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Windows-Einstellungen: Tipps für den schnellen Zugriff

13.06.2020 | 14:05 Uhr | Thorsten Eggeling

Windows bietet zahlreiche Tools für die Konfiguration. Für den bequemeren Zugriff kann man häufig benötigte Werkzeuge zusammenfassen: In der „Management Console“ oder einfach mit Verknüpfungen.

Ein komplexes Betriebssystem wie Windows lässt sich über viele Einstellungen anpassen. Einige davon sind offensichtlich und werden häufig genutzt, beispielsweise für einen anderen Bildschirmhintergrund oder für die Ansichtsoptionen im Windows-Explorer. Andere Bereiche verwendet man eher selten, entweder weil keine Änderungen nötig sind oder weil deren Aufruf nur bei Problemen erforderlich ist.

Was tatsächlich benötigt wird, hängt von den individuellen Vorlieben und den technischen Anforderungen ab. Ein schneller Zugang zu den häufig benutzten Einstellungen dürfte aber in den meisten Fällen erwünscht sein. Windows bietet bereits von Haus aus einige Funktionen, über die sich der Zugriff auf Einstellungen bequemer gestalten lässt. Es bleibt aber Raum für zusätzliche Tools, die für mehr Komfort sorgen.

1. Was ist wo bei der Windows-Konfiguration?

Windows konfigurieren: Die „Einstellungen“ sind unter Windows 10 die erste Anlaufstelle, wenn Sie etwas am System ändern wollen. Die Systemsteuerung bleibt aber bisher unverzichtbar.
Vergrößern Windows konfigurieren: Die „Einstellungen“ sind unter Windows 10 die erste Anlaufstelle, wenn Sie etwas am System ändern wollen. Die Systemsteuerung bleibt aber bisher unverzichtbar.

Die Windows-Konfiguration kann über unterschiedliche Wege erfolgen. Bis Windows 8.1 war die Systemsteuerung die zentrale Anlaufstelle, um Einstellungen des Computers anzupassen. In Windows 10 gibt es daneben die „Einstellungen“, die die Systemsteuerung nach und nach ablösen sollen. Einige Optionen gibt es jetzt zweimal – in der Systemsteuerung und in den Einstellungen –, andere sind nur über den einen oder anderen Weg zu erreichen.

Zusätzlich gibt es in allen Windows-Systemen die „Verwaltung“ (Punkt 2), die zwar auch in der Systemsteuerung auftaucht, aber vor allem Werkzeuge für die Diagnose und für die Basiskonfiguration des Computers enthält. In der Regel sind administrative Rechte erforderlich, wenn man hier etwas ändern möchte.

Ganz eindeutig ist die Trennung allerdings nicht. Die meisten Elemente in der Systemsteuerung beziehen sich auf individuelle Einstellungen, die jeder Benutzer für sich selbst ändern kann und die auch nur für ihn gelten. Einige betreffen jedoch auch den Computer beziehungsweise andere Nutzer und fordern dann administrative Rechte an, beispielsweise das Einstellen der Uhrzeit über „Datum und Uhrzeit“. 

Bei den „Einstellungen“ unter Windows 10 ist das nicht anders. Auch hier sind persönliche und nur administrativ zugängliche Optionen vereint zu finden. Administrative Rechte werden bei Bedarf über die Benutzerkontensteuerung angefordert. 

Windows 10: Grundeinstellungen gezielt anpassen

2. Die Microsoft Management Console verwenden

Microsoft Management Console: Was die Console enthält, hängt von der MSC-Datei ab. Die Abbildung zeigt die standardmäßige „Computerverwaltung“. Sie können aber auch eine eigene Konfiguration erstellen.
Vergrößern Microsoft Management Console: Was die Console enthält, hängt von der MSC-Datei ab. Die Abbildung zeigt die standardmäßige „Computerverwaltung“. Sie können aber auch eine eigene Konfiguration erstellen.

