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Xbox Series X: Phil Spencer über die Power der neuen Konsole

29.02.2020 | 08:01 Uhr |

Sony lässt sich Zeit mit der Weltpremiere der Playstation 5, Microsoft gibt Vollgas: Phil Spencer, Head of Xbox, der in seiner Doppelposition als Executive Vice President Gaming bei Microsoft nicht nur für die Xbox Series X, sondern auch PC-Exklusivtitel wie Age of Empires 4 verantwortlich ist, verrät die größten Geheimnisse rund 120 FPS-Gaming, Variable Rate Shading und Smart Delivery der Xbox Series X. Oh und Cyberpunk 2077 gibt’s kostenlos für Game-Pass-Besitzer.

„Ich spiele auf der Xbox Series X jeden Abend. Die Konsole steht schon seit einiger Zeit bei mir im Büro, aber auch zu Hause im Wohnzimmer. Testing ist einfach unglaublich wichtig, ich rede viel mit dem Produktionsteam, den Ingenieuren, den UI-Designern. Es ist eine unglaubliche Box, auf der mehrere Spiele simultan laufen – du kannst aus einem Singleplayer-Epos mal schnell in Halo oder Fortnite reinspringen, das ist schon sehr cool. Wenn ich ein bisschen schneller in Destiny 2 rein joine als andere, dann liegt das an der Xbox Series X“, erzählt Phil Spencer in einem sehr empfehlenswerten Podcast mit den Kollegen von Gamertag-Radio.

Microsoft hat eine ganze Reihe neuer Specs der Xbox Series X verraten. Einiges wurde schon länger vermutet, anderes ist neu - und ziemlich cool!
Bestätigt wurde unter anderem eine 12 Teraflop-GPU von AMD mit RDNA2-Architektur, hardware-beschleunigtes DirectX Raytracing, bis zu 120 Frames per Second und ein Feature namens Variable Rate Shading. Daneben gab es noch jede Menge anderer Features und Hardware-Specs - alle Infos haben wir in diesem Video zusammengefasst.

► Alle Infos zum nachlesen:
www.pcwelt.de/2487999

Im Rahmen dieses Interviews spricht er über viele persönliche Eindrücke, die zeigen wie tief Spencer in der Entwicklung drinsteckt. Es ist nicht selbstverständlich, dass ein Vice President eines Konzerns aktiv an einer Konsole mitarbeitet. Das macht Xbox heute aus – während EAs CEO Andrew Wilson etwa in einem Interview mal verraten hat, dass er gerne mal FIFA mit seinen Kids spielt, aber ansonsten für Games weniger Zeit hat, lässt es sich Phil Spencer nicht nehmen, selbst zu testen, welche Spiele sich für Microsofts neues Smart-Delivery-Programm anbieten – darüber werden aktuelle Spiele automatisch via Patch auf die Power der Xbox Series X optimiert. 

CD Projekt RED wird das etwa für Cyberpunk 2077 nutzen – eine sehr spannende und durchaus überraschende Neuigkeit, schließlich ließe sich mit einem Next-Gen-Remaster sehr viel Geld verdienen. Ob Spencer bereits Cyberpunk spielt, wissen wir nicht – er testet aber fleißig mit seinem Team, welche Titel sich für ein Next-Gen-Upgrade anbieten. Generell sieht sich Phil Spencer als Vizepräsident zum Anfassen: Er ist sehr aktiv auf Twitter und antwortet dort aktiv auf Fragen und auf Xbox Live kann man ihn als @XboxP3 für ein Match adden. Diese Hands-On-Mentalität resultiert in starken Wirtschaftsdaten – unter Spencer hat sich die Gaming-Division glänzend entwickelt, letztes Jahr 15 Prozent Umsatzwachstum hingelegt und trägt jetzt satte 10 Milliarden US-Dollar bei zum Microsoft-Imperium, der als einer der drei wertvollsten Konzerne der Welt (Microsoft, Apple, Amazon) die Billiarden-Marke im Börsenwert geknackt hat. 

