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Anleitung: Externe Geräte mit virtuellen PCs verbinden

06.09.2020 | 13:01 Uhr |

Ein virtueller PC mit Virtualbox bietet nahezu alle Möglichkeiten eines echten PCs. Unter anderem können Sie Drucker, Scanner und externe Laufwerke auch in der VM nutzen. Und falls Sie mehrere Monitore haben, wird das ebenfalls unterstützt.

Ein virtueller PC mit seinem Gast-Betriebssystem arbeitet isoliert vom Host-PC. Das bedeutet aber nicht, dass am Host zur Verfügung stehende Hardware nicht auch in der VM genutzt werden kann. Beispielsweise verbinden Sie externe Festplatten, USB-Sticks, Smartphones, Tablets, Drucker und Scanner mit dem Gast und greifen darauf zu – genau so, wie Sie es auch mit einem echten PC tun. Nachfolgend zeigen wir Ihnen, wie das im Detail funktioniert und auf welche Besonderheiten Sie achten müssen.

USB-Stick und externe Festplatte

Für den Zugriff innerhalb einer virtuellen Maschine auf einen USB-Stick oder eine externe Festplatte, müssen diese am Host-PC angesteckt und betriebsbereit sein. Das kontrollieren Sie ganz einfach im Explorer oder im Gerätemanager von Windows.

Starten Sie Virtualbox . Booten Sie etwa einen virtuellen Windows-Rechner und melden sich am System an. Über „Geräte –› USB“ verbinden Sie nun ein USB-Gerät in der Liste. In unserem Beispiel ist „SanDisk Ext SSD [0100]“ ein externes SSD-Laufwerk und „SanDisk Extreme [0010]“ ein USB-Stick. Je nach Hersteller und Modell weichen die Bezeichnungen ab, die jeweiligen Geräte lassen sich lassen sich in der Regel aber gut zuordnen.

Sämtliche USB-Geräte, die am Host-PC angeschlossen sind, lassen sich auch in einer virtuellen Maschine mit Windows und Linux nutzen. Somit wird die VM quasi zu einem vollwertigen PC.
Vergrößern Sämtliche USB-Geräte, die am Host-PC angeschlossen sind, lassen sich auch in einer virtuellen Maschine mit Windows und Linux nutzen. Somit wird die VM quasi zu einem vollwertigen PC.

Nach der Auswahl des USB-Sticks wird er sogleich vom Host getrennt und mit der virtuellen Maschine verbunden. Nach einigen Augenblicken taucht in der Symbolleiste von Virtualbox unten rechts ein neues Icon für den USB-Stick auf und Windows gibt einen Hinweis zur erfolgreichen Verbindung aus. Da bei Laufwerken kein Treiber installiert werden muss, stehen sie unmittelbar zur Verfügung. Öffnen Sie den Explorer mit der Tastenkombination Windows-E. Der USB-Stick taucht mit seiner Bezeichnung links in der Übersicht auf. Sie können nun wie gewohnt Verzeichnisse und Dateien auf den Stick kopieren.

Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Stick und wählen Sie „Auswerfen“, um das Laufwerk in Windows abzuhängen. Danach klicken Sie auf „Geräte“ im Virtualbox-Fenster und „USB“. Ein Klick auf den Eintrag mit einem vorangestellten Häkchen löst die Verbindung mit der VM. Der USB-Stick steht jetzt wieder am Host-PC zur Verfügung. Wie Sie das Bereitstellen von Laufwerken automatisieren, lesen Sie im Kasten unten.

Tipp: Das Home-Office in einem virtuellen PC

Drucker in der VM verwenden 

Auf dem gleichen Weg, wie Sie ein Laufwerk mit dem virtuellen PC verbinden, klappt das auch mit einem Drucker beziehungsweise Scanner, der per USB-Kabel am Host-PC hängt. In unserem Beispiel klicken wir unter „Geräte –› USB“ auf „Brother MFCJ4625DW [0100]“. Wird der Drucker beziehungsweise das Multifunktionsgerät von Windows erkannt und unterstützt, werden die notwendigen Treiber gleich eingerichtet. Falls nicht, oder wenn Sie lieber die Treiber und Software des Herstellers wünschen, sollten Sie das Treiberpaket aus dem Internet laden und installieren. Bei der Einrichtung wählen Sie den lokalen USB-Anschluss aus.

Tipp: Besitzen Sie einen Drucker mit Netzwerkanschluss, steht er auch in der VM zur Verfügung. Falls nicht, müssen Sie die Netzwerkeinstellung ändern. Gehen Sie dazu im Virtualbox-Manager auf „Geräte –› Netzwerk“ und wählen Sie unter „Angeschlossen an“ die Option „Netzwerkbrücke“. In diesem Modus hat das Gast-System Zugriff auf dasselbe Netzwerk wie der Host.

