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Zu harte Kontraste vermeiden

19.05.2013 | 09:30 Uhr | David Wolski

Gerade bei Gegenlichtaufnahmen und Streiflicht geraten Motive oft zu dunkel (links). Ein dezenter Aufhellblitz (rechts) gleicht die Lichtverhältnisse aus.
Vergrößern Gerade bei Gegenlichtaufnahmen und Streiflicht geraten Motive oft zu dunkel (links). Ein dezenter Aufhellblitz (rechts) gleicht die Lichtverhältnisse aus.
© David Wolski

Jeder freut sich über Sonnenlicht, da es die richtige Farbtemperatur hat und alle Motive natürlich und lebhaft aussehen lässt. Starke Sonneneinstrahlung hat allerdings als unerwünschten Nebeneffekt einen hohen Kontrast, bei dem Schatten unterbelichtet und helle Bereiche überbelichtet wirken. Das menschliche Auge gleicht starken Kontrast aus, Kameras dagegen nicht. Obwohl Kamerahersteller mit Bildbearbeitungs-Chips bereits versuchen, diese schwierigen Belichtungsverhältnisse auszugleichen, hilft oft nur eine zusätzliche Lichtquelle: Wozu im prallen Sonnenschein auch noch blitzen? Weil der Blitz hier als Aufhellblitz nur eine zusätzliche Lichtquelle ist, um ein Motiv ausgewogen zu belichten und tiefe Schatten auszugleichen. In diesem Szenario ist ein frontaler Blitz ausnahmsweise erlaubt, da der Aufhellblitz gerade mal so viel Licht erzeugt, dass Schatten nicht unterbelichtet wirken. Bessere Kameras bieten dafür als fortgeschrittenes Motivprogramm „Aufhellblitz“ (Fill flash) oder „Gegenlichtaufnahme“ (Backlit Photo).

Nur nicht mit den Aufnahmen sparen
Machen Sie lieber ein paar Bilder mehr. Da nicht jedes Motiv beim ersten Mal gut getroffen wird, sollten Sie grundsätzlich öfter abdrücken. Denn aussortieren können Sie später noch, und Flash-Speichermedien für Kameras sind heute gigantisch groß. Sollte der Platz mal knapp werden, können Sie auch weniger optimale Bilder über das Kameramenü sehr schnell wieder löschen.

Wählen Sie Raw, wann immer es geht
Zwar geben sich moderne Knipsen, Systemkameras und DSLRs die größte Mühe, mit internen Chips zur automatischen Bildbearbeitung aus jedem Foto ein passables Bild zu machen. Allerdings kommt kein noch so guter Algorithmus an die Möglichkeiten von Raw-Fotografie mit manuellem Farb- und Belichtungsabgleich heran.

Die Vorzüge von Fotografie im Raw-Format sind die zahllosen Optimierungsmöglichkeiten, die auch nach dem Auslösen zur Bildoptimierung zur Verfügung stehen. Dazu gehört Belichtung und Nachbelichtung, Entrauschen, Weißabgleich, Farbsättigung, Kontrast und Histogramm. Wenn die Kamera das Raw-Format anbietet, stellen Sie dieses im Aufnahmemenü ein.

Wenn der Hersteller keine geeignete Bildbearbeitungs-Software anbieten sollte, dann eignet sich das Open-Source-Programm Ufraw hervorragend als Alternative, um alle Vorzüge des Raw-Formats kennenzulernen. Zwar leistet Ufraw bei umfangreichen Arbeitsabläufen nur wenig Hilfe. Dafür unterstützt es jedoch alle wichtigen Herstellerformate. Ufraw steht als Plug-in für die Open-Source-Bildbearbeitung Gimp zur Verfügung.

Bessere Bilder mit indirektem Blitzlicht

Bei den schwierigen Lichtverhältnissen in Innenräumen sollten Sie unbedingt einen frontalen Blitz vermeiden.
Vergrößern Bei den schwierigen Lichtverhältnissen in Innenräumen sollten Sie unbedingt einen frontalen Blitz vermeiden.
© David Wolski

Blitzfotografie ist eine Kunst für sich. Es gilt allerdings eine einfache Faustregel: niemals ein Motiv direkt anblitzen. Ein direkter Blitz führt zu hässlichen Schatten und schalen, meist überbelichteten Farben im Bildmittelpunkt. Außerdem führt frontales Blitzen bei Portraits häufig zum leidigen Rote-Augen-Effekt, den nicht alle Kameras automatisch ausgleichen. Wenn die Kamera es unterstützt, arbeiten Sie deshalb mit einem Vorblitz. Alternativ richten Sie das Blitzlicht nicht direkt auf die Person, sondern nutzen Sie eine Reflexionsebene. Beispielsweise, indem Sie mit einem externen, drehbaren Blitzgerät an Wand oder Decke blitzen. Das indirekte Licht sorgt für eine viel gleichmäßigere Ausleuchtung. Wenn die Knipse oder das Smartphone nicht über einen Blitzschuh verfügen, sondern nur ein internes Blitzgerät haben, hilft ein einfacher Trick: Halten Sie ein Stück weißes Pergamentpapier als Diffusor vor die Blitzöffnung Ihrer Kamera.

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