Die Microsoft Management Console (Mmc.exe) ist ein frei konfigurierbares Systemwerkzeug. Sie kommt zum Einsatz, wenn Sie in der Systemsteuerung über „Verwaltung“ etwa den Geräte-Manager öffnen. Ein schnellerer Weg ist ein rechter Mausklick auf das Startmenü oder die Tastenkombination Win-X. Darüber können Sie ebenfalls den Geräte-Manager aufrufen sowie die Ereignisanzeige und die Datenträgerverwaltung. Oder Sie klicken im Startmenü auf „Computerverwaltung“, dann sehen Sie die bereits genannten Elemente sowie „Aufgabenplanung“, „Freigegebene Ordner“, „Leistung“ und „Dienste und Anwendungen“.

Hinter den Elementen verbergen sich XML-Dateien mit einer Konfiguration, die Inhalt und Aussehen bestimmt. Zum Geräte-Manager beispielsweise gehört die Datei „devmgmt.msc“, die Sie standardmäßig durch Eingabe ihres Namens Mmc.exe im „Ausführen“-Dialog öffnen (diesen rufen Sie mit der Tastenkombination Win-R auf).

3. Die Management Console individuell anpassen 

Management Console individualisieren: Fügen Sie die Komponenten hinzu, die Sie benötigen. Für mehr Übersicht erstellen Sie Ordner, in denen sich weitere Elemente unterbringen lassen.
Vergrößern Management Console individualisieren: Fügen Sie die Komponenten hinzu, die Sie benötigen. Für mehr Übersicht erstellen Sie Ordner, in denen sich weitere Elemente unterbringen lassen.

Die Microsoft Management Console lässt sich zu einem zentralen Verwaltungsinstrument ausbauen, das Ihnen den Zugriff auf die Bereiche ermöglicht, die Sie benötigen.

Schritt 1: Starten Sie Mmc.exe über Win-R. Es begrüßt Sie ein leeres Fenster, in dem links oben nur „Kosolenstamm“ zu sehen ist.

Schritt 2: Gehen Sie im Menü auf „Datei –› Snap-in hinzufügen/entfernen“. Unter „Verfügbare Snap-ins“ sehen Sie die Ihnen schon bekannten Elemente wie „Geräte- Manager“ und „Datenträgerverwaltung“. Klicken Sie das Gewünschte an und danach jeweils auf „Hinzufügen“. Dabei erscheint ein Dialog, den Sie in der Regel mit „Fertig stellen“ schließen. Sie können hier auch die Option „Anderer Computer“ wählen, wenn Sie einen PC über das Netzwerk verwalten möchten (siehe Kasten unten).

Schritt 3: Fügen Sie das Snap-in „Ordner“ hinzu. Benennen Sie den Ordner über die F2-Taste oder das Kontextmenü um, beispielsweise in „Tools“. Klicken Sie den Ordner mit der rechten Maustaste an, und gehen Sie auf „Neue Aufgabenblockansicht“. Klicken Sie auf „Weiter“, belassen Sie die Voreinstellungen, und klicken Sie auf „Weiter“. Setzen Sie die Option „Ausgewähltes Steuerelement“, klicken Sie auf „Weiter“, noch einmal auf „Weiter“ und dann auf „Fertig stellen“. Es startet der „Assistent für neue Aufgabe“.

Schritt 4: Klicken Sie auf „Weiter“, wählen Sie die Option „Shellbefehl“, und klicken Sie auf „Weiter“. Hinter „Befehl“ tippen Sie den Namen eines Programms ein, das Sie über die Management Console starten möchten, beispielsweise regedit.exe. Klicken Sie auf „Weiter“, und geben Sie der Aufgabe einen aussagekräftigen Namen. Nach einem Klick auf „Weiter“ wählen Sie ein Icon aus. Klicken Sie auf „Weiter“ und dann auf „Fertig stellen“. Der neue Eintrag erscheint jetzt im rechten Teil des Fensters und Sie können Regedit per Mausklick starten.

