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X Window System - Vergessen, aber nicht verschwunden

02.12.2013 | 14:15 Uhr |

Das X Window System (kürzer: X Window oder einfach X) ist kein Betriebssystem, sondern ein Netzwerkprotokoll und eine Software, die Fenster auf Bitmap-Displays auf den meisten Unix-Betriebssystemen und OpenVMS ermöglicht. Aber wir erwähnen es hier dennoch, weil seine Erschaffer dereinst ein Manifest verfassten, das bis heute seine Gültigkeit behalten hat.

Während IBM Microsoft um 1984 den Markt verändern sollten, beschäftigten sich die MIT-Wissenschaftler Bob Scheifler und Jim Gettys mit einem grundlegenden Problem von PC-Software: ihrer hohen Komplexität. Sie riefen dazu auf, nicht jede coole Idee um ihrer selbst willen und ohne sorgfältige Prüfung im Betriebssystem zu verewigen. Auch solle man die Gestaltung der Benutzeroberfläche dem Anwender überlassen.

Genau diesen Vorgaben sollte X erfüllen, indem es eine Brücke zwischen dem Unix-Kernel und der Benutzeroberfläche schlug. Es überrascht daher eigentlich, dass man heute nichts mehr viel von X hört. Dies liegt vielleicht daran, dass es sich nur schleppend weiterentwickelt hat: Kamen in den ersten vier Jahren seit der Freigabe allein elf 11 Iterationen auf den Markt, brachte es die Entwicklergemeinde in den folgenden 21 Jahren gerade einmal bis zur Version 11.7.4 ( mehr Informationen stellt auch die X.Org Foundation bereit ).

Trotzdem ist X nicht verschwunden, sondern noch heute unter der Oberfläche vieler Betriebssysteme aktiv- vor allem bei den freien Unix-Derivaten und Linux sowie den Versionen Panther, Tiger und Leopard der Mac OS X Familie ( mehr zu X Window System finden Sie hier ).

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