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Word Web App und Excel Web App: Gemischtes Resultat

Dokumente einsehen und zu drucken ist ja schön und gut, aber der wahre Kern einer jeden webbasierten Office-Anwendung ist die Erstellung und Bearbeitung verschiedener Dateien. Die vorveröffentlichte Office Web Apps Version war nur in der Lage Excel-Dokumente zu bearbeiten. Darum waren wir sehr gespannt, wie gut dies bei den anderen Apps funktioniert. Leider waren die Resultate sehr durchwachsen.

Der Word-Viewer konnte meine kompliziert formatierten Textdateien sehr gut anzeigen und verarbeiten, aber der browserbasierte Editor bleibt weit hinter den Erwartungen zurück. Zunächst wollte der Editor mein Dokument nicht öffnen, da ich Words Korrektur- und Kommentarfunktionen genutzt hatte. Das ist zunächst kein Problem: Wir haben daraufhin einfach das Dokument in Word 2010 geöffnet, die nicht unterstützten Dokumententeile gelöscht und wieder versucht die Datei zu öffnen. Diesmal hat es funktioniert, aber das Dokument, das wir nun sahen, hatte nicht mehr viel mit der ursprünglichen Formatierung gemein. Eine Fehlermeldung warnte uns davor, dass wir ein "komplexes Dokument" hochgeladen hatten und uns wurde empfohlen dieses Dokument doch lieber mit Word 2010 zu bearbeiten.

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Auf der anderen Seite hat der Word Web App Editor weniger komplex formatierte Dokumente ganz gut angenommen. Der Text sah fast genauso aus wie in der Originaldatei und es waren einige Tabellenwerkzeuge vorhanden. In kleinem Umfang konnten auch Bilder bearbeitet werden. Enttäuscht hat uns, dass Stile und Formate, die im Online-Viewer sichtbar waren, im Editor dann nicht mehr angezeigt wurden. Kleinere Online-Änderungen hatten glücklicherweise keine zerstörerischen Auswirkungen auf die Formatierung beim Wiederöffnen im Offline-Word.

Dokumente bearbeiten war ziemlich beschwerlich. Die Seitenränder haben sich immer an die Browserfenster-Breite angepasst, was beispielsweise die Textformatierung umwarf sobald ich die Fenstergröße änderte. Textpassagen konnten nur langsam und mit Verzögerungen markiert werden. Zwar sind Browser generell etwas langsamer, aber das war auch auf Browserniveau langsamer als gewöhnlich. Im Großen und Ganzen ist unser Eindruck ganz gut. Allerdings hat die Marke "Word" wohl zu hohe Erwartungen bei uns geweckt.

Excel hat wohl die meiste Aufmerksamkeit des Office Web App Teams erhalten. Diese Web App war auch die erste, welche für Tester und Interessierte zur Verfügung stand. Die Endversion bietet etwa den gleichen Funktionsumfang wie die Vorversion. Dies ist nicht in allen Bereichen positiv. Ähnlich wie Word Web App verhält sich Excel Web App bei einfach strukturierten Arbeitsmappen wie erwartet. Allerdings sind die Schwächen bei komplexeren Dateien unübersehbar. Das webbasierte Programm war zwar in der Lage Formen, Objekte und VBA-Makros teilweise darzustellen, diese konnten aber nicht bearbeitet werden. Beispielsweise wurden zuvor eingebettete Diagramme zwar aktualisiert, wenn Daten in der Quelltabelle verändert wurden, aber einen neuen Graphen anzulegen war im Browser nicht möglich. Und an Pivot-Tabellen oder andere fortgeschrittene Funktionen brauchen Sie gar nicht erst zu denken. Kurz gesagt, während Excel Web Apps den Einsteiger und anspruchslosen Nutzer gut versorgt, sollten fortgeschrittene Nutzer nicht zu viel von der webbasierten Software erwarten.

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