Schritt 5: Nach einem rechten Mausklick auf „Tools“ und „Aufgabenblockansicht bearbeiten“ lässt sich auf der Registerkarte „Allgemein“ die Darstellung ändern. Über die Registerkarte „Aufgaben“ fügen Sie per Klick auf die Schaltfläche „Neu“ weitere Programme hinzu. Es lassen sich auch Batchdateien starten oder komplexere Kommandos ausführen. Bei Bedarf übergeben Sie im Feld unter „Parameter“ Optionen an ein Programm.

Weil darin keine Umgebungsvariablen berücksichtigt werden, kann man sich mit einem Trick behelfen. Tippen Sie unter „Befehl“ als Namen des Programms cmd.exe ein. Im Eingabefeld „Parameter“ bringen Sie diese Zeile unter: 

/c echo explorer.exe /e,%USERPROFILE%\Downloads >> %temp%\mmc.cmd & %temp%\mmc.cmd & del %temp%\mmc.cmd 

Wenn Sie die Aufgabe ausführen, wird die temporäre Batchdatei „%temp%\mmc.cmd“ erstellt und gestartet. Die ruft den Windows-Explorer mit dem Verzeichnis „%USERPROFILE%\Downloads“ auf. Die Variable „%USERPROFILE%“ enthält den Pfad zum Benutzerprofil. Danach wird die temporäre Batchdatei gelöscht.

Schritt 6: Über eine Aufgabe lassen sich auch Webseiten oder Dokumente im Standardbrowser öffnen. Dafür verwenden Sie wieder cmd.exe und als Parameter 

/c start http://www.pcwelt.de

Schritt 7: Ein weiteres Snap-in ist „Link auf Webadresse“. Darüber öffnen sich Webseiten im internen Browser der Management Console. Für die meisten Webseiten ist das nicht zu gebrauchen, weil zahlreiche Scriptfehler den Seitenaufruf verhindern. Sie können das Snap-in aber für das lokale Dateisystem verwenden.

Programme starten: Ein „Shellbefehl“ besteht aus einem „Befehl“ (Programm) und aus optionalen Parametern. In einem temporär erzeugten Script bringen Sie Umgebungsvariablen unter.
Vergrößern Programme starten: Ein „Shellbefehl“ besteht aus einem „Befehl“ (Programm) und aus optionalen Parametern. In einem temporär erzeugten Script bringen Sie Umgebungsvariablen unter.

Wenn Sie das Snap-in einrichten, tippen Sie unter „Pfad oder URL“ beispielsweise C:\ ein. In der Management Console erhalten Sie damit eine Ordneransicht wie im Windows-Explorer.

Schritt 8: Mithilfe der Snap-ins „ActiveXSteuerelement“ lässt sich das Steuerelement „System Monitor Control“ einbinden. Es entspricht dem, was Sie in der „Computerverwaltung“ standardmäßig unter „Leistung –› Überwachungstools –› Leistungsüberwachung“ sehen. Über den Kontextmenüpunkt „Leistungsindikatoren hinzufügen“ bauen Sie beispielsweise „Prozessor“ oder „Netzwerkschnittstelle“ ein. Sie haben dann die Auslastung der Systemressourcen stets im Blick. Sie können das Snap-in mehrfach verwenden, um sich unterschiedliche Daten anzeigen zu lassen.

Über den Kontextmenüpunkt „Neue Aufgabenblockansicht“ lassen sich – wie bei jedem Snap-in – weitere Elemente hinzufügen. Passend zum Leistungsindikator ist vielleicht der Taskmanager (taskmgr.exe), den Sie entsprechend wie in Schritt 5 einbauen.

Tipp: Für eine bessere Übersicht legen Sie eigene Ordner für die jeweiligen Aufgaben an. Beim Hinzufügen eines neuen Snap-ins landet dieses jedoch standardmäßig im Konsolenstamm. Um das zu ändern, klicken Sie auf „Erweitert“ und setzen ein Häkchen vor „Änderungen des übergeordneten Snap-ins zulassen“. Unter „Übergeordnetes Snap-in“ wählen Sie gewünschten Ordner und fügen das Snap-in dann hinzu.

