem aktuellen Stand der Systemdateien. Manchmal ist es sinnvoll, einen Wiederherstellungspunkt manuell anzulegen, etwa vor einer Veränderung am Rechner – und das geht ganz einfach. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Windows-Knopf ganz links auf der Taskleiste und dann auf „System“.

Klicken Sie im nächsten Fenster ganz links auf „Computerschutz“ und markieren Sie im nachfolgenden Fenster zuerst das Laufwerk, für das Sie einen Wiederherstellungspunkt erzeugen möchten. Dann bestätigen Sie Ihre Wahl mit einem Klick auf „Erstellen“. Tippen Sie einen Namen für den Wiederherstellungspunkt ein, unter dem Sie die Sicherung leicht wiederfinden. Bestätigen Sie dann mit „Erstellen“.

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Windows bei Problemen wiederherstellen

Neben den manuell angelegten Wiederherstellungspunkten vor umfangreichen Aufräumaktionen und Optimierungsmaßnahmen legt Windows 10 auch automatisch in regelmäßigen Intervallen Sicherungen an.
Vergrößern Neben den manuell angelegten Wiederherstellungspunkten vor umfangreichen Aufräumaktionen und Optimierungsmaßnahmen legt Windows 10 auch automatisch in regelmäßigen Intervallen Sicherungen an.

Um Windows bei Problemen über einen Wiederherstellungspunkt zu reparieren, tippen Sie unten links ins Suchfeld „Wiederherstellungspunkt“ ein und klicken auf „Wiederherstellungspunkt erstellen“. Im folgenden Fenster klicken Sie auf „Systemwiederherstellung“. Nun startet der Wiederherstellungsassistent. Bestätigen Sie den Begrüßungsdialog mit „Weiter“. Markieren Sie in der nachfolgenden Übersicht aller gespeicherten Wiederherstellungspunkte denjenigen, aus dem heraus Sie Ihr Windows zurücksetzen möchten. Bestätigen Sie Ihre Wahl per Klick auf „Weiter“. Der Wiederherstellungsassistent zeigt Ihnen eine Zusammenfassung der geplanten Aktion an. Passt alles, klicken Sie auf „Fertig stellen“.

Wenn nichts mehr geht: Wiederherstellungs-laufwerk bei Windows-Problemen verwenden

Sie können Vorkehrungen treffen für den Fall, dass Windows nicht mehr startet. Legen Sie am besten in Windows 10 ein Wiederherstellungslaufwerk an. Dafür benötigen Sie einen mindestens 8 GB großen USB-Stick, den Sie an den Rechner anschließen. Tippen Sie den Begriff „Wiederherstellungslaufwerk“ in das Suchfeld links unten ein. Klicken Sie dann in der Liste der Fundstellen mit der linken Maustaste auf den Eintrag „Wiederherstellungslaufwerk erstellen“. Nun öffnet sich ein neues Fenster, in dem Windows nachfragt, ob Sie diese Funktion starten wollen. Bestätigen Sie den Programmstart mit einem Klick auf die Schaltfläche „Ja“. Klicken Sie im Assistenten auf „Weiter“. Die Funktion analysiert nun, welche Dateien kopiert werden müssen, was einige Minuten dauern kann. Die Option „Sichert die Systemdateien auf dem Wiederherstellungslaufwerk“ ist standardmäßig aktiviert. Klicken Sie nach Abschluss der Analyse auf „Weiter“: Dann werden die Dateien auf den USB-Stick kopiert, der unter „Verfügbare(s) Laufwerk(e)“ angezeigt wird. Bestätigen Sie den folgenden Hinweis, der Sie darauf aufmerksam macht, dass alle Dateien auf dem USB-Stick gelöscht werden, mit „Erstellen“. Nach Abschluss des Vorgangs, der mehrere Minuten dauert, beenden Sie den Assistenten mit „Fertig stellen“. Startet Ihr Rechner wegen Problemen mit Treibern, neuer Hardware oder fehlerhafter Software nicht mehr, stecken Sie den USB-Stick am Computer ein. Schalten Sie den Rechner ein. Sie sehen das Windows-Logo und dann „Option auswählen“. Hier starten Sie die „Problembehandlung“, um den PC zurückzusetzen.

Die Themen in Tech-up Weekly #94: Support-Aus für Windows 10? +++ Porno-Sperre in England für Minderjährige +++ Hotspot-Betreiber verdonnert 22.000 Nutzer zum Toilettenputzen +++ Kommentar der Woche +++ Fail der Woche:
102 iPhones am Körper geschmuggelt

► Support-Aus für Windows 10 - jetzt aber Entwarnung: www.pcwelt.de/a/microsoft-gibt-entwarnung-clover-trail-pcs-mit-windows-10-bekommen-sicherheits-updates,3447487

► AGB verdonnert 22.000 Nutzer zum Toilettenputzen: www.pcwelt.de/a/agb-verdonnert-22-000-nutzer-zum-toilettenputzen,3447464

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