Siehe auch: Xbox Series X mit 12-Teraflops-GPU & weitere Infos

Performance kommt vor 8K: „Spiele sollten sich so gut anfühlen, wie sie aussehen“

DirectX Raytracing, Variable Rate Shading, 12 Teraflops Grafik-Power: Die bestätigten Daten der Xbox Series X.
Vergrößern DirectX Raytracing, Variable Rate Shading, 12 Teraflops Grafik-Power: Die bestätigten Daten der Xbox Series X.
© Microsoft

„Spiele sehen schon heute großartig aus und werden noch epischer auf der neuen Hardware funktionieren – die Xbox Series X gibt Entwicklern Zugriff auf 12 Teraflops Grafik-Power – doppelt so viel wie die Xbox One X und gleich acht Mal so viel wie die Xbox One. Jetzt wird es aber auch Zeit, dass sich Games so gut anfühlen, wie sie aussehen. Wir konnten das mit der aktuellen Generation nicht erreichen, weil die CPU relativ gesehen zur Grafikkarte nicht genug Leistung hat. Das ist der Grund, warum wir aktuell noch nicht die Konsistenz in der Bildwiederholrate sowie die Variable-Refresh-Rate-Technologie nutzen können, die wir eigentlich wollen. Ich denke mit einem Blick in die Zukunft, ist es für uns wichtig den Fokus auf das Spielgefühl zu lenken, nicht einfach nur mehr Pixel auf den Screen zu werfen“, so Spencer. Einschränken möchte er andere Studios aber auf keinen Fall – „jeder soll einfach Spaß haben mit der neuen Box und das rausholen, was für sein Spiel das Beste ist.“

Die technischen Daten der Xbox Series X.
Vergrößern Die technischen Daten der Xbox Series X.
© Microsoft

Damit spricht er auch schon VRR an, die variable Bildwiederholrate wurde bereits mit der Xbox One X eingeführt – die Technologie wird allerdings nicht von allen TVs unterstützt, Vorreiter ist hier Samsung mit seinen QLED-Panels. Konsole oder PC senden neue Bildinformationen Hunderte Male pro Sekunde. Jedes Mal, wenn dies geschieht, teilt das System dem Bildschirm genau mit, was angezeigt werden soll – die Position jeder Person, jedes Ortes und jedes Items. Dieses statische Bild wird als Frame bezeichnet, woraus sich die Framerate berechnet. VRR ermöglicht es dem System die Wiederholungsrate an die Anzahl der Frames anzupassen – passiert viel, etwa wenn Explosionen tausende Partikel in die Luft blasen, geht die Bildwiederholrate runter – das erleben wir regelmäßig in Call of Duty. Passiert wenig, kann sie auch höher gehen – die Xbox Series X unterstützt bis zu 120 FPS. So lässt sich das sogenannte Screen Tearing vermeiden – eine Art Bildriss, bei dem mehrere Frames der Animation gleichzeitig angezeigt werden.

„Unsere patentierte Form des VRS ermöglicht es Entwicklern die Power der Xbox Series X effizienter anzuwenden. Anstatt die komplette GPU-Leistung dafür zu nutzen, jeden einzelnen Pixel auf dem Bildschirm in jedem Frame zu berechnen, können sie nun individuelle Effekte auf Spielfiguren oder Umgebungseffekten priorisieren.“ In einem schnellen Shooter wie Halo: Infinite oder dem nächsten Call of Duty, welches wohl Black Ops 5 sein dürfte, könnten die Randbereiche niedriger aufgelöst werden, während man die Shader-Qualität in der Mitte, auf Figuren, Gebäuden etc. im direkten Blickwinkel deutlich erhöht. Wir schauen ja in der Regel bei Shootern eh nicht an den Rand, so ließe sich die Grafikpower smarter verteilen. VRS ermöglicht auch technische Tricks, die das Bild überhaupt nicht beeinträchtigen – etwa wenn Entwickler die Shading-Rate aller Dreiecke in Civilization 6 niedriger auflösen, wie in einer Demo im Rahmen der GDC 2019 gezeigt. 

Variable Rate Shading wird zum Beispiel auch in Halo Infinite eingesetzt.
Vergrößern Variable Rate Shading wird zum Beispiel auch in Halo Infinite eingesetzt.

