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Zum Vergleich: Ein klassisches Navigationsgerät Tomtom Go 950 Live

04.12.2010 | 07:04 Uhr |

Tomtom Go 950 Live
Vergrößern Tomtom Go 950 Live
© 2014

Der augenscheinlichste Vorteil eines Stand-Alone-Navigationsgerätes wie dem von uns getesteten TomTom Go 950 (127 x 85 x 23 mm groß, 224 Gramm schwer): Es ist für die eine einzige Aufgabe der Navigation optimiert. Auf dem TomTom finden Sie also keine einzige Anwendung, die nicht mit dem Themenbereich Routenführung und Navigation zu tun hat (von der Bildergalerie einmal abgesehen).

Vom Startbildschirm aus können Sie direkt die Navigation starten (Sie müssen sich also nicht erst zu der Navi-App auf einem Smartphone durchhangeln), Alternativrouten berechnen lassen, Ihre Live-Dienste konfigurieren (deren wichtigster Bestandteil sind natürlich die Verkehrslageinformationen) und die Einstellungen Ihres TomTom anpassen.

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Die Live-Dienste umfassen neben den Verkehrsinformationen noch den Direktzugriff auf die Google-Suche (damit versucht TomTom etwas im Revier der konkurrierenden Smartphones zu wildern), eine Preisrecherche zu Kraftstoffpreisen (hier können Sie nach der nächstgelegenen oder nach der günstigsten Tankstelle in Ihrer Umgebung suchen und sich sofort dorthin routen lassen), Sicherheitswarnungen (TomTom warnt Sie vor Radarfallen) und den Wetterbericht.

Das Tomtom Go 950 Live bietet die Möglichkeit einer speziellen Nachtansicht. Die Sprachanweisungen lassen sich gegebenenfalls auch abschalten. Auch POIs lassen sich auf der Karte anzeigen.

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Wenn Sie den Menü-Punkt Alternative wählen, können Sie zu einer bereits ermittelten Routen eine Alternativ-Route berechnen lassen. Oder festlegen, dass bestimmte Abschnitte auf der berechneten Route vermieden werden sollen. Oder Zwischenziele festlegen.

Die am meisten genutzte Funktion ist unbestritten "Navigieren zu". Sie können als "Zuhause" eine Adresse festlegen und sich dann immer auf einen Fingertipp hin dorthin navigieren lassen. Oder das zuletzt angesteuerte Ziel erneut anfahren. Oder eben eine neue Adresse eingeben. Falls Sie beispielsweise als Tourist unterwegs sind und einfach nur ins Stadtzentrum einer fremden Stadt wollen, so wählen Sie einfach den Menü-Punkt "Stadtzentrum" und geben Sie Stadt an. Die Direkteingabe einer Postleitzahl ist ebenfalls möglich. Die typische Eingabeform durfte aber eine komplette Adresse sein. Hierzu wählen Sie den Menüpunkt Straße und Hausnummer. Adressen lassen sich übrigens auch aufsprechen - wahlweise in einem Rutsch oder in Dialogform.

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Der farbige Widescreen-Touchscreen mit seiner Bildschirmdiagonale von 4,3-Zoll (11 cm, 480 x 272 Pixel Auflösung) bietet auf einen Blick alle relevanten Informationen für die Routenführung. Der große Bildschirm war bisher ein Vorteil gegenüber der Masse der Smartphone, die lange Zeit einen kleineren Bildschirm besaßen. Allerdings schrumpft der Abstand zu modernen Smartphones rapide, das Windows Phone 7-Gerät HTC HD7 beispielsweise hat ein 10,9-Zentimeter großes Display und beim Androiden HTC Desire HD ist der Bildschirm ebenfalls 10,9 Zentimeter groß. Die Smartphones haben also bei der Display-Größe gleichgezogen. Noch enger wird es für TomTom und Konsorten, wenn tatsächlich Tablet-PCs wie das Samsung Galaxy Tab zur Navigation verwendet werden. Samsung verkauft nämlich für seinen 7-Zoll-Tablet mit Android 2.2 ein KFZ-Kit. Damit wird das Galaxy Tab zum Super-Navi: Endlich trifft man sicher alle Icons und Menüpunkte von Google Maps Navigation ohne lang den Blick vom Verkehrsgeschehen abwenden zu müssen. Die einzige Frage, die sich in diesem Zusammenhang stellt: Eventuell verdeckt der riesige Tablet viel Sicht nach vorn und stellt damit ein Sicherheitsrisiko dar. Zumindest bei einem Kleinwagen könnte man das bei einem ungünstigen Fixierungspunkt so empfinden.

