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Zamonien

13.10.2000 | 17:10 Uhr |

Stellungnahme des Webmasters von Zamonien

Mokko, Zwergpirat, Knecht und Hausmeister der Nachtschule, ist untröstlich. Die Nachtschule sei unsicher, muss er sich sagen lassen! Sowas.

Nun, wer ein Haus baut, der muss auf ein gutes Fundament achten, das ist klar. Und die Nachtschule mit ihrem intellektuellen Gewicht ist davon natürlich besonders betroffen. Deshalb hatten sich Mokko und Prof. Dr. Abdul Nachtigaller beim Bau der Nachtschule im Netz nach S-Baumeistern umgeschaut und einen großen S-Architekten in Amerikanien gefunden, der schon für so viele Andere die guten S-Fundamente geliefert hat. Und nicht nur das, dieser S-Baumeister liefert sogar S-Updates zu den S-Fundamenten, nämlich immer dann, wenn eine Schwachstelle gefunden worden ist. Das hat Mokko und Prof. Dr. Abdul Nachtigaller überzeugt, so dass sie ein S-Fundament vom großen S-Baumeister geordert haben.

Und so war es. S-Updates wurden geliefert, mal kleinere B-Fixes, mal größere S-Packs, und Mokko hat sie unter Tage immer fleißig eingebaut. Eines Tages dann wurde ein ganz großes S-Update geliefert, so was ähnliches wie "ganz neu" stand drauf, eine neue S-Version. Mokko hat sich gefreut, wie sich nur Zwergpiraten freuen können. Endlich musste er nicht mehr nach jedem Türscharnierölen all die B-Fixes und S-Packs wieder neu einbauen - denn das hatte ja immer sein müssen. Mokko hat gar nicht nachgeschaut, ob alles auch wirklich neu war.

Aber plötzlich kam ein Erdbeben über die Finsterberge Zamoniens, in denen die Nachtschule angesiedelt ist. Und da hat Mokko sehen müssen, dass die alten Löcher, die schon mal geschlossen waren, in der "ganz neu"-S-Version wieder drin waren. Sowas unglaubliches. Und das vom großen S-Architekten aus Amerikanien! Mokko hat schnell reagiert. Er hat alle Türen geschlossen. Keiner kam mehr rein und keiner kam mehr raus. Er hat das ganze Fundament nach Sachen durchgeschaut, die keiner braucht. Da war zum Beispiel so was wie ein Öleinfüllstutzen im Fundament, den die Nachtschule nun wirklich nicht braucht, denn sie hat ja keine Ölheizung. Und anstatt wie vom großen S-Baumeister empfohlen, die elektrische Regelung des Scharniers up-zu-daten und bug-zu-fixen, hat er den Stutzen einfach rausgeschmissen. Jetzt kann einfach niemand mehr Öl in den Keller pumpen, bis die Archivschränke anfangen zu schwimmen und die ganzen geheimen Klassenbücher ausgespuckt werden.

Und dann hat der Nachtschulknecht herausbekommen, dass das Erdbeben gar kein richtiges Erdbeben war. Ein Einbrecher (wahrscheinlich ein Stollentroll) war es gewesen. Der hat an dem Fundament herumgehämmert und versucht in den Keller und an die geheimen Daten zu kommen. Aber was sag ich geheim. Die Nachtschule ist kostenlos, das weiß ja jeder. Und daher gibt es dort auch keine Kasse, und niemand muß magische Kärtchen mit den Nummern abschreiben, mit denen die Kasse gefüllt werden kann. Und deshalb haben die Klassenbücher auch keine solchen Einträge. Das muss den Einbrecher geärgert haben, als er im Keller war. Aber er hat dort etwas anderes gefunden: die Kennworte für den Zugang der Nachtschule, solche Kennworte, die verhindern, dass jemand Hausaufgaben im Namen eines anderen abgeben kann. Die hat er aber erst gefunden, als er weitere Kellertüren aufgebrochen hatte. Er ist in die geheimen Stollen eingebrochen, die alle Kellermeister in ihren Verliesen benutzen. Das ist böse und strafbar.

Und dann ist der Einbrecher mit diesen Kennworten zu großen Postämtern gegangen und hat versucht, fremde Post von Nachtschülern abzuholen. Das geht aber nur bei Zamoniern, die überall dasselbe Kennwort verwenden. Überall dasselbe Kennwort zu verwenden ist aber leider eine sehr schlechte Idee. Man sollte auf gar keinen Fall immer dasselbe Kennwort im Netz benutzen. Mokko hat darum den Prof. Dr. Abdul Nachtigaller gebeten, eine Unterrichtseinheit zu diesem Thema zu konzipieren.

Und die Lehre aus dieser Geschichte?

Alle können Fehler machen! Die einen sind vergesslich und wiederholen Fehler von früher. Die anderen sind nachlässig und glauben, was auf den Verpackungen steht. Und wieder andere sind faul und merken sich am liebsten nur ganz wenige Sachen. Und wenn all diese Fehler zusammenkommen, dann können Kriminelle ihre wahre Leidenschaft ausleben. So ist das eben, in Zamonien wie in der ganzen Welt.

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