2651178

AMD Freesync: Die verschiedenen Abstufungen erklärt

21.04.2022 | 10:35 Uhr |

AMD Freesync hält Einzug in die meisten Bildschirme, sogar teilweise bei Monitoren für den Büroeinsatz. Die Technik bietet sowohl für Gelegenheitsspieler als auch für erfahrene Gamer greifbare Vorteile. Aber was genau macht Freesync, und wie unterscheiden sich die Premium- und Premium-Pro-Varianten?

Freesync ist eine Technik des Herstellers AMD, die in erster Linie für die herstellereigenen Grafikprozessoren wie die Radeon-Serie entwickelt wurde. Dabei handelt es sich um AMDs Umsetzung von VRR (Variable Refresh Rate). Die variablen Bildwiederholraten ermöglichen es GPU und Monitor, sich zu synchronisieren, um so ein flüssigeres Spielerlebnis zu realisieren.

Der Hauptvorteil von VRR liegt darin, das sogenannte Tearing – Einzelbild-Zerreißen – zu verhindern. Tearing tritt auf, wenn der Grafikprozessor nicht in der Lage ist, ein Vollbild an den Monitor zu senden, sodass stattdessen ein Teilbild weitergeleitet wird. Wenn VRR nicht aktiviert ist, dann erwartet ein Bildschirm bei jeder Aktualisierung des Monitors – der sogenannten Aktualisierungsrate – ein neues Bild. Kommt jedoch nur ein Teilbild, wird auch nur dieses angezeigt. Ein Beispiel: Die meisten einfachen Büromonitore haben eine Bildwiederholfrequenz von etwa 60 Hz. Das bedeutet, dass jede Sekunde 60 Bilder angezeigt werden. Kann der Grafikprozessor ein Bild allerdings nicht rechtzeitig bereitstellen, wird ein Teilbild über dem vorherigen Bild angezeigt. Dies führt zu unschönen Tearing-Artefakten, die die Bildwiedergabe negativ beeinflussen.

Die AMD Freesync aktivieren Sie direkt im Radeon-Grafiktreiber. Voraussetzung ist allerdings, dass der angeschlossene Monitor die spezielle Bildsynchronisationstechnik von AMD unterstützt.
Vergrößern Die AMD Freesync aktivieren Sie direkt im Radeon-Grafiktreiber. Voraussetzung ist allerdings, dass der angeschlossene Monitor die spezielle Bildsynchronisationstechnik von AMD unterstützt.

Mit VRR-Techniken wie Freesync kann der Grafikprozessor den Monitor anweisen, solange zu warten, bis das nächste Bild komplett fertig ist. Hierdurch wird sichergestellt, dass an den Monitor lediglich Vollbilder gehen, die er dann auch anzeigt. Auf diese Weise lässt sich Tearing nahezu ausschließen. Weitere VRR-Varianten sind Nvidias G-Sync und der VRR-Standard, der in der HDMI-2.1-Spezifikation definiert ist.

Während Freesync bei niedrigeren Bildwiederholfrequenzen von etwa 60 Hz das Tearing unterbindet, beherrscht Freesync Premium eine Bildwiederholfrequenz von 120 Hz oder darüber, und das bei Full-HD-Auflösung (1080p). Darüber hinaus ist die Technik „Low Frame Rate Compensation“ (LFC) aktiv, die es dem Bildschirm ermöglicht, Bilder zu duplizieren, um Leistungseinbrüche auszugleichen.

AMD bietet die Bildsynchronisationstechnik Freesync in drei verschiedenen Versionen an, die sich im Leistungs- und Funktionsumfang unterscheiden.
Vergrößern AMD bietet die Bildsynchronisationstechnik Freesync in drei verschiedenen Versionen an, die sich im Leistungs- und Funktionsumfang unterscheiden.

Freesync Premium Pro hingegen ist Ihnen möglicherweise bereits als Freesync 2 HDR begegnet. AMD hat Anfang 2020 beschlossen, die Technik umzubenennen. Diese Implementierung zielt speziell auf HDR-Spiele (High Dynamic Range – Hochkontrast) ab. Für eine korrekte Bilddarstellung benötigen diese Spiele ein sogenanntes Tone-Mapping. Durch die Weitergabe von Informationen an den PC, der das Display ansteuert, wird die Latenzzeit verringert. Der Grund: Es entfallen die ansonsten erforderlichen Schritte, um das HDR-Bild bereitzustellen.

Die Premium-Pro-Implementierung von Freesync umfasst ebenfalls LFC für flüssigeres Gameplay. Während Standard-Freesync sowie Freesync Premium bei allen Inhalten funktionieren sollten, wird Freesync Premium Pro lediglich von Spiel zu Spiel unterstützt. Eine vollständige Liste der mit Freesync Premium Pro kompatiblen Spiele finden Sie auf der Webseite des Herstellers.

Beim Kauf eines Monitors oder Fernsehers fürs Spielen müssen Sie daher sicherstellen, dass die VRR-Techniken der Geräte miteinander kompatibel sind. Denn nur dann können Sie sie auch entsprechend einsetzen. Selbst Konsolen wie die Xbox Series X können jetzt die Vorteile von VRR nutzen.

Tipp: Die besten Gaming-Monitore mit WQHD-Auflösung (1440p) im Vergleichstest

PC-WELT Marktplatz

2651178