Nach Abschluss der Konfiguration gehen Sie auf „Datei –› Speichern“. Legen Sie die MSC-Datei für den schnellen Zugriff auf dem Desktop ab. Über „Datei –› Optionen“ stellen Sie den „Konsolenmodus“ auf „Benutzermodus – Vollzugriff“ um. Dann unterbleibt beim Beenden die Abfrage, ob Sie speichern möchten. Die erfolgt sonst auch, wenn Sie nichts geändert haben.

Änderungen sind jederzeit möglich: Wenn Sie eine MSC-Datei rechts anklicken, finden Sie standardmäßig das Kontextmenü „Im Autorenmodus öffnen“.

MSC-Dateien sind im Prinzip portabel. Sie können die erstellte Datei auch auf einem anderen Computer verwenden. Es stehen jedoch nicht auf jedem PC die gleichen Snap-ins zur Verfügung. Die MSC-Datei lässt sich trotzdem öffnen; Sie erhalten aber eine Fehlermeldung, wenn Sie ein nicht installiertes Snap-in anklicken.

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4. Einstellungen und Systemsteuerung durchsuchen

Einstellungen finden: Schon während Sie einen Suchbegriff eintippen, beginnt die Suche. Mit einem Klick auf das Suchergebnis gelangen Sie schnell in den gewünschten Abschnitt der „Einstellungen“.
Vergrößern Einstellungen finden: Schon während Sie einen Suchbegriff eintippen, beginnt die Suche. Mit einem Klick auf das Suchergebnis gelangen Sie schnell in den gewünschten Abschnitt der „Einstellungen“.

Die Systemsteuerung lässt sich unter Windows 10 aufrufen, indem man die Tastenkombination Win-R eingibt, im „Ausführen“- Dialog control eintippt (für control.exe) und mit „OK“ bestätigt. Standardmäßig erscheint die Systemsteuerung in der Ansicht „Kategorie“ und zeigt nur die wichtigsten Einstellungen. Wechselt man rechts oben hinter „Anzeige:“ auf „Kleine Symbole“, sind fast alle Einstellungen zu sehen. Über das Eingabefeld rechts oben können Sie nach einer Einstellung suchen.

Bei Windows 10 gibt es in den „Einstellungen“ ebenfalls eine Suche. Damit finden Sie Einstellungen und auch Bereiche in der Systemsteuerung sowie Verwaltung. Alternativ können Sie auch das Suchfeld in der Taskleiste verwenden.

Alle Suchfunktionen setzen voraus, dass Sie den Begriff ungefähr kennen, wie er in den Einstellungen oder der Systemsteuerung vorkommt. Er muss aber nicht genau passen. Wenn Sie beispielsweise nach „deinstallieren“ suchen, findet Windows 10 „Apps & Features“ und „Programme hinzufügen oder entfernen“, was beides zu „Apps –› Apps & Features“ führt. Das Element aus der Systemsteuerung wird Ihnen nicht angezeigt, außer wenn Sie das Suchfeld in der Taskleiste verwenden. Gibt es keine passende Option in den „Einstellungen“, werden auch Elemente in der Systemsteuerung gefunden.

Fernzugriff mit der Management Console

Einige Snap-ins der Management Console können auch auf die Konfiguration anderer PCs im Netzwerk zugreifen. Das sind etwa die Ereignisanzeige und und die Dienste-Verwaltung. Nach einem Klick auf „Hinzufügen“ in der Konsole wählen Sie die Option „Anderer Computer“, geben dahinter seinen Namen an und klicken auf „OK“. Bei standardmäßig konfigurierten Windows-PC werden Sie damit jedoch keinen Erfolg haben und nur die Meldung „Zugriff verweigert“ oder ähnlich erhalten. Der Grund dafür: Für den Fernzugriff muss die versteckte administrative Freigabe „admin$“ aktiv sein, was bei Windows 8.1 und 10 nicht der Fall ist.

