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iTunes 10 mit Ping: Noch ein soziales Netzwerk

02.09.2010 | 00:55 Uhr | Panagiotis Kolokythas

Steve Jobs hat in San Francisco das neue iTunes 10 vorgestellt, das in den nächsten Stunden zum Download freigegeben wird. Laut Angaben von Steve Jobs hat man bei iTunes 10 die Oberfläche entschlackt und es gab natürlich auch Bugfixes. Und man hat iTunes ein neues Logo spendiert: Die altbekannte CD auf dem bisherigen Logo wurde entfernt.

Unterm Strich bleibt aber bei iTunes 10 als Hauptneuerung: Ping. Dabei handelt es sich um ein soziales Netzwerk für Musikfreunde. Nachdem also Google mit einem sozialen Netzwerk eine Bruchlandung hingelegt hat, versucht nun Apple sein Glück. Abzuwarten bleibt, wie Microsoft den Namen für das neue soziale Netzwerk von Apple findet. Immerhin erinnert Ping schon sehr stark an Bing.

Ping ist fest in iTunes 10 integriert und erlaubt es den Nutzern mit gleichgesinnten Musikfreunden in Kontakt zu treten und zu bleiben. Den Beiträgen anderer Personen, Freunde und Musikern kann man per Follow-Funktion folgen. Letztendlich bietet sich für Apple damit die Möglichkeit, neue "Kauf mich-Buttons zu platzieren. So kann man beispielsweise in einen Song reinhören, den ein Freund gut und findet. Dabei hört man aber nur einen Ausschnitt des Songs. Wenn man den ganzen Song hören möchte, dann muss man dem "in iTunes kaufen"-Button klicken und den Song erwerben. Das gilt auch für die Ping-Charts, die Apple aus den Präferenzen der Ping-Nutzer generiert.

Unsere Einschätzung: Abzuwarten bleibt, wie viele iTunes-Nutzer letztendlich Ping nutzen werden. Unterm Strich handelt es sich um einen Angriff auf Facebook. Und der Angriff ist mächtig, wenn man bedenkt, dass iTunes immerhin über 160 Millionen Nutzer hat. Gegen Ping spricht allerdings, dass letztendlich nur bei iTunes erhältliche Musik berücksichtigt wird. Von einem echten sozialen Netzwerk für Musikfreunde kann also kaum die Rede sein. Echtes Musikstreaming? Fehlanzeige! Außerdem werden wir uns ganz genau die Datenschutzregelungen für das neue Ping mal ansehen. Facebook musste hier in der letzten Zeit viel Kritik einstecken. Ob Apple daraus gelernt hat?

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