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Zusatzinformation: Grüner PC Strom sparen durch Software-Auswahl?

16.11.2007 | 08:01 Uhr | Christian Löbering

Unnötiges Verschwenden von PC-Ressourcen kostet nicht nur Zeit, sondern auch Strom und Geld. Der Web-Hoster Strato kündigte 2007 an, künftig bis zu 30 Prozent weniger Energie pro Kunde zu verbrauchen. Eine der Maßnahmen, um den Energieverbrauch zu senken, sei der Einsatz optimierter, weniger fehlerhafter und ressourcensparender Software. Schlechter Code sei ein „Klimakiller“, da er mehr Strom verbrauche, hieß es aus dem Rechenzentrum. Sollten PC-Benutzer auch auf einen speziellen Mix an Software achten, um weniger Strom zu verbrauchen?

Bei näherer Betrachtung zeigt sich: Die 30 Prozent Ersparnis kommen durch alle möglichen Maßnahmen zusammen. Sun-Rechner mit auf HTTP-Anfragen spezialisierten „UltraSPARC T1“-Prozessoren, Netzteile und Lüfter mit möglichst geringem Reibungswiderstand, Auslagerung von Festplattenzugriffen bei besonders häufig aufgerufenen Seiten auf spezielle Server und die flexible Anpassung der Kühlung an kälteres Wetter gehören dazu, der Anteil effizienterer Software an der Gesamteinsparung wird nicht näher beziffert.

Mit dem Betrieb eines Rechenzentrums ist der heimische und auch der Büro-PC nicht zu vergleichen: Stratos Hauptgeschäft ist das „Shared Hosting“, bei dem möglichst viele Internet-Auftritte auf einen Server gepackt werden.

Natürlich werden die Server so gut wie möglich ausgenutzt: Sie laufen praktisch ständig unter Volllast und mit Wasser- oder Kompressionskühlung, also einer Industrie-Kältemaschine. Hier lohnt sich optimierte Software durchaus: Denn sinkt die Last des Servers, kann er noch einige Benutzer mehr verkraften. Wenn ein Server eingespart werden kann, weil die anderen mehr Benutzer und Zugriffe bewältigen. Dessen bisheriger Verbrauch lässt sich auf der Haben-Seite verbuchen.
Doch diese Rechnung kann der private PC-Anwender nicht aufstellen: Selbst wenn Sie dauerhaft für 30 Prozent weniger CPU-Last sorgen könnten, sehen Sie das nicht am Stromzähler. Es bedeutet nur, dass der PC, wenn er immer unter Volllast arbeiten würde, jetzt eben 30 Prozent mehr Last vertrüge.

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