Fernkonfiguration: Snap-ins können sich auch mit anderen Computern im Netzwerk verbinden. Die müssen aber dafür konfiguriert sein.
Vergrößern Fernkonfiguration: Snap-ins können sich auch mit anderen Computern im Netzwerk verbinden. Die müssen aber dafür konfiguriert sein.

Um das zu ändern, gehen Sie in der Registry auf den Schlüssel „Hkey_Local_Machine\ Software\Microsoft\Windows\CurrentVersion\Policies\System“. Erstellen Sie hier einen neuen Dword-Wert, dem Sie die Bezeichnung LocalAccountTokenFilterPolicy geben. Konfigurieren Sie ihn mit dem Wert 1. Danach starten Sie Windows neu. Eine weitere Ursache kann sein, dass Benutzername und Passwort nicht auf allen PCs gleich sind. Die Management Console fragt zwar nach den Anmeldedaten, die Verbindung funktioniert aber trotzdem nicht. Erstellen Sie am besten auf allen beteiligten Rechnern Konten mit den gleichen Anmeldeinformationen und administrativen Rechten.

Außerdem kann die Firewall einige Anfragen blockieren. Gehen Sie in der Systemsteuerung auf „Windows Defender Firewall“ und klicken Sie auf „Eine App oder ein Feature durch die Defender Firewall zulassen“. Setzen Sie Häkchen vor „Remotediensteverwaltung“ und „Remote- Ereignisprotokollverwaltung“.

5. Über Verknüpfungen auf Einstellungen zugreifen 

Alternativer Zugang: Statt in der Systemsteuerung zu klicken oder zu suchen, erstellen Sie eine Verknüpfung zu häufig verwendeten Einstellungen auf dem Desktop.
Vergrößern Alternativer Zugang: Statt in der Systemsteuerung zu klicken oder zu suchen, erstellen Sie eine Verknüpfung zu häufig verwendeten Einstellungen auf dem Desktop.

Die Suche ist für häufig genutzte Einstellungen zu umständlich. Für die Systemsteuerung können Sie Verknüpfungen verwenden. Dazu rufen Sie die Systemsteuerung auf (Win-R, control) und wechseln hinter „Anzeige:“ zu „Große Symbole“ oder „Kleine Symbole“. Klicken Sie das gewünschte Element mit der rechten Maustaste an und gehen Sie auf „Verknüpfung erstellen“. Bestätigen Sie mit „Ja“ – und die Verknüpfung landet auf dem Desktop. Bei den meisten Elementen können Sie im Kontextmenü auch „An Schnellzugriff anheften“ oder „An ‚Start‘ anheften“ wählen. 

In den „Einstellungen“ unter Windows 10 gibt es im Kontextmenü von Rubriken wie „System“ oder „Apps“ und auch von Navigationseinträgen wie „Anzeige“ oder „Standard- Apps“ nur „An ‚Start‘ anheften“, was eine Kachel im Startmenü erzeugt.

6. Elemente in der Systemsteuerung/ den Einstellungen öffnen

Systemsteuerung gezielt aufrufen: Über eine Rundll32-Zeile starten Sie Elemente in der Systemsteuerung. Der letzte Parameter verweist auf einen Abschnitt in der CPL-Datei.
Vergrößern Systemsteuerung gezielt aufrufen: Über eine Rundll32-Zeile starten Sie Elemente in der Systemsteuerung. Der letzte Parameter verweist auf einen Abschnitt in der CPL-Datei.

Hinter den Elementen in der Systemsteuerung stecken CPL-Dateien. Control.exe sucht diese und stellt die Titel in einem Fenster dar. Der direkte Aufruf über Win-R ist ebenfalls möglich: So führt inetcpl.cpl zu den Interneteinstellungen, timedate.cpl zu „Datum und Uhrzeit“.