Smartphone und Tablet verbinden 

Für manche Geräte wie Drucker und Scanner ist es empfehlenswert, auch in der virtuellen Maschine die entsprechenden Treiber zu installieren. Die Einrichtung läuft dabei wie am Host-PC ab.
Vergrößern Für manche Geräte wie Drucker und Scanner ist es empfehlenswert, auch in der virtuellen Maschine die entsprechenden Treiber zu installieren. Die Einrichtung läuft dabei wie am Host-PC ab.

Auch Mobilgeräte lassen sich in der VM nutzen. Über den bekannten Weg „Geräte –› USB“ verbinden Sie Smartphones und Tablets mit dem Gast-System. Sie greifen danach mit iTunes auf das iPhone beziehungsweise iPad zu und mit der Freeware My Phone Explorer auf Android-Geräte.

Mehrere Monitore nutzen

Sie verwenden mehrere Monitore am Host? Zugunsten einer besseren Übersicht kann es hilfreich sein, auch mehr als ein Fenster pro virtueller Maschine zu verwenden. Im ersten läuft dann etwa ein Webbrowser und im zweiten ein Dateimanager. Um mehrere virtuelle Monitore zu nutzen, klicken Sie bei ausgeschalteter VM auf „Ändern –› Anzeige“ und wählen dann mithilfe des Schiebereglers hinter „Anzahl Bildschirme“ die gewünschte Monitorzahl aus. Wenn Sie jetzt die VM starten, wird nacheinander pro Monitor ein eigenes Fenster geöffnet. Die darin geöffneten Programmfenster lassen sich per Drag & Drop zwischen den virtuellen Bildschirmen verschieben.

Drahtlosnetzwerk: WLAN per USB

Sie wollen Programme in der VM testen, die einen WLAN-Adapter und eine entsprechende Funkverbindung voraussetzen? Kein Problem! Sie brauchen dazu lediglich einen USB-WLAN-Adapter für USB 2.0, den Sie am Host-PC anschließen. Adapter für 802.11/b/g/n gibt es bereits ab ein paar Euro im Handel. Nach dem Anschluss an einem USB-Port während der eingeschalteten VM gehen Sie in der Menüleiste der Virtualbox auf „Geräte –› USB“ und finden dann in der Liste den physikalischen USB-WLAN-Adapter, den Sie per Klick aktivieren. Dabei wird dieses USB-Gerät vom Host abgeklemmt und steht anschließend dem Gast als reale WLAN-Netzwerkschnittstelle zur Verfügung. 

USB-Geräte beim Start der VM automatisch verbinden

Während der Arbeit im virtuellen PC nutzen Sie stets eine USB-Gerätekategorie wie USB-Sticks. Die manuelle Aktivierung in der VM ist Ihnen deshalb auf Dauer zu umständlich. Der USB-Speicher soll automatisch einsatzbereit sein, wenn die virtuelle Maschine gestartet ist. 

Dafür müssen Sie in der VM einen USB-Filter setzen. Sie finden die Funktion beim ausgewählten und aktiv gesetzten USB-Gerät unter „Einstellungen“. Klicken Sie unter „Filter für USB-Geräte“ auf das Symbol mit dem Stick und dem Pluszeichen, um einen neuen Filter zu definieren. Wählen Sie erneut das Gerät aus, auf das der Filter angewendet werden soll. Da es sich hier um Konditionen handelt, die sich ergänzen, ist es ratsam, nicht zu viele Einträge in der Liste vorzunehmen. Am besten beschränken Sie sich auf „Name“, „Händler-ID“ und „Produkt-ID“. Löschen Sie alle anderen bereits vorhandenen Einträge aus der Liste, etwa zu „Hersteller“ oder „Seriennummer“. Vergeben Sie eigene Bezeichnungen, die Sie wiedererkennen – etwa „Stick: VM Windows 10“ bei „Name“ oder „abcd“ bei „Händler-ID. Wählen Sie nun unter „Fernzugriff“ die Option „Beide“, lässt sich der Filter sowohl am Host-PC als auch auf einen PC mit Remote-Zugriff anwenden. Bestätigen Sie Ihre Eingaben und den USB-Filter jeweils mit „OK“. Entfernen Sie den USB-Stick über das --Symbol in der Taskleiste des Gast-Systems, und ziehen Sie den Stick aus dem Port am Host-Rechner. Starten Sie nun die VM neu und warten Sie, bis der virtuelle PC komplett hochgefahren ist. Erst dann stecken Sie den USB-Stick wieder in den Port. Der Filter wird aktiv. Der USB-Stick wird dank des Filters sofort vom virtuellen PC erkannt und ist einsatzbereit.

In manchen Fällen jedoch aktiviert sich ein Filter nicht sofort nach einem Neustart nur des virtuellen PCs. Abhilfe schafft hier das Herunterfahren sowohl der VM als auch von Virtualbox.

Beenden Sie den Virtualisierer sofort nach einem erneuten Start. Erst mit dem nächsten Neustart (als Administrator) können Sie sich sicher sein, dass der Arbeitsspeicher komplett geleert ist und somit keine Störfaktoren für den Filter vorliegen.

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