TomTom hat diese Konkurrenz erkannt und versucht mit größeren Displays gegenzusteuern: Das TomTom GO LIVE 1000 und das TomTom GO LIVE 1005 besitzen jeweils 13 cm große Displays. Diese neuen Navis bieten erstmals auch die Möglichkeit durch bloßes Berühren einer Karte in diese zu zoomen  - bisher ging das wie bereits erwähnt nur über die "+" und "-"-Buttons.

Der Bildschirm während der Fahrt Am unteren Bildschirmrand blendet das Navi die aktuelle Fahrzeuggeschwindigkeit und eventuell bestehende Tempo-Limits ein. Bei Überschreitung eines Toleranzwertes wird die Geschwindigkeit rot markiert. Das klappte im Test einigermaßen zuverlässig, ein paar Mal stimmten die eingeblendeten Limits aber nicht.

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Am rechten Bildschirmrand werden Hinweise auf die Verkehrslage angezeigt. Die durch Staus, Unfälle und Baustellen verursachte Verzögerung wird geschätzt - nach unserer Erfahrung recht zutreffend. Auf einen Fingertipp hin bekommen Sie Detailinformationen zur Verkehrslage. Die Verkehrslage-Informationen beruhen auf TomTom HD Traffic .

Das Navi zeigt die voraussichtliche Ankunftszeit und die zurückzulegenden Kilometer an. Außerdem die aktuelle Uhrzeit. Die Entfernung bis zum nächsten Abbiegevorgang zeigt das Navi ebenfalls an.

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Kurz bevor Sie abbiegen müssen, blendet das TomTom genauso wie der Navigon Mobile Navigator einen Fahrspurassistenten ein. Er soll beim Wechseln der Fahrspur helfen, indem er optisch klar erkennbar zeigt, auf welche Spur man wechseln muss. Ähnliche wie bei Navigon helfen wirklichkeitsgetreue Abbildungen der Ausfahrtschilder beim entspannten Abbiegen.

Eine KFZ-Halterung samt Ladegerät ist im Lieferumfang ebenso enthalten wie eine Dockingstation zum Anschluss an den USB-Port des Rechners. Sofern der Akku geladen ist (das Aufladen ist am Zigarettenanzünder und am USB-Port des Rechners möglich), können Sie das TomTom auch ohne Stromanschluss benutzen: Beispielsweise in einem Oldtimer ohne Zigarettenanzünder. Bluetooth wird ebenfalls unterstützt, Sie können das TomTom also als Freisprecheinrichtung für ein kompatibles Bluetooth-fähiges Handy verwenden. Der interne Flash-Speicher hat 4 GB Kapazität. Außerdem ist ein microSD-Kartenslot vorhanden.

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Der Ein/Aus-Schalter des Tomtom Go 950 Live ist schwer fühlbar. Das Display lässt sich gut ablesen und ist ein und auszoombar, allerdings wie bereits erwähnt nicht per Multitouch, sondern mit den "+" und "-"-Tasten. Tankstellen entlang der Route werden angezeigt und lassen sich direkt ansteuern. Die Sprachanweisungen sind verständlich und werden ausreichend früh angesagt beziehungsweise ausreichend oft wiederholt.

Wenn man sich verfährt, berechnet das Navi sofort die neue Route, die schnellstmöglich zur alten zurückführt und gibt mitunter auch den Befehl zum Wenden. Zwischen der 2D- und der 3D-Ansicht kann man jederzeit wechseln. Benutzer können Fehler im Kartenmaterial direkt korrigieren und so anderen TomTom-Nutzern diese Information zur Verfügung stellen.

Mitunter zeigte das TomTom im Einsatz kleinere Schwächen. So empfahl es uns einmal links zu bleiben. Doch wir mussten nach links abbiegen - das ist aber nicht das Gleiche und das kann einen ortsunkundigen Fahrer an einer unübersichtlichen Kreuzung erheblich verwirren. In einem anderen Fall mussten wir auf einer Autobahn zunächst nach rechts auf eine dreispurige Autobahn abbiegen um dann nach ca. 200 Meter wiederum links von der aktuellen dreispurigen Autobahn abzubiegen und auf eine neue Autobahn aufzufahren. Dieses Links-Abbiegen kündigte das Tomtom jedoch erst unmittelbar vor Erreichen der Abfahrt an - da befanden wir uns aber noch auf der Fahrbahn ganz rechts, weil wir ja erst unmittelbar zuvor rechts abgebogen waren. So fuhren wir an unserer Zielausfahrt jedenfalls erst einmal vorbei, landeten auf der falschen Autobahn und mussten wenden.

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