Es geht aber noch mehr. Die CPL-Dateien enthalten meist mehrere Funktionsbereiche, die sich einzeln ansteuern lassen. Starten Sie über Win-R beispielsweise (beachten Sie die Groß-/Kleinschreibung) 

rundll32.exe shell32.dll,Control_RunDLL desk.cpl,,1 

Damit rufen Sie „Bildschirmschonereinstellungen“ in der Systemsteuerung auf. Ersetzen Sie die „1“ durch „2“ oder „3“. Das führt bei Windows 10 in die Einstellungen und zu „Personalisierung –› Hintergrund“ beziehungsweise „System –› Anzeige“, bei Windows 8.1 in der Systemsteuerung zu „Anpassung“ (visuelle Effekte ändern) beziehungsweise „Bildschirmauflösung“. Windows 10 leitet die rundll-Aufrufe in die „Einstellungen“ um, wenn es die zugehörigen Bereiche in der Systemsteuerung nicht mehr gibt.

Für die „Einstellungen“ gibt es aber eine gänzlich andere Syntax beim Aufruf über Win-R. Jeder Abschnitt hat eine eigene Bezeichnung. Die Eingabe: 

ms-settings:personalization-background

führt zu „Personalisierung –› Hintergrund“, und 

ms-settings:display 

zu „System –› Anzeige“.

7. Verknüpfungen per PC-WELT-Tool erstellen 

Die in Punkt 6 genannten Befehle will sich wahrscheinlich niemand merken. Schließlich gibt es Dutzende davon. Das muss auch nicht sein, denn Sie müssen den gewünschten Aufruf nur einmal herausfinden und können ihn dann als Verknüpfung speichern und verwenden.

Dabei hilft Ihnen unser Tool PC-WELT Gott- Modus-Generator . Den etwas merkwürdigen Namen verdankt es einem Trick in PC-Spielen, über den sich per Cheat-Code der „god mode“ aktivieren lässt, in dem der Spieler Zugriff auf alle Waffen hat und unbesiegbar ist. Bei Windows erlaubt der „god mode“ den Zugriff auf alle Elemente der Systemsteuerung in einer langen Liste.

Das funktioniert allerdings nicht über einen rundll32-Aufruf, sondern über ein Class-ID. Eine Verknüpfung mit

explorer.exe shell:::{ED7BA470-8E54-465E-825C-99712043E01C} 

zeigt alle Elemente der Systemsteuerung in Form eines kategorisierten Menüs („Alle Aufgaben“). Der direkte Start der Befehlszeile über Win-R funktioniert ebenfalls.

PC-WELT Gott-Modus-Generator kann mit Class-IDs und rundll32-Aufrufen umgehen. Die grafische Oberfläche zeigt die von uns festgelegten Einstellungen für nützliche Bereiche der Systemsteuerung. Setzen Sie Häkchen vor den gewünschten Optionen und klicken Sie auf „Erstellen“. Die Verknüpfungen werden auf dem Desktop im Ordner „GodModi“ erstellt, der sich automatisch im Windows-Explorer öffnet.

Auf der Registerkarte „Einstellungen“ lassen sich Windows-10-Einstellungen auswählen. Nach einem Klick auf „Erstellen“ speichert das Tool die Verknüpfungen auf dem Desktop im Ordner „GodModi\Einstellungen“.

8. Einträge im PC-WELT Gott- Modus-Generator anpassen

Gott-Modus-Generator konfigurieren: Welche Einträge im Tool erscheinen, steht in einer CSV-Datei. Sie können Zeilen hinzufügen, löschen oder ändern – und das Tool damit individuell anpassen.
Vergrößern Gott-Modus-Generator konfigurieren: Welche Einträge im Tool erscheinen, steht in einer CSV-Datei. Sie können Zeilen hinzufügen, löschen oder ändern – und das Tool damit individuell anpassen.

Das Tool ist frei konfigurierbar. Öffnen Sie die Datei „config.csv“ in einem Texteditor oder einer Tabellenkalkulation. Es sind acht Spalten beziehungsweise acht durch Semikolon getrennte Einträge pro Zeile enthalten. Die erste enthält eine Beschreibung, danach folgen der Name der DLL- oder CPL-Datei, in der das Icon zu finden ist, und die Nummer des Icons. Die vierte Spalte enthält den Namen der Verknüpfung und die fünfte die Class-ID oder den rundll32-Aufruf. Mit den letzten drei Werten lassen sich die Betriebssysteme festlegen, für die die Einstellung gilt: Die Reihenfolge ist Windows 7, 8.1 und 10. Eine „0“ bewirkt, dass der Eintrag für ein System nicht aktiv ist und grau dargestellt wird.

