80942

Wir können alles - außer Hochdeutsch

27.12.2019 | 08:22 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

In den Hallen von Cherry wird überwiegend fränkisch und oberpfälzisch gesprochen, die Cherry GmbH war damals die Niederlassung eines US-Unternehmens, heute gehört das Unternehmen mit der Kirsche zu ZF Friedrichshafen. In der 9300-Seelen-Gemeinde Auerbach hatte der 1953 gegründete US-Konzern seine gesamte Tastaturen-Produktion für den europäischen und den US-Markt konzentriert.

Wieso sich Cherry ausgerechnet in die strukturschwache Oberpfalz an der Grenze zu Tschechien verirrte, erklärt Geschäftsführer Günter Murmann so: "Unternehmensgründer Walter Cherry verbrachte seinen Wehrdienst in Bayern. Als er 1964 einen europäischen Standort für eine Niederlassung suchte, kam für ihn nur Bayern in Frage. Zunächst ließ sich Cherry in Rahmen eines Joint Ventures in Bayreuth nieder, doch nach einigen Jahren siedelte die Firma mit dem Kirsch-Logo nach Auerbach um."

Die Zonenrandförderung für strukturschwache Gebiete dürfte Mister Cherry die Entscheidung für Auerbach noch etwas erleichtert haben. Das Unternehmen hat sich allen Wirtschaftskrisen zum Trotz glänzend entwickelt. Von anfänglich vier Mitarbeitern ist die Zahl der Beschäftigten auf mittlerweile 1300 in Auerbach gestiegen, weitere 200 sind in Bayreuth für die Firma mit dem Kirsch-Logo tätig.

Cherry fertigt dabei nicht nur PC-Zubehör. Einen wichtigen Teil der Produktion nimmt der Autozulieferbereich ein. Außerdem stellt Cherry "weiße Ware", also Haushaltswaren, her.

Angriff auf Logitech: Tastaturen aus deutschen Landen (PC-WELT Online, 30.09.2003)

PC-WELT Marktplatz

80942