Ohne an Bildqualität einzubüßen, konnte man dort einen Geschwindigkeitszuwachs in 4K mit einer Geforce RTX 2060 von 20 Prozent erreichen. Dafür wurden in erster Linie größere Flächen wie Wasser beispielsweise mit niedriger aufgelösten Shadern belegt, detaillierte Inhalte wie Gebäude, Bergketten, Wellen und Schiffe mit deutlich höherem. Die Technologie lässt sich auch in Form von Content Adaptive Shading einsetzen, weil klar – eine dunkle Ecke braucht weniger präzises Shading. VRS – Variable Rate Shading wurde bereits bei Wolfenstein 2: The New Colossus per Patch hinzugefügt, jetzt soll es zum Standard werden auf der Xbox Series X, was natürlich auch allen PC-Gamern entgegenkommt – je mehr Liebe in die Konsolenversion fließt, desto mehr aus den Vollen können Entwickler beim PC-Port schöpfen. 

Xbox Series X: Wohl keine Exklusivititel zum Launch

„Mein Dad hat mich in die Gaming-Welt eingeführt. Jeden Abend, wenn er nach Hause kam, spielten wir auf unserem alten Commodore 64. Das ist eine Tradition, die ich versuche mit meinen Kindern fortzuführen. Ich habe zwei Töchter und es ist einfach magisch ihnen die neuen, aber auch alten Spielewelten zu zeigen, sie mit ihnen zu erkunden, zusammen zu spielen. Das verbindet uns. Ich schätze das ist einer der Gründe, warum ich mich so sehr für diese Play-Anywhere-Idee eingesetzt habe – es sollte egal sein, ob jemand lieber Xbox oder PC spielt. Oder ob er auf der Xbox im Wohnzimmer anfängt und dann auf seinem Laptop weiterspielt, weil sie oder er vielleicht gerade nicht zu Hause sind.“

Aus diesem Gedanken heraus hat sich Xbox auch zu jenem System entwickelt, dem Abwärtskompatibilität enorm wichtig ist – Sie können alte, aber immer noch sehr gute Xbox-360-Spiele wie Ghost Recon: Future Soldier oder Splinter Cell auf der Xbox One X in 4K spielen, was schon ziemlich großartig ist. Damit sich Spieler nicht erst mit Updates rumschlagen müssen, hat Microsoft ein automatisches Upgrade-System integriert, welches alle Spiele auf der Festplatte automatisch mit nativen 4K-Texturen versorgt und auf bis zu 120 FPS pusht – Smart Delivery genannt: 

Cyberpunk 2077 nutzt Smart Delivery – kaufen Sie es im September, wird es zum Launch der Xbox Series X automatisch auf die maximale Grafik geupgradet.
Vergrößern Cyberpunk 2077 nutzt Smart Delivery – kaufen Sie es im September, wird es zum Launch der Xbox Series X automatisch auf die maximale Grafik geupgradet.

„Mit dieser Technologie können Sie ein Spiel einmal kaufen und wissen, dass Sie - unabhängig davon, ob Sie es auf Xbox One oder Xbox Series X spielen - auf jeder Xbox, auf der Sie spielen, die richtige Version erhalten. Wir verpflichten uns, Smart Delivery für alle unsere exklusiven Xbox Game Studios-Titel, einschließlich Halo Infinite, zu verwenden, um sicherzustellen, dass Sie ein Spiel nur einmal kaufen müssen. Die Smart-Delivery-Technologie steht allen Entwicklern und Publishern zur Verfügung.“

Cyberpunk 2077 wird davon Gebrauch machen, CD Projekt RED hat das bereits angekündigt. Klar – das wohl meist erwartete Spiel des Jahres zeigte auf der Xbox-Pressekonferenz der E3 seinen ersten Gameplay-Trailer – kurz darauf sprang Keanu Reeves auf die Bühne, weil er eine der Hauptrollen von Cyberpunk 2077 spielt.

Microsoft hat eine ganze Reihe neuer Specs der Xbox Series X verraten. Einiges wurde schon länger vermutet, anderes ist neu - und ziemlich cool!
Bestätigt wurde unter anderem eine 12 Teraflop-GPU von AMD mit RDNA2-Architektur, hardware-beschleunigtes DirectX Raytracing, bis zu 120 Frames per Second und ein Feature namens Variable Rate Shading. Daneben gab es noch jede Menge anderer Features und Hardware-Specs - alle Infos haben wir in diesem Video zusammengefasst.

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