Für Windows 10 gilt die Datei „config_w10.csv“. Hier genügen fünf Spalten, weil nicht zwischen Betriebssystemen unterschieden werden muss. Der letzte Wert in jeder Zeile enthält einen Aufruf mit „ms-settings:“. 

Im Ordner des Tools PC-WELT Gott-Modus-Generator finden Sie Textdateien mit Listen der Class-IDs für Windows 8.1 und 10, rundll32-Aufrufen sowie ms-settings-Kommandos.

9 Einstellungen direkt in der Registry ändern

So gut wie alle Optionen, die Sie über die Systemsteuerung oder in den Windows-Einstellungen ändern, werden in der Windows-Registrierungsdatenbank gespeichert. Wenn man die Pfade und Namen der Schlüssel kennt, kann man die Einstellungen direkt über regedit.exe bearbeiten. Es gibt auch Optionen, die sich nicht über die grafische Oberfläche ändern lassen. Teilweise weil Microsoft das nicht möchte oder weil die Einstellung interne Funktionen betrifft, die der Benutzer nicht ändern soll. In der Registry kann man dennoch so gut wie alles anpassen.

Dazu ein einfaches Beispiel: Das Bild für den Bildschirmhintergrund wird über den Wert „WallPaper“ im Schlüssel „Hkey_Current_ User\Control Panel\Desktop“ festgelegt. Tragen Sie einfach den Pfad zum gewünschten Bild ein. Der einzige Nachteil: Sie müssen sich bei Windows ab- und wieder anmelden, damit die Änderung Wirkung zeigt.

Unser Tool PC-WELT Windows-Tuner 2020  erleichtert den Umgang mit der Registry. Es enthält eine Datenbank mit Registry-Einträgen, die Sie auch selbst ändern und erweitern können. Registry-Einträge lassen sich in Gruppen zusammenfassen, etwa für die Bereiche „Desktop“ oder „Windows-Explorer“. Sie können dann mehrere Registry-Einträge auf einmal ändern oder zurücksetzen.

Über PC-WELT Windows-Tuner 2020 lassen sich außerdem einige andere Tools starten, beispielsweise O&O Shutup 10 und W10Privacy , die auf Einstellungen für eine bessere Privatsphäre spezialisiert sind. 

Windows mit Gruppenrichtlinien konfigurieren

Systemverwalter möchten Nutzer meist davon abhalten, bestimmte Einstellungen im System zu ändern. Bei privaten PCs ist das zwar oft nicht erforderlich, aber wer Windows besser absichern will, kann auch hier zu den gleichen Mitteln greifen. Zuständig für die Konfiguration ist der Editor für lokale Gruppenrichtlinien (Gpedit.msc), der aber nur ab den Pro-Editionen von Windows 8.1 und 10 installiert ist. Nutzer der Home-Editonen können den Editor über PC-WELT GpeditTools nachinstallieren. Das Tool ist Bestandteil von PC-WELT Windows-Tuner 2020 und lässt sich über die Registerkarte „Tools“ aufrufen.

PC-WELT Gpedit Tools: Auch in Windows-Home- Editionen kann man Gpedit.msc verwenden. Die Richtlinien muss man hier aber zuerst in Reg- Dateien speichern und diese dann anwenden.
Vergrößern PC-WELT Gpedit Tools: Auch in Windows-Home- Editionen kann man Gpedit.msc verwenden. Die Richtlinien muss man hier aber zuerst in Reg- Dateien speichern und diese dann anwenden.

