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Zwangserweiterung DOC

So unterbinden Sie in Word 97 und 000 die Zwangs-Endung DOC.

Anforderung

Fortgeschrittener

Zeitaufwand

Mittel

PROBLEM:

Seit Word lange Dateinamennutzen kann, ergänzt es prinzipiell jeden Dateinamen um eine Erweiterung - egal wie lang der Name ist. Dabei nimmt es auch keinerlei Rücksicht darauf, ob Sie etwa schon Ihre eigene Extension vergeben haben. Bestimmt haben Sie sich auch schon darüber geärgert, dass die Textverarbeitung einen Dateinamen wie "Brief. NEU" ungefragt in "Brief.NEU. DOC" umwandelt. Ganz besonders lästig ist dieses Verhalten, wenn Sie noch auf einem älteren Server-System speichern müssen, beispielsweise unter Novell Netware 3.x, das keine langen Dateinamen beherrscht. In diesem Fall führen zwei Extensionen im Dateinamen unweigerlich zu einer Fehlermeldung.

LÖSUNG:

Sie können Word dazu überreden, den von Ihnen gewählten Dateinamen unbehelligt zu lassen, indem Sie diesen im Speichern-Dialog komplett in Anführungszeichen setzen. Das erfordert allerdings einiges an Disziplin: Sollten Sie die Anführungszeichen einmal vergessen, wenn Sie die Datei in ein anderes Verzeichnis speichern, schlägt Word sofort wieder zu. Abgesehen davon müssen Sie unnötige Tipparbeit leisten, besonders dann, wenn Sie regelmäßig eigene Namensendungen vergeben.

Unsere Makrolösung stellt die Verhältnisse wieder her, wie Sie sie vielleicht noch von alten Word-Versionen kennen. Dateiname und Erweiterung dürfen jetzt natürlich länger als 8+3 Zeichen sein - sonst aber gilt: Alles ab dem zweiten Punkt bis zum Ende wird automatisch abgeschnitten und verworfen. In der Praxis bedeutet das, dass die von Word standardmäßig angehängten Er-weiterungen - egal ob ".doc", ".txt" oder ".htm" - wegfallen, wenn Sie bereits Ihre eigene Extension angegeben haben. Nur, wenn Sie von sich aus keine Extension anhängen, darf Word aktiv werden.

Schritt 1:

Vorlage laden. finden Sie die Dokumentvorlage Ohne-Ext. DOT :hier zum Download . Entpacken Sie sie, und laden Sie sie dann in Word 97 oder 2000. Auf die Warnung, dass die Vorlage Makros enthält, können Sie im Vertrauen auf die PC-WELT unbesorgt mit "Makros aktivieren" antworten.

Schritt 2:

Integrieren in NORMAL.DOT. Starten Sie mit <Alt>-<F11> den Visual-Basic-Editor und dort mit <Strg>-<R> den Projekt-Explorer - sofern er nicht schon aktiviert ist. In diesem Fenster finden Sie unter "OhneExt" das Modul "SpeichernOhneExt". Ziehen Sie dieses Modul auf den obersten Eintrag "Normal" - also in die globale Standardvorlage NORMAL.DOT. Klicken Sie noch einmal auf "Normal", und speichern Sie die Änderung über das Menü "Datei, Speichern von Normal".

Schritt 3:

Testen des Makros. Damit ist das Makro einsatzfähig. Sie können den Editor und anschließend in Word die Datei OhneExt.DOT schließen. Testen Sie das Makro, indem Sie eine neue Datei erstellen und diese etwa als X.DAT speichern. Word wird diese Extension nun akzeptieren - und keine weitere anhängen.

Tipp 1: Wenn Sie die Funktionsweise interessiert - "SpeichernOhneExt" besteht aus den zwei Routinen "FileSave" und "FileSaveAs". Wurde eine Datei noch nie gespeichert, kommt "File-SaveAs" zum Zug. Ansonsten wird die Datei einfach mit dem bereits existierenden Namen auf die Platte geschrieben. "FileSaveAs" ruft den "Speichern unter"-Dialog von Word auf.

Dazu nutzt sie die Methode "display". Diese führt im Unterschied zur Methode "show" die Aktion des Dialogs nicht sofort aus, sondern erwartet eine zusätzliche "execute"-Anweisung. Da dieser Word-Dialog selbst die unerwünschten Datei-Endungen hinzufügt, kann das Makro nun in aller Ruhe prüfen, ob eine zweite Extension existiert, und diese gegebenenfalls wieder abschneiden, bevor es den "execute"-Befehl ausführt.

Tipp 2:

Wenn Sie eine Datei etwa als "Bestellung.liste" ablegen wollen, hängt Word sein obligates ".doc" daran. Anschließend prüft es, ob eine Datei "bestellung.liste.doc" bereits existiert und gibt - falls ja - eine Warnung aus. Da unser Makro die Endung ".doc" jedoch wieder entfernt, würde eine bereits bestehende Datei "Bestellung.liste" überschrieben. Deshalb überprüft die Routine, ob das Makro die Endung entfernt hat und ob eine Datei mit diesem Namen bereits existiert. Trifft dies zu, erscheint ein ent-sprechender Dialog. Dieser verhält sich beim Klick auf den Button "Abbrechen" so, wie Sie es erwarten dürfen: Anders als bei Word, das sich in diesem Fall einen Dateinamen aus den ersten Wörtern des Textes zusammenreimt und daraus den Dateinamen bildet, belässt das Makro den von Ihnen gewählten Namen. Sie können danach also selbst einen neuen Dateinamen festlegen und die Datei anschließend abspeichern.

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