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Zusätzliche Investoren

11.07.2010 | 16:44 Uhr | Benjamin Schischka

Microsoft : Der Windows-Konzern ist der größte, einzelne Investor in Facebook, der 2007 insgesamt 240 Millionen US-Dollar in das Unternehmen gesteckt hat. Zur Zeit verfügt Microsoft über 1,6 Prozent der Firmenanteile von Facebook. Dieser Deal hat den Wert von Facebook zwar dramatisch in die Höhe schnellen lassen, ändert aber nichts daran, wie das Unternehmen geführt wird. Zusätzlich zu dem eher geringen Eigenanteil, einigten sich Microsoft und Facebook zudem auf die Schaltung von Werbebannern auf Facebook, die noch bis nach 2011 laufen wird. Viel interessanter ist aber, dass dadurch Google davon abgehalten wurde, einen ähnlichen Deal abzuschließen. Da Microsoft jedoch keinen Direktionsposten besetzt und somit herzlich wenig dazu zu sagen hat, wie Facebook funktionieren soll, ist der Windows-Konzern derzeit ein eher stiller Partner.

Li Ka-Shing : Dieser Multimillionär aus Hong-Kong investierte 2007 60 Millionen US-Dollar in Facebook und kurz darauf weitere 60 Millionen nach Abschluss dem Einverständnis des Konzerns über eine mögliche Kaufoption. Diese Übereinkunft war für beide Seiten etwas eigentümlich, denn der 79-jährige Li Ka-Shing investiert sonst primär in Geschäfte in Hong Kong und betreibt zudem einen gewaltigen Mischkonzern mit einer Viertel Millionen Angestellten. Facebook stellte für den Chinesen also eine ziemliche Kursänderung dar, auch wenn Beobachter darauf hinwiesen, dass die Investition eventuell förderlich sein könnte, um Facebook nach China zu expandieren.

Der Europäische Gründer Fonds : 2008 akzeptierte Facebook eine eher kleine Investitionssume über 15 Millionen US-Dollar von dieser deutschen Gruppierung – ein verwirrender Schachzug, zumal der Fonds 2007 Einnahmen von rund 300 Millionen US-Dollar verbuchen konnte. Der Europäische Gründer Fonds besteht aus einem Trio von Brüdern, die für gewöhnlich in europäische Internet-Projekte investieren. Auch wenn die Beteiligung des Fonds am Facebook-Management unbekannt ist, geht sie ziemlich sicher gen Null.

TriplePoint Capital : Die Finanzfirma aus Silicon Valley stellte Facebook 2008 einen Kredit über 100 Millionen US-Dollar zur Verfügung, nachdem sie dem Konzern zuvor bereits ein Angebot über 30 Millionen Dollar unterbreitet hatte. Als Kreditanbieter besitzt Triple Point keinerlei Anteile an Facebook – die Beteiligung am Management beschränkt sich ausschließlich auf finanzielle Verpflichtungen, die sichere Geldanlagen und Anleihen ausfindig machen sollen, um TriplePoint die Kreditsumme wieder einzubringen.

Digital Sky Technologies : Die aktuellste und eigenartigste Investition in Facebook geschah 2009. Zu dem Zeitpunkt investiert die russische Wertpapierfirma Digital Sky Technologies knapp 200 Millionen US-Dollar in Facebook und erkauft sich damit Firmenanteile von 2 Prozent. Weitere 3 Prozent kauft Digital Sky von anderen Angestellten und Anteilseignern, unter anderem von Direktor Peter Thiel. Diese Moskau-Connection weckte das Interesse von vielen Leuten, die vorher nicht mit dem Namen Digital Sky vertraut waren – und rückte die russische Wertpapierfirma so ins Rampenlicht der USA. Zuckerberg selbst behauptet, "sie haben eine Menge Erfahrung, die sie in den Konzern mitbringen"; doch davon abgesehen ist DST als Investor bekannt, der sich aus den geschäftlichen Dingen heraushält und weder Einfluss aufs Tagesgeschäft nimmt, noch nehmen will.

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