Im Gruppenrichtlinieneditor gibt es zwei Bereiche: „Computerkonfiguration“ betrifft alle Benutzer, „Benutzerkonfiguration“ nur den gerade angemeldeten Benutzer. Die relevanten Einstellungen finden Sie jeweils unter „Administrative Vorlagen“. Ein Beispiel: Unter „Computerkonfiguration –› Administrative Vorlagen –› Systemsteuerung –› Anpassung“ finden Sie die Einstellung „Sperrbildschirm nicht anzeigen“, die Sie per Doppelklick öffnen. Der Standard ist „Nicht konfiguriert“. „Aktiviert“ bedeutet in diesem Fall aufgrund der Verneinung „nicht anzeigen“, „Deaktiviert“ das Gegenteil.

Bei den Pro-Editionen wird die Änderung automatisch in die Registry übernommen. Als Nutzer einer Home-Version müssen Sie in PC-WELT GpeditTools unter „Richtlinien ex- und importieren“ zuerst auf „Als Reg-Datei exportieren“ klicken und dann auf „Reg-Dateien importieren“. Im Log-Fenster erfahren Sie, welche Registry-Werte erstellt oder geändert werden. Diese Informationen können Sie für einen neuen Datenbankeintrag in PC-WELT Windows-Tuner 2020 verwenden, wenn Sie einen Wert auch ohne Gpedit.msc erstellen oder ändern möchten.

Die Themen in Tech-up Weekly #191 (Links zu den Artikeln weiter unten):

► Werbung: Windows 10 Pro (Retail) für 40 Euro: www.pcwelt.de/news/Windows-10-Pro-Retail-fuer-40-Euro-ein-Hammer-Preis-10812490.html

► Leak: 10 Big-Navi-Grafikchips und Refresh-Modelle: www.pcwelt.de/news/Leak-10-Big-Navi-Grafikchips-und-Refresh-Modelle-10816660.html

► Netflix kündigt Abos mit unglaublicher Begründung: www.pcwelt.de/news/Netflix-kuendigt-Abonnements-mit-unglaublicher-Begruendung-10814815.html

Quick-News

► O2 schenkt Kunden mehr Datenvolumen: www.pcwelt.de/news/O2-schenkt-Kunden-mehr-Datenvolumen-10817433.html

► Jetzt verfügbar: Windows 10 Mai 2020 Update schneller erhalten: www.pcwelt.de/news/Jetzt-verfuegbar-Windows-10-Mai-2020-Update-schneller-erhalten-10818631.html
► Bekannte Probleme unter Windows 10 Mai 2020 Update: www.pcwelt.de/news/Bekannte-Probleme-unter-Windows-10-Mai-2020-Update-10818770.html

► Call of Duty: WW2 gratis für Playstation-Plus-Abonnenten: www.pcwelt.de/news/Call-of-Duty-WW2-gratis-fuer-Playstation-Plus-Abonnenten-10817339.html

► Valorant: Release des Taktik-Shooters steht kurz bevor: www.pcwelt.de/news/Valorant-Release-des-Taktik-Shooters-steht-kurz-bevor-10816413.html

► 60 Euro gespart: Zwei Borderlands-Teile gratis im Epic Store: www.pcwelt.de/news/60-Euro-gespart-Borderlands-Spiele-gratis-im-Epic-Store-10819774.html

► Minecraft Dungeons startet - Hier unser Preview-Bericht: www.pcwelt.de/produkte/Minecraft-Dungeons-angespielt-Ein-richtig-guter-Dungeon-Crawler-10817119.html

► 44,2 Tbit/s: Neuer Internet-Weltrekord aufgestellt: www.pcwelt.de/news/44-2-Tbit-s-Neuer-Internet-Weltrekord-aufgestellt-10815267.html

► Kommentar der Woche: www.youtube.com/watch?v=AzwskiEkdOE&lc=Ugzgm8AcEDatCA9_K9d4AaABAg

Fail der Woche

► Twitter erklärt Trump-Tweet für Falschaussage: www.pcwelt.de/news/Twitter-erklaert-Trump-Tweet-fuer-Falschaussage-10817872.html

► Zum PC-WELT T-Shirt-Shop:
www.pcwelt.de/fan

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